09.05.2008 12:36
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ROUNDUP 2: Freenet mit Gewinneinbruch - DSL-Geschäft unter Druck

        (Neu: Vorstandschef)

    BÜDELSDORF (dpa-AFX) - Der vor der Neuausrichtung stehende Telekomanbieter Freenet  hat im Auftaktquartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Überschuss sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 49,9 Millionen auf 12,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Büdelsdorf mitteilte. Vorstandschef Eckhard Spoerr bezeichnet 2008 als Jahr des "Umbruchs". Mit der Übernahme von Debitel will Freenet das Mobilfunkgeschäft stärken; zugleich soll das Festnetzgeschäft verkauft werden. "In vier bis acht Wochen haben wir die Vorbereitungen dazu abgeschlossen."

    Als mögliche Bieter für das DSL-Geschäft gelten Versatel , Telefonica   sowie der Konkurrent United Internet , der an Freenet beteiligt ist. Den Verkauf der Sparte, die im ersten Quartal einen Kundenrückgang verzeichnete, will Spoerr 2008 unter Dach und Fach bringen. "Wir stehen nicht unter Zeitdruck, wollen das Vorhaben aber in diesem Jahr abschließen."

    Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg im ersten Quartal um 5,3 Prozent auf 69 Millionen Euro, während der Umsatz von 452,4 Millionen auf 442,3 Millionen Euro sank. Spoerr begründete den Zuwachs beim EBITDA mit niedrigen Kundengewinnungskosten sowie der Auflösung von Rückstellungen für Aktienoptionen. Belastend wirkte sich das Festnetzgeschäft aus, das im Auftaktquartal defizitär war. Die Nutzerbasis sank im ersten Quartal um 90.000 auf 1,19 Millionen; Analysten hatten hingegen einen Zuwachs erwartet. Im Mobilfunk gewann Freenet (früher mobilcom) 120.000 Kunden hinzu.

    Der Freenet-Chef verwies zudem darauf, dass sich das Zerschlagungsszenario negativ auf die DSL-Kundenentwicklung ausgewirkt habe. Die Strategie von United Internet-Chef Ralph Dommermuth sei es, Unsicherheit zu erzeugen und Freenet damit zu schaden, sagte Spoerr. Dazu zählte auch der Versuch, die Übernahme von Debitel juristisch zu behindern. United Internet will eine Einstweilige Verfügung gegen die Ausgabe neuer Freenet-Aktien erwirken, die Permira für den Verkauf ihrer Tochter Debitel erhalten soll.

    Der Finanzinvestor soll eine Beteiligung von 25 Prozent an Freenet erhalten und wird damit größter Einzelaktionär vor United Internet und Drillisch werden, die bis vergangenen Woche eine Übernahme des Norddeutschen betrieben hatten.

    Wegen der großen Veränderungen im Konzern gebe es keine Prognose für dieses Jahr, sagte Spoerr. Für das kommende Jahr peilt Freenet ohne das DSL-Geschäft ein EBITDA von mindestens 450 Millionen Euro an. "Daran halten wir fest."

    Mit der Quartalsbilanz verfehlte die Schätzung der Experten zum Teil deutlich. Mehrere Händler äußerten sich enttäuscht über die Zahlen zum ersten Quartal. "Nur das EBITDA sieht auf den ersten Blick gut aus, da das Unternehmen dramatisch Kosten gesenkt hat", sagte ein Börsianer. An der Börse legte die Aktie nach schwachem Start am Mittag um 1,3 Prozent auf 10,31 Euro zu. Nach den überwiegend schwachen Zahlen sei nun der Druck auf das Management gestiegen, die DSL-Sparte so schnell wie möglich abzustoßen, hieß es von mehreren Seiten als Begründung für das Kursplus./mur/tw

Aktien in diesem Artikel

United Internet 14,0 +0,1%
freenet 10,2 +1,3%
Versatel 17,0 +1,1%

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