28.03.2008 14:42
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ROUNDUP 2: E.ON übernimmt Endesa-Aktivitäten - Erwartung gedämpft

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Ein Jahr nach der gescheiterten Komplettübernahme von Endesa hat der Energiekonzern E.ON milliardenschwere Beteiligungen des spanischen Versorgers erworben. Vorstand und Aufsichtsrat von E.ON stimmten der Transaktion am Freitag zu. Der Übernahmepreis liegt mit insgesamt 11,8 Milliarden Euro allerdings über den zuvor angekündigten 10 Milliarden Euro, wie der Konzern in Düsseldorf mitteilte. Neben dem Kaufpreis von 8,9 Milliarden Euro übernimmt Deutschlands größter Stromkonzern Schulden in Höhe von 2,9 Milliarden Euro.

Die Aktien von E.ON brachen nach einer positiven Eröffnung ein und notierten zuletzt mit einem Abschlag von 3,2 Prozent am DAX-Ende. Grund ist die gedämpfte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Da die Übernahme der Endesa-Aktivitäten erst im dritten Quartal erfolgen wird, rechnet Finanzvorstand Marcus Schenck, dass der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) eher am unteren Ende der Prognose liegen wird. E.ON hatte zuvor einen Zuwachs von fünf bis zehn Prozent in Aussicht gestellt, zugleich aber betont, dass die Prognose vom Zeitpunkt der Akquisition abhängt.

E.ON hatte sich nach dem verlorenen Übernahmekampf um Endesa mit seinen Konkurrenten Enel und Acciona auf den Erwerb der Anteile verständigt. In Spanien wird der Energiekonzern die Nummer Vier auf dem Erzeugungsmarkt sein. Neben Viesgo, einer früheren Stromtochter der italienischen Enel, übernimmt E.ON weitere Erzeugungskapazitäten von Endesa. Durch die Übernahme von Beteiligungen in Italien mit Kapazitäten von 7,2 Gigawatt steigt E.ON zum viertgrößten Stromerzeuger auf. Außerdem setzen die Düsseldorfer mit der Übernahme von Endesa France erstmals einen Fuß auf den französischen Energiemarkt.

BERNOTAT VERTEIDIGT PREIS

"Damit haben wir die beste Position unter allen europäischen Energiekonzernen", sagte Vorstandschef Wulf Bernotat. Er verteidigte den Übernahmepreis: "Der jetzt erzielte Kaufpreis wurde von mehreren Banken ermittelt und spiegelt den fairen Marktwert der Anteile wider." Enel will mit dem Verkaufserlös sein Schulden senken.

E.ON will seine Abhängigkeit vom deutschen Energiemarkt verringern und hat dazu einen Verkauf von Kraftwerkkapazitäten und Überlandleitungen angeboten. Im Gegenzug baut der Konzern seine Stellung in Europa aus. Vor wenigen Monaten erwarb die Gesellschaft einen russischen Stromerzeuger, der nun mit Milliarden-Investitionen aufgepäppelt werden soll. Chancen kann E.ON sich auch beim Bieterrennen um die belgische Suez-Tochter Distrigas ausrechnen, bei dem der Konzern zu den bevorzugten Bietern gehört./mur/ls/tw

Aktien in diesem Artikel

Acciona 132,9 -5,7%
EON Aktiengesellschaft EO
Enel 6,0 -3,1%
Endesa 32,8 +5,7%
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