23.04.2008 18:34
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ROUNDUP 2: Boeing nach Gewinnsprung optimistisch - Mehr Auslieferungen geplant

        (neu: Sparten, Aktienkurs, Schadenersatz)

 

    CHICAGO (dpa-AFX) - Der US-Flugzeugbauer und Rüstungskonzern Boeing ist mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet und erwartet trotz der Rückschläge beim Prestigeprojekt 787 "Dreamliner" auch für das Gesamtjahr kräftig steigende Ergebnisse. Der Wettbewerber des europäischen EADS-Konzerns   steigerte seinen Überschuss im ersten Quartal unerwartet stark um fast 40 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte leicht um 4 Prozent auf 16,0 Milliarden Dollar zu. Der Auftragsbestand erreichte einen neuen Rekord. "Wir sind auf gutem Weg zu einem weiteren starken Jahr", sagte Konzernchef Jim McNerney am Mittwoch in Chicago.

 

SCHADENERSATZ-FORDERUNGEN

 

    Trotz der Schadenersatz-Forderungen seiner Kunden rechnet Boeing beim Dreamliner nicht mit Verlusten. Durch die hohe Rentabilität des Projekts würden die Forderungen aufgefangen, sagte Finanzvorstand McNerney in einer Telefonkonferenz am Mittwoch. Zu der möglichen Höhe dieser Forderungen wollte er sich nicht äußern.

 

    Boeing kämpft bei dem neuen Langstreckenjet mit massiven Verzögerungen. Von Kunden drohen Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe. Gerade erst verschob der Konzern die Erstauslieferung zum dritten Mal auf nun das dritte Quartal 2009. Der Dreamliner ist aber mit über 900 Bestellungen das bisher erfolgreichste Flugzeug des Konzerns. Boeing verlor zudem kürzlich einen milliardenschweren Großauftrag für Tankflugzeuge der US-Luftwaffe an die EADS-Tochter Airbus. Der Hersteller lässt die Entscheidung vom US-Rechnungshof prüfen.

 

VORSTAND HÄLT AN ZIELEN FEST

 

    Für das laufende Jahr bekräftigte Boeing die Erwartung eines Gewinns je Aktie zwischen 5,70 und 5,85 Dollar je Aktie. Der Umsatz soll zwischen 67 und 68 Milliarden Dollar liegen. Im nächsten Jahr will der Konzern mit 6,80 bis 7,00 Dollar je Aktie nochmals rund 20 Prozent mehr verdienen. Der Umsatz soll auf 72 bis 73 Milliarden Dollar steigen.

 

    Mit dem Gewinn im ersten Quartal übertraf Boeing die Schätzungen der Analysten, der Umsatz fiel aber niedriger aus als erwartet. Die Aktie kletterte im Tagesverlauf um 5,1 Prozent auf 82,60 Dollar und war damit Spitzenreiter im Dow-Jones-Index.

 

BEIDE SPARTEN MIT MEHR GEWINN

 

    Die Verkehrsflugzeug-Sparte verdiente bei acht Prozent höherem Umsatz im ersten Quartal fast 40 Prozent mehr. Im laufenden Jahr will Boeing zwischen 475 und 480 Flugzeuge ausliefern. Nächstes Jahr sollen es bis zu 505 Maschinen sein, und für das Jahr 2010 ist eine weitere Steigerung geplant. Die ersten 25 Dreamliner sollen im kommenden Jahr an die Kunden ausgeliefert werden. Unzufriedene Besteller haben keine große Wahl: Das Airbus-Pendant zum Dreamliner, der neue Langstreckenflieger A350XWB, kommt nach ebenfalls mehreren Überarbeitungen erst 2013 auf den Markt.

 

    Die Rüstungs-Sparte von Boeing konnte trotz knapp zwei Prozent niedriger Einnahmen den operativen Gewinn um fast zehn Prozent steigern. Boeing ist nach Lockheed Martin   der zweitgrößte US-Rüstungskonzern. Der gesamte Auftragsbestand des Herstellers stieg gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel auf 346 Milliarden Dollar./stw/fd/DP/he

 

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