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ROUNDUP2: Deutsche Bank bestätigt Interesse an Citibank
ELTVILLE (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank hat ein Interesse an der Citibank bestätigt. "Wir schauen es uns an, wenn wir gefragt werden", sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen am Freitag am Rande einer Veranstaltung in Eltville. Die "Financial Times Deutschland" hatte in ihrer Freitagausgabe berichtet, die Deutsche Bank erwäge ein Gebot für Teile des Europa-Geschäfts der Citigroup . Die Strategieabteilung des deutschen Branchenprimus bereite sich auf eine mögliche Auktion vor.
Hintergrund sei ein Strategieschwenk von Citigroup-Vorstandschef Vikram Pandit, der das Deutschlandgeschäft auf den Prüfstand gestellt habe - also die im Privatkundensegment aktive Citibank ebenso wie das in Frankfurt ansässige Investmentbanking.
Dem Wirtschaftsmagazin "Capital" zufolge sind die Würfel zum Verkauf der Citibank bereits gefallen. Der Mutterkonzern habe die Prüfung zum Verkauf abgeschlossen und wolle die Einheit in den kommenden Monaten veräußern, hieß es am Freitag in der Online-Ausgabe des Magazins. "Wir wollen unser deutsches Konsumentengeschäft verkaufen und bereiten uns auf eine Auktion vor", habe ein mit dem Vorgang betrauter Manager gesagt. Wie schnell der Verkaufsprozess verlaufe, hänge vom Preis ab. "Es liegen bereits mehrere Anfragen aus Deutschland und anderen Ländern vor." Zudem werde unter Hochdruck geprüft, ob man auch für weitere europäische Citigroup-Einheiten einen Verkaufsprozess starte.
NEUE INFORMATIONEN VOM CITIGROUP-INVESTORENTAG AM 9. MAI ERHOFFT
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte Mitte der Woche bekräftigt, auch in Zukunft eine aktive Rolle bei der Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes spielen zu wollen. Er betonte, er werde jede Möglichkeit nutzen, Privatkundengeschäft zuzukaufen, wenn es von den Preisen, der Struktur und den Kaufbedingungen her Sinn mache. Dabei bestätigte er erneut sein Interesse an der Postbank , sprach aber auch von anderen Optionen in Deutschland.
Die von der Kreditkrise mit am stärksten getroffene Citigroup stellt derzeit alle nicht zum absoluten Kerngeschäft zählenden Aktivitäten auf den Prüfstand. Der seit Dezember amtierende Konzernchef Pandit baut den riesigen Konzern unter Hochdruck um und verkaufte bereits ganze Bereiche. Die Bank will bei einem Investorentag am 9. Mai über die nächsten Schritte informieren. Spätestens dann erwarten Beobachter auch Aussagen über internationale Aktivitäten wie die Citibank in Deutschland.
PRESSE: AUCH ALLIANZ UND COMMERZBANK INTERESSIERT
Eine Übernahme von Teilen der Citigroup in Deutschland wäre eine Umkehr der Machtverhältnisse binnen weniger Jahre: Zu Hochzeiten der US-Finanzbranche vor nur wenigen Jahren soll Ackermann höchstpersönlich die Deutsche Bank der Citigroup zum Kauf angedient haben. Einer gewissen Ironie würde das Geschäft auch aus einem weiteren Grund nicht entbehren: Ackermann war im vergangenen Jahr auch als ein möglicher Kandidat für den Chefsessel der Citigroup gehandelt worden. "Capital" zufolge rechnen Finanzkreise allerdings auch mit der Prüfung von Geboten durch Allianz und Commerzbank .
Erst vor einer Woche hatte die Citigroup allein für das erste Quartal nochmalige Abschreibungen und Kreditlasten von rund 16 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. Der erneute Verlust lag zum Jahresauftakt bei 5,1 Milliarden Dollar. Mittlerweile addieren sich die Wertberichtigungen auf weit über 30 Milliarden Dollar./sb/sc/fd/DP/edh/he
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Aktien in diesem Artikel
| Commerzbank | 22,6 | +1,9% | |
| Deutsche Bank | 61,2 | +2,0% | |
| Allianz SE | 115,2 | -0,5% | |
| Citigroup | 13,7 | +1,3% |
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