08.05.2008 16:00
Drucken |

Schrift:

ROUNDUP2: Fraport steigert überraschend operativen Gewinn - Ziele bestätigt

        (neu: Langstreckenflüge, Landebahn, Arbeitsplätze, Aktienkurs)

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport zeigt sich nach einem operativ überraschend guten ersten Quartal für den Rest des Jahres zuversichtlich. Das Passagieraufkommen in Frankfurt werde in diesem Jahr trotz der Kapazitätsengpässe ein bis zwei Prozent über dem Vorjahr liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit und bestätigte auch seine Gewinnziele für das Gesamtjahr. Die geplante neue Landebahn will Fraport nach wie vor spätestens zum Winterflugplan 2011 in Betrieb nehmen, wie Vorstandschef Wilhelm Bender in einer Telefonkonferenz sagte.

    Die Fraport-Aktie gab bis zum Nachmittag um 1,48 Prozent auf 46,49 Euro nach. Der MDAX  hingegen notierte lediglich 0,30 Prozent tiefer bei 9.604,26 Punkten. Analyst Uwe Weinreich von der UniCredit bewertete die Quartalszahlen als solide. Allerdings verwies er auf das deutlich gesunkene Finanzergebnis, das vernehmlich auf den Überschuss gedrückt habe.

MEHR LANGSTRECKENFLÜGE

    Am Frankfurter Flughafen setzt Fraport verstärkt auf Langstreckenflüge, um den Umsatz zu erhöhen, wie Bender erläuterte. Bei diesen werden üblicherweise Flugzeuge mit mehr Sitzplätzen und damit normalerweise auch mehr zahlenden Passagieren eingesetzt als auf der Kurzstrecke. Bereits in den ersten drei Monaten 2008 hatte der Flughafen unter anderem dank größerer Flugzeuge ein Passagierplus von 3,6 Prozent auf rund 12,3 Millionen Fluggäste verzeichnet.

    Beim Umsatz verzeichnete die Fraport im ersten Jahresviertel ein Minus von 5,9 Prozent auf 528,2 Millionen Euro und übertraf damit knapp die Analystenerwartungen von 527,2 Millionen Euro. Hier wirkten sich eine Reihe von Sondereffekten aus: So hatte der im MDAX notierte Konzern im ersten Quartal 2007 zusätzliche Umsätze in Höhe von 57,6 Millionen Euro durch einen Leasingvertrag für das derzeit im Bau befindliche Airrail Center ausgewiesen. Ohne diesen Effekt habe der Umsatz um ersten Quartal 2008 um 4,9 Prozent zugelegt. Der Umsatz des Flughafens Lima in Peru, der im Vorjahr noch nicht in die Konzernzahlen eingegangen war, hatte dazu allerdings 21,8 Millionen Euro beigetragen.

UNTER DEM STRICH WENIGER ALS ERWARTET

    Beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wies der Konzern für das erste Quartal ein Plus von 1,1 Prozent auf 115,4 Millionen Euro aus und übertraf damit ebenfalls die Analystenprognosen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg überraschend von 63,1 auf 63,5 Millionen Euro. Der Überschuss nach Minderheiten sank dagegen von 37,4 auf 25,6 Millionen Euro, während Branchenexperten mit 28,5 Millionen Euro gerechnet hatten.

    Vor allem das Finanzergebnis verschlechterte sich von minus 0,3 Millionen auf minus 29,7 Millionen Euro. Grund ist nach Angaben des Unternehmens der gestiegene Zinsaufwand wegen des Engagements im türkischen Antalya und dem Rahmenvertrag zum Umzug des Chemiewerkes Ticona, das für die geplante neue Landebahn in Frankfurt weichen soll.

MEHR BESCHÄFTIGTE

    Die Zahl der Beschäftigten stieg im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf 29.341. Allerdings ist dabei noch nicht der Verkauf der Fraport -Sicherheitstochter ICTS an die Deutsche Beteiligungs AG  eingerechnet. Durch diese Transaktion werden mehr als 10.000 Mitarbeiter außerhalb der Standorte Frankfurt und Hahn künftig nicht mehr für die Fraport tätig sein. Der Personalaufwand der Fraport stieg im ersten Quartal um 4,5 Prozent auf 275,4 Millionen Euro. Dies sei größtenteils auf den neuen Tarifabschluss zurückzuführen, der seit Jahresanfang gilt.

    Für das Gesamtjahr hält Fraport an seinen Zielen fest. Der Umsatz dürfte wegen des Airrail-Center-Effekts aus dem Vorjahr und des Verkaufs der Tochter ICTS zurückgehen. Auch beim Überschuss wird wegen höherer Finanzierungskosten, Abschreibungen und des positiven Steuereffekts aus dem Vorjahr ein Rückgang erwartet. Das EBITDA soll wachsen und die Dividende mindestens gleich hoch ausfallen wie im Vorjahr./stw/rg/DP/stw/he

Aktien in diesem Artikel

Fraport 40,5 +1,6%
Immer mehr Staus auf Autobahnen: Wofür plädieren Sie?
Mehr Autobahnen bauen
Überholverbot für LKW
Preis für Bahnfahrkarten senken
Mineralölsteuer erhöhen
PKW-Maut erheben




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige