27.03.2008 13:39
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ROUNDUP 2: Hypo Real Estate (HRE) dämpft Ausblick - Aktie legt kräftig zu

        (neu: Äußerungen von Pressekonferenz)          MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat seinen Ausblick für das laufende Jahr gedämpft. Ein Verfehlen der erst im Januar aufgestellten Jahresziele sei wegen der anhaltenden Finanzkrise nicht auszuschließen, sagte Vorstandschef Georg Funke am Donnerstag bei der Bilanz-Vorlage in München. Auch weitere Abschreibungen wegen der Finanzkrise seien möglich. Mittelfristig sei das Unternehmen aber gut aufgestellt. Die Aktie der Bank legte nach einem schwachen Start bis zum Mittag um 15,12 Prozent auf 17,13 Euro zu. Analysten lobten vor allem den mittelfristigen Ausblick.

 

    "Auch wenn das aktuelle Marktumfeld keinen Anlass zur Freude gibt, so sehen wir die Perspektiven unseres Konzerns weiterhin mit Optimismus", sagte Funke. Mittelfristig seien die Aussichten der nach der DEPFA-Übernahme im Oktober gestärkten Gruppe aber unverändert gut. "Aufgrund der negativen Marktentwicklung im bisherigen Jahresverlauf können wir derzeit nicht ausschließen, dass die Planung für 2008 nicht ganz erreicht werden kann", schränkte Funke für das laufende Jahr ein. "Die Märkte sind unberechenbar geworden." Bisher peilt die Bank 2008 einen Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro an, hatte dieses Ziel aber bereits im Januar unter Vorbehalt gestellt. "Diesen Vorbehalt müssen wir heute umso stärker betonen."

 

FUNKE WIRBT UM VERTRAUEN

 

    Nach dem Kursrutsch der Hypo Real Estate im Januar warb Funke nun für Vertrauen. "Ich gestehe, das wir von der Heftigkeit der Marktreaktionen überrascht waren und bis heute überrascht sind", sagte Funke. "Wir halten den Kursrückgang der vergangenen Monate für fundamental nicht angemessen, und ich bedauere, dass unsere Aktionäre Wertverluste erleiden mussten." Er wolle nun alles tun, "um Vertrauen in uns weiter zu rechtfertigen". Kritik an der Kommunikationspolitik der Bank wies Funke zurück. "Wir sind unverändert der Überzeugung, den Markt zu jedem Zeitpunkt im Einklang mit den Kapitalmarktregeln und nach bestem Wissen informiert zu haben. Aber hinterher ist man immer klüger."

 

    Nach den im Januar angekündigten Abschreibungen seien aber auch weitere Belastungen aus der Finanzkrise möglich. Die Marktsituation habe sich seit Jahreswechsel weiter verschlechtert, zusätzliche Abschreibungen könnten für den weiteren Jahresverlauf daher nicht ausgeschlossen werden, sagte Funke. Für 2007 hatte sie bereits 390 Millionen Euro auf US-Wertpapiere abgeschrieben. Das US-CDO-Portfolio sei damit zu 40 Prozent abgeschrieben. Daneben wurden auch auf entsprechende europäische Papiere 76 Millionen Euro abgeschrieben. Der größte Teil sei aber durch zuvor gebildete Rückstellungen ausgeglichen worden, so dass sich der Gewinn nur um 6 Millionen Euro minderte.

 

KEINE ERGEBNISBELASTUNGEN AUS KREDITRISIKEN ERWARTET

 

    Der Konzern erwarte derzeit zwar keine Ergebnisbelastungen aus Kreditrisiken. Allerdings müssten Marktpreisschwankungen der Wertpapiere in der Neubewertungsrücklage bilanziert werden. Das US-CDO-Portfolio der Bank habe nach den jüngsten Abschreibungen noch einen Buchwert von knapp einer Milliarde Euro. Einschließlich ähnlicher Papiere in Euro seien es 1,8 Milliarden Euro. Daneben hält die Bank andere Papiere mit Immobilienbezug im Wert von 3,2 Milliarden Euro.

 

    Eine Kapitalerhöhung schloss Funke aber weiter aus. "Die Hypo Real Estate Group ist derzeit ausreichend kapitalisiert. Eine Kapitalerhöhung ist - zumindest aus heutiger Sicht - nicht notwendig." Auf der Hauptversammlung solle zwar erneut die Möglichkeit für eine Kapitalerhöhung geschaffen werden. Dabei handle es aber "um reine Vorratsbeschlüsse". Zur Stärkung der Kapitalbasis soll die Dividende aber wie im Januar angekündigt um zwei Drittel auf 0,50 Euro gekürzt werden.

 

'FINANZIERUNGSMÄRKTE SCHWIERIGER GEWORDEN'

 

    Auch die eigene Finanzierung sieht die Bank trotz der Krise an den Kreditmärkten weiter gesichert. "Die Finanzierungsmärkte sind in den vergangenen Wochen zweifellos schwieriger geworden, aber für die Hypo Real Estate Group beherrschbar", sagte Funke. Die Hypo Real Estate sei aber voll handlungsfähig. Bei der Staatsfinanzierung bestehe derzeit ein Polster von 38 Milliarden Euro, bei der Immobilienfinanzierung betrage die Liquiditätsreserve 7 Milliarden Euro.

 

    Das neue Geschäftsjahr ist für die Hypo Real Estate schleppend angelaufen. Bei der Immobilienfinanzierung habe im Januar und Februar nur ein verhaltenes Neugeschäft gegeben. Beim Staatsfinanzierungsgeschäft der neuen Tochter DEPFA sei es aber erfreulich verlaufen. Der bereits Ende 2007 eingesetzte Trend zu höheren Margen im Neugeschäft habe sich bisher fortgesetzt.

 

ZAHLEN

 

    Für 2007 konkretisierte die Bank ihre im Januar veröffentlichten Eckwerte. Der Vorsteuergewinn hätte einschließlich DEPFA bei 862 Millionen Euro gelegen nach 1,06 Milliarden Euro 2006. Im Januar war noch von 890 Millionen Euro die Rede. Grund für die Änderung sei aber lediglich eine Anpassung wegen der Pro-Forma-Konsolidierung der DEPFA, sagte Finanzvorstand Markus Fell. Ansonsten entsprächen die Zahlen denen, die im Januar vorgelegt worden seien. Der Zinsüberschuss legte gegenüber 2006 um 21 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro zu, der Provisionsüberschuss stieg um 31 Prozent auf 234 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 457 Millionen Euro, nach 542 Millionen Euro ein Jahr zuvor./fj/tw

 

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