07.07.2008 14:09
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ROUNDUP 2: Fresenius stärkt sein Infusionsgeschäft mit US-Milliardenübernahme

        (Neu: Details zur Finanzierung, Aktienkurs)

    BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Medizinkonzern Fresenius  ist weiter auf Akquisitionstour und stärkt sein Infusionsgeschäft mit einer Milliarden Übernahme. Der Barkaufpreis für das US-Unternehmen APP Pharmaceuticals   betrage rund 3,7 Milliarden US-Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro), teilte die im MDAX  notierte Fresenius SE am Montag in Bad Homburg mit. Die Finanzierung strebt das Unternehmen unter anderem eine Kapitalerhöhung an. Das an der US-Börse NASDAQ notierte Unternehmen APP ist nach Angaben von Fresenius einer der führenden nordamerikanischen Hersteller von intravenös verabreichten Arzneimitteln.

    Mit der Übernahme steigt der Geschäftsbereich Fresenius Kabi in den US-Pharmamarkt ein und übernimmt eine führende Rolle im weltweiten Geschäft mit intravenös verabreichten patentfreien Medikamenten. "Wir werden weltweit in der Spitzengruppe der Top drei oder fünf in dieser Branche sein", sagte Vorstandschef Ulf Schneider. Der Zeitpunkt der Übernahme sei auch wegen der derzeitigen Dollarschwäche günstig gewesen. Der Umsatz mit intravenös verabreichten Generika mache derzeit etwa 400 Millionen Euro aus, APP komme mit Erlösen von 650 Millionen Dollar hinzu.

    AKTIE BRICHT EIN

    Fresenius-Papiere verbilligten sich am Nachmittag in einem festeren Handelsumfeld um 9,48 Prozent auf 49,35 Euro. Marktteilnehmer sprachen zum Teil von einer teuren Übernahme, bezeichneten sie jedoch als strategisch sinnvoll. Die Transaktion soll Ende 2008 oder Anfang 2009 abgeschlossen sein. Fresenius erwartet, dass sie sich 2009 neutral und von 2010 an deutlich positiv auf das Ergebnis pro Aktie auswirken wird.

    Zur Finanzierung soll es eine Kapitalerhöhung geben, zur Höhe wollte Finanzvorstand Stephan Sturm noch nichts sagen. Details gebe es in den kommenden Tagen. Geplant sei eine Mischung aus Eigen- und Fremdfinanzierung, mit einem Schwerpunkt auf Fremdkapitalinstrumente. Dabei sollen laut Sturm aber die Auswirkungen auf die Ratings minimiert und einer höhere Verschuldung bis 2010 wieder auf das aktuelle Niveau reduziert werden. Gleichzeitig sei aber mit Blick auf die Aktionäre klar, dass der Gewinn nicht beliebig verwässert werden dürfte.

    23 DOLLAR/AKTIE PLUS ERFOLGSBETEILIGUNG

    Die APP-Aktionäre sollen 23,00 Dollar je Aktie in bar sowie eine verbriefte und handelbare Erfolgsbeteiligung erhalten. Übertrifft die Gesamtsumme des von APP bis 2010 erzielten bereinigten EBITDA die Marke von 1,2677 Milliarden Dollar, so erhalten die Aktionäre im Jahr 2011 bis zu 6,00 US-Dollar je Aktie. APP-Gründer und Mehrheitsaktionär Patrick Soon-Shiong bietet seinen Anteil an den Stimmrechten von mehr als 80 Prozent Fresenius an.

    APP beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 647 Millionen Dollar und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 253 Millionen Dollar. Im zuletzt publizierten Ausblick für das Jahr 2008 erwartet APP einen Erlös zwischen 730 und 750 Millionen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 285 bis 300 Millionen Dollar.

    ZWEITE ÜBERNAHME INNERHALB WENIGER MONATE

    Fresenius vertreibt bereits seit 1982 über seiner Tochter Kabi Produkte wie Infusionslösungen und künstliche Ernährung. Ende April hatte Fresenius seine nach Fresenius Medical Care zweitgrößte Sparte Kabi durch die Mehrheitsübernahme der indischen Dabur Pharma verstärkt. Kabi, zum dem auch das Geschäft mit künstlicher Ernährung gehört, knackte 2007 erstmals die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro und erzielte im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 545 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich in den ersten drei Monaten auf 87 Millionen Euro (VJ: 77)./sc/ep/tw

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