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ROUNDUP 2: Klöckner & Co (KlöCo) 2008 auf Rekordkurs - Hauptversammlung
DUISBURG (dpa-AFX) - Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) sieht sich im laufenden Jahr angesichts des starken Marktumfelds und der hohen Preise in der Stahlbranche auf Rekordkurs. "Wir werden in 2008 eine deutliche Ergebnissteigerung erzielen und erwarten das beste Ergebnis in unserer Unternehmensgeschichte", sagte Vorstandschef Thomas Ludwig am Freitag auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Beim Umsatz rechnet KlöCo mit einem Wachstum von mindestens zehn Prozent, der operative Gewinn (EBITDA) soll über der aktuellen Markterwartung von rund 470 Millionen Euro liegen. Damit einher gehe eine deutliche Erhöhung des Jahresüberschusses.
2007 hatte KlöCo 6,3 Milliarden Euro umgesetzt, der operative Gewinn lag bei 371 Millionen und der Überschuss bei 156 Millionen Euro. Bislang hatte sich KlöCo weniger konkret zum laufenden Jahr geäußert und lediglich einen höheren Überschuss in Aussicht gestellt. Die Ziele kamen am Markt gut an: Die Aktie kletterte zwischenzeitlich an die Spitze des MDAX und notierte zuletzt 3,87 Prozent im Plus bei 39,72 Euro.
"Die Konsenserwartungen dürften nach dieser Ankündigung angehoben werden", schrieb Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel. Nach Ansicht von DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp passt die Prognoseanhebung in das aktuell günstige Umfeld für Metalldistributoren. HSBC-Analyst Pierre Bosset sieht KlöCo derzeit als einen der Hauptakteure auf dem Stahlmarkt. Das Unternehmen profitiere direkt und vollständig von den steigenden Stahlpreisen. Im Gegensatz zu Stahlproduzenten sei Klöckner nicht dem Risiko steigender Rohstoffkosten ausgesetzt.
WEITERE ZUKÄUFE
Vorstandschef Ludwig begründete die Prognose mit der guten Marktentwicklung und den massiven Preissteigerungen und setzt weiter vor allem auf Zukäufe und Einsparungen. "Wir werden auch im laufenden Jahr unsere Akquisitionsstrategie konsequent weiter verfolgen", betonte er. "Es ist unser Ziel, den gleichen Umsatz zuzukaufen wie 2007, also rund 570 Millionen Euro." Der Markt sei weiterhin stark fragmentiert, es gebe einen erheblichen Konsolidierungsbedarf in der Branche. Bei der Akquisitionsstrategie gehe Osteuropa im Fokus, zudem werde der Eintritt in neue Märkte wie Russland oder Türkei geprüft.
Zu Beginn des Jahres hatte KlöCo bereits den britischen Rohrhändler Multitubes und das US-Unternehmen Temtco Steel übernommen und sieht sich damit auf gutem Weg zu dem genannten Akquisitionsziel: "Durch den Erwerb von Temtco haben wir bereits heute 40 Prozent des zuzukaufenden Zielumsatzes für 2008 erreicht", sagte der Vorstandschef. Das Wertsteigerungsprogramm STAR soll im laufenden Jahr operativ rund 30 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Im vergangenen Jahr resultierte aus dem Spar- und Effizienzprogramm ein zusätzlicher EBITDA-Beitrag von 43 Millionen Euro.
ZUVERSICHT FÜR DIE STAHLBRANCHE - DIVIDENDE UND EUROPÄISCHE GESELLSCHAFT Für die weitere Entwicklung der Stahlbranche zeigte sich Ludwig zuversichtlich. "Die Rahmenbedingungen für den Stahlmarkt 2008 sehen wir weiterhin positiv", betonte er. Die mögliche Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, vor allem in den USA, werde das Geschäft "nur eingeschränkt berühren". "Der Stahlmarkt entwickelt sich gegenläufig. Wir gehen für unsere Kernmärkte Europa und USA von einer überwiegend guten Nachfrage nach Stahlprodukten aus." Die von den Stahlkochern bereits angekündigten weiteren Stahlpreiserhöhungen würden sich bei KlöCo in den Ergebnissen ab dem zweiten Quartal 2008 niederschlagen.
Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionäre für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 80 Cent je Aktie absegnen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 30 Prozent des Konzernergebnisses ohne Sondereffekte. "Klöckner & Co wird auch in Zukunft an dieser Dividendenpolitik festhalten", betonte Ludwig. Der KlöCo-Chef warb zudem für die geplante und von der Hauptversammlung zu beschließenden Umwandlung der Gesellschaftsform in eine Europäische Gesellschaft (SE). "Mit der Umwandlung in eine SE kann ein weiterer Schritt der Entwicklung unseres Unternehmens zu einer europäischen Organisation vollzogen werden." Es handele sich um einen reinen Formwechsel, bei dem die rechtliche und wirtschaftliche Identität gewahrt bleiben./sb/fn
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