07.05.2008 15:42
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ROUNDUP 2: MLP profitiert von Riesterrente - Feri-Dividende drückt Überschuss

        (Neu: Aussagen von Telefonkonferenz)

    WIESLOCH (dpa-AFX) - Der Finanzdienstleister MLP  hat im ersten Quartal wegen guter Geschäfte mit Altervorsorgeprodukten bei Umsatz und operativem Gewinn wie erwartet zugelegt. Die Ausschüttung an die Feri-Mitaktionäre drückte dagegen auf den Überschuss, der um ein Drittel zurückging. Auch die Beraterzahl ging zurück. Im Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiter mit höheren Gesamterträgen als 2007 bei leicht rückläufiger EBIT-Marge.

    An der Börse geriet die MLP-Aktie nach den Zahlen unter Druck. Bis zum frühen Nachmittag gab das Papier um 1,81 Prozent auf 11,38 Euro nach und war damit einer der schwächsten Wert im MDAX , der um 1,53 Prozent zulegte. Händler bewerteten die Zahlen gemischt. So hätten die Gesamterlöse im Rahmen der Erwartungen gelegen. Auf der Ertragsseite liege der Gewinn über den Prognosen, nach Steuern seien die Schätzungen indes leicht verfehlt worden.

    Insgesamt legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 158,2 Millionen Euro zu. Damit wurde die Prognose der von dpa-AFX befragten Analysten exakt getroffen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 18 Prozent auf 23,2 Millionen Euro zu und damit stärker als von den Analysten erwartet (Prognose: 22,2 Mio Euro). Die EBIT-Marge verbesserte sich von 13,6 auf 14,7 Prozent.

FERI-AUSSCHÜTTUNG DRÜCKT ÜBERSCHUSS

    "MLP hat nahtlos an das erfolgreiche vierte Quartal angeschlossen und ist deutlich gewachsen", sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg am Mittwoch in Wiesloch. Höher als von Analysten erwartet fiel dagegen auch die Ausschüttung an die Aktionäre der Vermögensverwaltungstochter Feri aus. 7,8 Millionen Euro seien ausgezahlt worden, nach 2,2 Millionen Euro im Vorjahr. Grund für den Anstieg sei der Verkauf des Feri-Datenbankgeschäfts an Reuters im vergangenen Sommer gewesen, der 3,9 Millionen Euro eingebracht hatte, sagte Finanzdirektor Andreas Dittmar. Im kommenden Jahr sei nur mit einer Ausschüttung von 2,5 bis 3,5 Millionen Euro an die Feri-Mitgesellschafter zu rechnen. MLP hatte den Vermögensverwalter im Oktober 2006 zunächst zu 57 Prozent übernommen und ein Jahr später eine Option auf die übrigen Anteile ausgeübt. Der Eigentumsübergang wird aber erst 2011 erfolgen.

    Unterm Strich blieb dem Konzern nur ein Quartalsüberschuss aus fortgeführtem Geschäft von 6,8 Millionen Euro nach 10,2 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anstieg auf 11,2 Millionen Euro gerechnet. Die Steuerquote sei wegen der nicht steuerfreien Feri-Ausschüttung auf mehr als 50 Prozent gesprungen, sagte Dittmar. Im Gesamtjahr werde sie aber nur bei rund 34 Prozent liegen. Für den Rückzug aus Großbritannien und Spanien fiel noch einmal ein Quartalsverlust von 65.000 Euro an. Vor einem Jahr waren in beiden Ländern noch 1,61 Millionen Euro Minus aufgelaufen. MLP hatte sich im dritten Quartal wegen der anhaltenden Verluste aus beiden Ländern zurückgezogen. Einschließlich des nicht fortgeführten Geschäfts ging der Überschuss von 8,6 auf 6,7 Millionen Euro zurück.

RIESTERFÖRDRUNG BELEBT ALTERVORSORGEGESCHÄFT

    Vor allem das Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten legte im Zuge der höheren Riester-Förderung in Deutschland kräftig zu. Mit 89,2 Millionen Euro setzte MLP hier 44 Prozent mehr um als im ersten Quartal 2007. Der Anteil des Altervorsorgegeschäfts am Umsatz stieg von 48 auf 63 Prozent. Die vermittelte Beitragssumme verdoppelte sich von 0,9 auf 1,9 Milliarden Euro. Zum Jahreswechsel war in Deutschland die letzte Stufe bei der Förderung der Riesterrente in Kraft getreten. Die maximal förderfähige Einzahlung wurde von 1.575 auf 2.100 Euro pro Person angehoben. Dieser Effekt habe mit 40 Millionen Euro rund ein Viertel zum Quartalsumsatz beigesteuert, sagte Dittmar. "Wir haben im ersten Quartal eine sehr gute Basis gelegt, um in diesem Jahr weitere Marktanteile in der Altersvorsorge zu gewinnen."

    Wie erwartet schwach entwickelte sich dagegen der Verkauf von Krankenversicherungen. Wegen der Gesundheitsreform seien die neu vermittelten Jahresbeiträge von 16,2 auf 11,9 Millionen Euro zurückgegangen. Die mit Krankenversicherungen erwirtschafteten Erlöse halbierten sich sogar von 25,6 auf 11,4 Millionen Euro. Die Beraterzahl ging im Laufe des Quartals um 11 auf 2.602 zurück. Dabei hatte MLP im März mit dem Betriebsrentenanbieter TPC auch 35 neue Berater übernommen. Der Rückgang sei aber rein saisonal, sagte Dittmar. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen bisher eine Erhöhung der Beraterzahl an. "Die Herausforderung ist, neue Berater an Bord zu kriegen. Das ist ein harter Job", sagte Dittmar. Die Entwicklung der Beraterzahl gilt in der Branche als Indikator für mögliches künftiges Wachstum.

AUSBLICK BEKRÄFTIGT

    Für das Gesamtjahr bekräftigte MLP seinen bisherigen Ausblick. Es werde weiter mit höheren Gesamterträgen als 2007 gerechnet. Dabei wolle MLP nicht nur dank des Riester-Effekts im Auftaktquartal zulegen. "Wir rechnen auch mit einem starken vierten Quartal", sagte Dittmar. Dann wolle MLP von der bevorstehenden Abgeltungssteuer profitieren und vor dem Stichtag verstärkt Altersvorsorgeprodukte verkaufen. Bereits im ersten Quartal habe es starke Zuwächse beim Vermögensmanagement gegeben. "Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im Rest des Jahres fortsetzen wird."

    Die EBIT-Marge werde 2008 wegen der Belastungen aus der Umstellung des Versicherungsvertragsgesetzes und der neuen EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID dagegen leicht zurückgehen. Sie soll aber nicht unter das Niveau von 2006 fallen. Damals lag sie bei 16,2 Prozent, 2007 stieg sie dann auf 17,3 Prozent. Ab 2009 werde dann wieder mit einer Verbesserung der Marge gerechnet.

    Durch die im Zuge der Umstellung erforderliche EDV-Umstellung seien allein die EDV-Kosten der ersten drei Monate von 7,9 auf 10,1 Millionen Euro gestiegen, hieß es. Weitere 3,1 Millionen Euro fielen für die Schulung der eigenen Mitarbeiter an, ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Die wegen der Gesetzesumstellung erforderliche Nachschulung seiner Mitarbeiter habe MLP im ersten Quartal abgeschlossen./fj/he

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