19.02.2008 12:24
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ROUNDUP 2: DEUTZ will nach 'hervorragenden Geschäftsjahr' weiter wachsen

        (neu: mehr Details, neuer Kurs)

 

    KÖLN (dpa-AFX) - Der Motorenbauer DEUTZ  will nach einem erklärtermaßen "hervorragenden Geschäftsjahr" weiter wachsen. Die Aktionäre sollen am Erfolg des vergangenen Jahres mit der ersten Dividende seit mehr als 20 Jahren beteiligt werden. "Auf Basis der guten Entwicklung beim Auftragseingang, des anhaltenden Wachstums in den Kernmärkten von DEUTZ sowie der starken Marktposition bekräftigt der Vorstand den positiven Ausblick für 2008", teilten die Kölner am Dienstag mit. Das Unternehmen erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 10 und 15 Prozent sowie eine weitere Verbesserung der Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). "Die Weichen für weiteres Wachstum und ein gutes Jahr 2008 sind gestellt", sagte der neue Konzernchef Helmut Leube.

 

    Die Reaktion der Börse war positiv. Die Aktie stieg am Vormittag um 5,26 Prozent auf 6,81 Euro. Der Motorenbauer habe einen "starken Ausblick" gegeben, sagte ein Analyst. Die Experten von Sal. Oppenheim zeigten sich insbesondere mit dem neuen Chef zufrieden, hätten einige Investoren doch eine sehr konservative Zielsetzung befürchtet. Auch die Bekräftigung der Dividendenabsicht kam gut an, zumal die Ausschüttung aufgrund eines Spartenverkaufs höher ausfällt als erwartet. "Wir hatten bislang 10 bis 15 Cent angepeilt. Aber es wird voraussichtlich mehr", sagte eine Sprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. DEUTZ hatte bereits Ende 2006 angekündigt, für 2007 erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder eine Dividende zahlen zu wollen.

 

KRÄFTIGES WACHSTUM

 

    "Die positive Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres 2007 setzte sich erwartungsgemäß auch im vierten Quartal fort", ließ DEUTZ wissen. So steigerte der Motorenbauer den Umsatz im fortgeführten Geschäft um 29 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereffekten stieg um 43 Prozent auf 95 Millionen Euro, die Marge damit von 5,6 auf 6,3 Prozent.

 

    DEUTZ hat seine Sparte "Power Systems" mit Aggregaten für die Stromerzeugung verkauft und konzentriert sich auf Kompaktmotoren. Vor dem Verkauf wollte das Unternehmen noch ein EBIT von deutlich über 100 Millionen Euro erwirtschaften; danach hatten die Kölner die Prognose auf einen "hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" gekürzt. Beim Umsatz hatte das Unternehmen ein Plus von 25 bis 30 Prozent angepeilt.

 

LKW BOOMEN

 

    Rückenwind hat der Konzern von der guten LKW-Konjunktur bekommen. Die Hersteller hatten im laufenden Jahr einen Rekord nach dem anderen eingefahren und erwarten auch im laufenden Jahr einen anhaltenden Boom. MAN-Chef Hakan Samuelsson sprach jüngst von einem "sehr starken Marktumfeld". Auch für 2008 sei kein Abwärtstrend erkennbar. Vor allem in Osteuropa erwartet Samuelsson eine weiterhin starke Nachfrage. Bei DEUTZ kam hinzu, dass eine neue Fabrik ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht hat.

 

    Mit 286.000 Motoren lieferte DEUTZ im vergangenen Jahr gut ein Fünftel mehr Aggregate aus. Besonders die neuen Nutzfahrzeugmotoren seien gut angekommen, ließ DEUTZ wissen. Der Auftragseingang im fortgeführten Geschäft kletterte um 22 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. "Wir werden unseren Kurs der Internationalisierung konsequent fortsetzen und insbesondere neue Wachstumspotenziale in Asien erschließen", gab Vorstandschef Leuber die Marschrichtung vor. In China betreiben die Kölner ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Fahrzeugproduzenten FAW, der auch größter Abnehmer ist. Von der Subprime-Krise erwartet Leuber "keine wesentlichen Auswirkungen" auf die Geschäftsentwicklung.

 

    DEUTZ ist einer der großen unabhängigen Motorenlieferanten für Nutzfahrzeuge und beliefert unter anderem den Lkw-Hersteller Volvo  , den Traktorenproduzenten Same Deutz-Fahr und den Baumaschinen-Spezialisten Atlas Copco. Mit einer Konzentration auf die kompakten Dieselmotoren hatte Leubes Vorgänger Gordon Riske seit 2000 das Unternehmen erfolgreich saniert. Nachdem Riske zum Gabelstapler-Hersteller KION gewechselt war, steht seit 1. Februar nun der ehemalige Chef des Autozulieferers Webasto an der Spitze von DEUTZ. Am 27. März veröffentlicht DEUTZ die endgültige Bilanz./das/fj/wiz

 

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