24.04.2008 13:27
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ROUNDUP 2: BASF startet dank eines hohen Ölpreises kraftvoll ins neue Jahr

        (Hauptversammlung, Reden)

 

    MANNHEIM (dpa-AFX) - Der weltgrößte Chemiekonzern BASF  ist dank eines hohen Ölpreises mit einem deutlichen Ergebnis- und Umsatzanstieg in das neue Geschäftsjahr gestartet. "Wir blicken mit Zuversicht ins Jahr 2008 und stehen zu unserem Wort", sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. "Wir wollen den Umsatz steigern und das Ergebnis trotz eines insgesamt schwierigeren und herausfordernden Umfeldes leicht verbessern." Damit peilt der im DAX notierte Ludwigshafener Chemiekonzern erneut Rekordmarken an. 2007 hatte BASF den Umsatz um 10,2 Prozent auf 57,951 Milliarden Euro und das bereinigte EBIT um 4,9 Prozent auf 7,614 Milliarden Euro gesteigert.

 

    BASF sei in allen Regionen der Welt besser positioniert und ertragsstark geworden, vor allem in der Wachstumsregion Asien, begründete Hambrecht unter anderem seine Zuversicht. Allerdings werde sich der Konzern angesichts der nachlassenden Dynamik in einigen Regionen der Welt ganz besonders anstrengen müssen. Vorstandsmitglied Martin Brudermüller sieht vor allem in China wegen der olympischen Sommerspiele einer dynamischen Geschäftsentwicklung entgegen. Negative Auswirkungen wegen der weltweiten Kritik an den Menschenrechten spüre BASF in seinem Geschäft kaum.

 

    BESTMARKEN

 

    Bereits das erste Quartal begann für die Ludwigshafener mit neuen Bestmarken bei Umsatz und operativen Gewinn. Das EBIT vor Sondereinflüssen stieg von Januar bis März um gut elf Prozent auf 2,354 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um knapp neun Prozent auf 15,921 Milliarden Euro. Kräftig wachsen konnte der Chemiekonzern vor allem in Europa, Südamerika und auch im Raum Asien-Pazifik. In Nordamerika sorgte hingegen der schwache US-Dollar für einen Umsatzrückgang. Unter dem Strich wies BASF 1,170 (Vorjahr: 1,035) Milliarden Euro aus. Nur im dritten Quartal 2007 verdiente die Gesellschaft mehr. Die Ludwigshafener übertrafen bei allen Kennzahlen die Prognosen der Experten.

 

    Die BASF-Aktie büßte bis zum Mittag in einem schwächeren Umfeld 0,81 Prozent auf 92,23 Euro ein. UniCredit-Analyst Andreas Heine hob die starke operative Entwicklung beim Chemieunternehmen hervor. Sie spiegele die soliden Trends in der Chemieindustrie wider. Die Bank bestätigte daher die Aktie mit "Buy" und einem Kursziel von 113 Euro. Der Ausblick sei trotz der Schwäche des US-Dollar "stabil". Dies wertete Heine als positives Zeichen.

 

    Die Bestätigung des Jahresausblicks enthält nach Ansicht eines Händlers jedoch einen Wermutstropfen. Die Prognosen der BASF basierten auf Rohölkosten von durchschnittlich 90 US-Dollar je Barrel und einem Euro-Kurs von 1,50 Dollar. "Sollten also der Ölpreis und der Euro im Jahresverlauf darüber liegen, dürfte es für das Unternehmen schwer werden, die Ziele zu erreichen", fügte er hinzu. BASF hatte bei Vorlage der Quartalszahlen die Prognosen für den durchschnittlichen Ölpreis und für den US-Dollar-Wechselkurs angehoben. Zuvor war der Konzern von einem Ölpreis in Höhe von 78 Dollar je Barrel und einem Wechselkurs von 1,45 Dollar je Euro ausgegangen.

 

    SPARTEN

 

    Umsatz- und Ergebnistreiber war dank des hohen Ölpreises die Öl- und Gassparte. Die Erlöse kletterten um 26 Prozent auf 3,74 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 16 Prozent auf 984 Millionen Euro. Während bei den Chemikalien der Umsatz kräftig um knapp zwölf Prozent auf 2,56 Milliarden Euro zulegte, ging der operative Gewinn aufgrund schwächerer Margen bei den Crackerprodukten um gut sieben Prozent zurück. Im Bereich Kunststoffe stieg der Umsatz um drei Prozent, das EBIT vor Sonderposten wuchs um 14 Prozent auf 359 Millionen Euro. BASF führte den starken Gewinnanstieg auf die gute Nachfrage nach Polyurethane zurück.

 

    Der Umsatz bei Veredelungsprodukten lag annähernd auf Vorjahresniveau. Dank höherer Preise bei Vitaminen nahm der operative Gewinn um fast zehn Prozent auf 223 Millionen Euro zu. In dem zum ersten Mal separat ausgewiesenen Geschäftsbereich Functional Solutions - Katalysatoren, Bauchemie und Lacke - setzte BASF mit 2,39 Milliarden Euro fünf Prozent mehr um. Allerdings sank das bereinigte operative Ergebnis um sieben Prozent auf 140 Millionen Euro. Die gute Entwicklung bei den Katalysatoren habe die Rückgänge in der Bauchemie und bei Lacken nicht vollständig ausgleichen können, hieß es. Der Umsatz im Pflanzenschutzbereich wuchs um 5,5 Prozent auf 946 Millionen Euro. Das Ergebnis stieg um zwölf Prozent auf 259 Millionen Euro.

 

    STYROLGESCHÄFT

 

    Weiterhin steht das Ludwigshafener Unternehmen in Verhandlung mit Interessenten wegen des Verkaufs seines Styrol-Geschäfts, wie Finanzchef Kurt Bock während einer Telefonkonferenz mit Analysten sagte. Zudem bestätigte er auch den geplanten Zeitpunkt der Veräußerung. Details wollte Bock jedoch nicht nennen. Die Ludwigshafener wollen den Großteil ihres Styrolgeschäfts - rund ein Viertel der gesamten Kunststoffsparte - im ersten Halbjahr 2008 verkaufen. Ursprünglich wollte sich BASF bis Ende 2007 vom Geschäft trennen. Auch nach Zukaufsmöglichkeiten schaut sich BASF im Markt um. "Wir beobachten den Markt sehr genau", sagte Hambrecht. Und dies gelte für alle Segmente./ne/tw

 

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