24.06.2008 16:30
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ROUNDUP 2: Air Berlin plant weitere Einsparungen - Condor-Plan auf Prüfstand

        LONDON (dpa-AFX) - Die geplante Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin  steht angesichts der Belastungen durch hohe Kerosinpreise auf der Kippe. Der Reisekonzern Thomas Cook   als Condor-Mutter kündigte am Dienstag an, Alternativen zu den Fusionsplänen zu prüfen. Eine Entscheidung soll spätestens im Oktober fallen, wie Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz sagte. Details wollte er nicht nennen. Es könne darum gehen, Condor als eigene Airline zu behalten oder eine andere Lösung zu finden. Air Berlin bestätigte, die bis Februar 2009 geplante Mehrheitsübernahme von Condor werde auf den Prüfstand gestellt. Zudem seien weitere Kostensenkungen geplant.

    "Aufgrund der erheblichen Verzögerungen bei der Zulassungsprüfung und des sich verändernden konjunkturellen Umfelds prüfen wir derzeit zusammen mit Air Berlin, ob die Condor-Transaktion nach wie vor sinnvoll ist", teilte Thomas Cook mit. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold erläuterte bei der Hauptversammlung seines Unternehmens in London, diese Mitteilung sei "in Abstimmung mit uns" herausgegeben worden. Nähere Angaben machte auch er nicht.

    Air Berlin hatte sich im September 2007 mit Thomas Cook auf eine schrittweise Übernahme von Condor geeinigt. Bis Februar 2009 ist demnach die Übernahme von 75,1 Prozent vorgesehen. Die ehemalige Condor-Mutter Lufthansa hatte auf ihr Vorkaufsrecht für die restlichen Condor-Anteile verzichtet und damit den Weg frei gemacht für einen Verkauf. Vereinbart wurde zudem, dass sich im Gegenzug Thomas Cook mit bis zu 29,99 Prozent an Air Berlin beteiligt. Das Bundeskartellamt hat die Prüfung der Fusion von Condor und Air Berlin allerdings bereits mehrmals verlängert, zuletzt bis 9. Oktober.

    Air Berlin will angesichts der Branchenturbulenzen durch die stark gestiegenen Kerosinpreise weitere Einsparungen erreichen. Das im November anlaufende Effizienzprogramm mit der Ausmusterung von 14 Jets und Kapazitätskappungen von zehn Prozent sei "ein erster Schritt zur Konsolidierung", sagte Hunold. Weitere Maßnahmen sollten Schritt für Schritt folgen. Details nannte er nicht. Trotz erster Erfolge beim Preis- und Kostenmanagement bleibe der Ausblick auf den Rest des Jahres durch ein schwieriges Geschäftsumfeld getrübt. "Wir wollen die Profitabilität des Unternehmens steigern, ohne in Aktionismus zu verfallen und ohne unsere Markt-Strategie aufzugeben."

    Auf eine konkrete Ergebnisprognose für 2008 legte sich das Management weiterhin nicht fest. Ende Mai hatte der Vorstand in Aussicht gestellt, trotz der Turbulenzen der weltweiten Luftfahrt ein "positives operatives Ergebnis" erreichen zu wollen.

    Thomas Cook ("Neckermann") will trotz der hohen Ölpreise und einer schwierigeren wirtschaftlichen Entwicklung bis zum Geschäftsjahr 2009/10 einen operativen Gewinn von mehr als 480 Millionen britischen Pfund (606 Mio Euro) erreichen. Die Fusion der früheren Thomas Cook AG mit MyTravel soll Kosteneinsparungen von 155 Millionen Pfund bringen. Im Winterhalbjahr 2007/08 verringerte Thomas Cook seinen Verlust. Der Verlust aus operativer Tätigkeit sei in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf bereinigter Basis um 15 Prozent auf 177,5 Millionen Pfund gesenkt worden./stw/sam/ck

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