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ROUNDUP 2: MTU trotzt Dollarschwäche und Luftfahrtkrise - Gewinnsprung
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines hat im ersten Halbjahr trotz Dollarschwäche und Luftfahrtkrise einen überraschend hohen Gewinnsprung erzielt. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen Zielen fest, Umsatz und bereinigten operativen Gewinn stabil zu halten, wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte. "Von den aktuellen Kapazitätsanpassungen der Luftfahrtgesellschaften sind wir kaum betroffen", sagte MTU-Chef Egon Behle. Die Rekordniveaus bei den Flugzeugbestellungen sorgten auch bei dem Triebwerksbauer für ein anhaltend hohes Auftragsvolumen.
Die Aktie des MDAX-Unternehmens legte zwar nach Handelsbeginn um fast 3 Prozent zu. Kurz darauf sackte der Kurs jedoch mit dem Markt ins Minus und lag am späten Vormittag bei 21,78 Euro, etwa 2,4 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Die Zahlen hätten kaum etwas Neues gebracht und seien nach der Luftfahrtmesse in Farnborough weitgehend erwartet worden, sagte Analyst Winfried Becker von Sal. Oppenheim.
ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN
Obwohl Fluggesellschaften vor allem in den USA hunderte Flugzeuge stillgelegt haben, erwartet das MTU-Management davon kaum Nachteile für sein Unternehmen. "Wir gehen davon aus, dass die Triebwerksauslieferungen in den kommenden Jahren weiter ansteigen", sagte Vorstandschef Behle. Selbst wenn die Flugzeugbestellungen bei Boeing und der EADS-Tochter Airbus um fünf oder zehn Prozent zurückgingen, wirke sich dies faktisch kaum aus. Die Flugzeugbauer haben ihre Produktionslinien deutlich überbucht und mehr Aufträge angenommen, als sie im fraglichen Zeitraum abwickeln können. MTU liefert Triebwerke für Flugzeuge beider Hersteller. Bei den Wartungsverträgen sieht sich das Unternehmen ebenfalls kaum betroffen: Die Airlines, die Flieger stillgelegt hätten, seien keine MTU-Kunden, sagte Behle.
Die Auswirkungen des schwachen Dollarkurses will MTU mit Kostensenkungen und einem möglichen Zukauf in den USA auffangen. Konkreteres dazu gebe es allerdings noch nicht, sagte ein Unternehmenssprecher. MTU habe mehrere potenzielle Übernahmeziele im Auge und sondiere ohne Zeitdruck. Sein bereits im Frühling angekündigtes Kostensenkungsprogramm will das Unternehmen im Herbst vorstellen.
In den Monaten Januar bis Juni hatte MTU die Gewinnerwartungen bei leicht rückläufigem Umsatz übertroffen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte in den ersten sechs Monaten um fast acht Prozent auf 194,5 Millionen Euro. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit 188,1 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich legte das Unternehmen noch stärker zu. Der Überschuss wuchs um fast 79 Prozent auf 80,4 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr die Tilgung einer Anleihe auf das Ergebnis gedrückt hatte.
DOLLAR DRÜCKT AUF UMSATZ
Der Umsatz ging unterdessen um 0,4 Prozent auf 1,256 Milliarden Euro zurück und verfehlte damit knapp die durchschnittliche Analystenerwartung, die bei 1,261 Milliarden Euro gelegen hatte. Dabei wirkte sich vor allem der schwache US-Dollar aus. Dollarkursbereinigt legte der Umsatz den Angaben zufolge um zwölf Prozent zu. Der Auftragsbestand ging im Vergleich zum Jahresende 2007 von 3,311 auf 3,174 Milliarden Euro zurück. Auch dies sei vor allem auf die Entwicklung des Dollarkurses zurückzuführen, hieß es. Um diese bereinigt, sei der Auftragsbestand stabil.
Unterdessen arbeitet MTU im operativen Geschäft profitabler. Die operative Ergebnismarge (EBITDA-Marge) verbesserte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent. Im Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer bereinigten EBITDA-Marge von etwa 15 Prozent, nachdem das Unternehmen im Vorjahr 15,3 Prozent erreicht hatte.
TRIEBWERKSBAU MIT GEWINNSPRUNG
Im Triebwerksbau (OEM) konnte MTU einen um ein Drittel gestiegenen operativen Gewinn einfahren. Die EBITDA-Marge wuchs von 16,4 auf 22,0 Prozent. In der zivilen Instandhaltung (MRO) brach der operative Gewinn hingegen infolge von Umstrukturierungen im Werk Hannover fast um die Hälfte ein. Die EBITDA-Marge fiel von 10,9 auf 5,8 Prozent. "Bis zum Jahresende sollen unsere weiteren Maßnahmen zur operativen Verbesserung des MRO-Geschäfts deutlich greifen", kündigte Finanzvorstand Reiner Winkler an. Für das Gesamtjahr reduzierte der Vorstand das Margenziel der Sparte von acht auf sieben Prozent. Im OEM-Geschäft würden statt 19 nun allerdings 20 Prozent angepeilt, sagte eine MTU-Sprecherin.
Für 2008 hält der MTU-Vorstand an dem Ziel fest, den Umsatz leicht auf 2,6 Milliarden Euro (VJ: 2,576 Mrd) und den Überschuss von 154,1 auf 180 Millionen Euro zu steigern. Das bereinigte EBITDA soll sich auf 390 Millionen Euro belaufen und damit trotz des schwachen Dollarkurses in die Nähe des Vorjahreswertes von 392,9 Millionen Euro kommen./stw/fj/wiz
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Aktien in diesem Artikel
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| MTU Aero Engines | 23,8 | +0,5% | |
| The Boeing | 44,9 | +3,2% |
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