29.04.2008 12:48
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ROUNDUP 2: Krones wächst mit Weltbevölkerung - Keine Angst vor Abschwung

        (Neu: Prognose Q2, Hintergründe, Übernahmepläne, Ziel 2015)

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones wächst mit der Weltbevölkerung. Angst vor dem Abschwung infolge der Subprime-Krise hat das Unternehmen keine. "Wir sind überrascht, dass wir Subprime noch nicht spüren", sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus am Dienstag bei der Vorlage der endgültigen Jahresbilanz 2007 und der Zahlen fürs erste Quartal 2008 in München. "Wir sind ganz ausgezeichnet in das neue Geschäftsjahr gestartet." Einen Preiskampf "bis aufs Messer" wie früher gebe es heute nicht mehr. Die Aktie lag dennoch mit 2,56 Prozent im Minus bei 52,60 Euro; Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

    Krones liefert Abfüllmaschinen für die Nahrungsmittelindustrie, für Pharma und Kosmetik. "Derzeit leben etwa 6,7 Milliarden Menschen auf der Erde und jährlich werden es rund 80 Millionen mehr. Alle diese Menschen wollen - unabhängig von Konjunkturzyklen - essen und trinken", beschrieb Vorstandschef Volker Kronseder das Erfolgsrezept des Unternehmens. In den Schwellenländern stiegen die Lebensstandards, in den Industrienationen gebe es neue Ernährungs-Trends, konkretisierte er.

    NORDAMERIKA SCHWÄCHELT

    Alleine von Januar bis März war der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 595,2 Millionen Euro gestiegen. Das Vorsteuerergebnis (EBT) verbesserte sich um 26 Prozent auf 45,6 Millionen Euro, der Überschuss um 34 Prozent auf 30,7 Millionen Euro. Dazu trugen alle Regionen der Welt bei - bis auf Nordamerika, wo der Umsatz nach Angaben des Vorstands stagnierte. "Asien, Schwerpunktmäßig China und Vietnam, brummt", sagte Kronseder. Analysten sprachen von "exzellenten Ergebnissen".

    An seiner Jahresprognose hielt der Vorstand fest. Er will den Jahresumsatz von zuletzt knapp 2,2 Milliarden Euro um bis zu 10 Prozent steigern. Das EBT soll überproportional zulegen. "Unsere Prognosen sind immer konservativ und vorsichtig und werden von uns letztlich zumeist übertroffen", deutete Finanzchef Thaus jedoch eine anstehende Erhöhung an. Mitte März hatte er im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX gesagt, dass aber erst mal das Halbjahresergebnis abgewartet werden solle. Hier ist das Unternehmen seiner Ansicht nach aber auf Kurs: "Für das zweite Quartal rechnen wir mit ähnlich guten Ergebnissen wie im ersten Quartal." Wenn es konjunkturelle Probleme geben sollte, dann frühestens 2009, ergänzte er.

    DIVIDENDE STEIGT

    Nach den endgültigen Zahlen hat Krones im vergangenen Jahr mit 101,8 Millionen Euro erstmals einen dreistelligen Millionenbetrag verdient. Die Aktionäre sollen daran mit einer von 0,53 auf 0,70 Euro erhöhten Dividende beteiligt werden. An seiner Dividendenpolitik will das Unternehmen auch weiter festhalten..

    Die Mitarbeiter profitierten ebenfalls vom guten Lauf. Zur Jahreswende arbeiteten weltweit knapp 9.600 Menschen für Krones, 400 mehr als noch vor einem Jahr. "Einen Großteil der neuen Arbeitsplätze haben wir an unseren deutschen Standorten geschaffen", sagte Kronseder. Hier wuchs die Beschäftigtenzahl von rund 7.600 auf 7.900. Dabei macht Krones nur noch 16 Prozent seines Umsatzes in der Heimat.

    KEINE ÜBERNAHMEN GEPLANT

    Angst, als erfolgreiches Unternehmen übernommen zu werden, hat Finanzchef Thaus keine, denn mehr als die Hälfte der Anteile liegt beim Vorstandsvorsitzenden und seinen Brüdern. "Natürlich haben wir das Glück, durch die Familie einen Schutzschild zu besitzen." Im familiären Umfeld sieht der Finanzchef auch den Grund für den Erfolg: "Wir hatten die nötige Ruhe, uns zu entwickeln."

    Umgekehrt ist auch die Kaufbereitschaft von Krones verhalten. "Wir haben im Moment kein ernsthaftes Ziel", sagte Thaus. Eine geplante große Übernahme sei kurz vor Weihnachten an den überzogenen Vorstellungen des Verkäufers gescheitert. "Von September bis Dezember hatte sich der Preis plötzlich verdoppelt." Thaus hatte in einem Interview im vergangenen Jahr die Übernahme eines Unternehmen mit Umsätzen zwischen 100 bis 300 Millionen Euro angekündigt.

    Bis 2015 will der Vorstand den Umsatz auf 4,6 Milliarden Euro hochschrauben - bei anhaltend hoher Profitabilität. Die EBT-Marge soll bei mindestens 7 Prozent liegen. Neue Impulse erhofft sich Krones von der Leitmesse der Branche im kommenden Jahr, der "drinktec". Sie findet nur alle vier Jahre statt./das/sk

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