09.05.2008 16:51
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ROUNDUP2: Linde bekommt teuren Euro zu spüren - Weiterhin gute Nachfrage

        (Neu: Aussagen des Finanzchefs zu Währungseffekte)

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Industriegasekonzern Linde  hat im ersten Quartal den teuren Euro zu spüren bekommen. Dennoch konnte das Unternehmen Umsatz und operatives Ergebnis dank einer guten Nachfrage steigern. An seinen Zielen für das Gesamtjahr hält Linde weiter fest. "Wir sind solide in das neue Geschäftsjahr gestartet und daher auch zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres", sagte Linde-Chef Wolfgang Reitzle am Freitag in München.

    Zuversichtlich zeigte sich auch Finanzchef Georg Denoke bezüglich der starken Währungseffekte. Sie würden sich im Jahresverlauf wieder abschwächen, sagte er während einer Telefonkonferenz mit Analysten. Linde habe im ersten Quartal wahrscheinlich den stärksten Währungseinfluss gesehen, fügte er hinzu.

    Für das Jahr 2008 peilt Linde weiterhin einen Zuwachs beim Umsatz und einen überproportionalen Anstieg beim operativen Ergebnis an. Auch mittelfristig bleibt Linde bei seinen Zielen. "Für das Geschäftsjahr 2010 streben wir unverändert ein operatives Konzernergebnis von mehr als drei Milliarden Euro an", sagte Reitzle.

BÖRSIANER ENTTÄUSCHT

    An der Börse wurden die Quartalszahlen mit Enttäuschung aufgenommen. Die Aktie fiel um 4,2 Prozent auf 92,08 Euro und gehörte damit zu den schwächsten Werten im DAX . Analysten hatten im Schnitt mit höheren Zuwächsen bei Umsatz und operativem Ergebnis gerechnet. Robert Heberger von Merck Finck bezeichnete die Zahlen als solide, auch wenn die Umsätze im Kerngeschäft Gase hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben seien.

    Von Januar bis März war der Umsatz um zwei Prozent auf 2,917 Milliarden Euro geklettert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 5,8 Prozent auf 602 Millionen Euro. Dabei wirkte sich besonders der starke Euro aus. Denn währungsbereinigt hatten die Erlöse um 7,5 Prozent und das operative Konzernergebnis um 11,1 Prozent zugelegt.

    Unter dem Strich hatte Linde im ersten Jahresviertel mit 172 (Vorjahr: 458) Millionen Euro deutlich weniger verdient. Im Vorjahr hatte sich Linde im Zuge der Übernahme des britischen Konkurrenten BOC aber von Beteiligungen trennen müssen und einen Buchgewinn von 510 Millionen Euro eingefahren. Auch bei dem Schuldenabbau ist Linde voran gekommen: Die Nettofinanzschulden betrugen Ende März 6,251 Milliarden Euro nach 6,427 Milliarden Euro zum Jahresende 2007.

SPARTEN

    Der Umsatz im Kerngeschäft Gase hatte in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 2,3 Prozent auf 2,301 Milliarden Euro zugenommen. Währungsbereinigt lag das Plus bei acht Prozent. Das EBITDA hatte sich auf 586 (Vorjahr: 556) Millionen Euro verbessert. Wachsen konnte Linde fast in allen Regionen. Weniger umsetzen konnte Linde jedoch in der Region Amerika. Die Erlöse gingen von 680 Millionen Euro im Vorjahr auf 528 Millionen Euro zurück. Neben den ungünstigen Währungseinflüssen liege dieser Rückgang daran, dass Linde im Zuge der BOC-Übernahme in Übersee Unternehmensteile verkaufen musste.

    Im Anlagenbau war der Umsatz auf 542 (Vorjahr: 498) Millionen Euro geklettert. Das operative Ergebnis stieg von 44 Millionen auf 47 Millionen Euro. Zum Zuwachs beigetragen habe vor allem eine hohe Nachfrage in den wichtigen Produktsegmenten Erdgas-, Ethylen-, Wasserstoff- und Luftzerlegungsanlagen. Die operative Marge hatte 8,7 (Vorjahr: 8,8) Prozent erreicht./ne/he



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