24.04.2008 10:48
Drucken |

Schrift:

ROUNDUP 2: MTU will nach überraschend starkem Gewinnplus Kosten senken

        (neu: Kostensenkungsprogramm, Analystenstimme, Aktienkurs)

 

    MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Triebwerkshersteller MTU  bleibt nach einem überraschend starken Gewinnsprung im ersten Quartal für das Gesamtjahr optimistisch. Der Vorstand rechnet weiterhin mit 2,6 Milliarden Euro Umsatz und einem Überschuss von 180 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Gegen die Auswirkungen des schwachen Dollars will sich MTU mit niedrigeren Kosten wappnen. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten.

 

    "Es ist ein internes Kostensenkungsprogramm in Vorbereitung, das zielt auf die Senkung der Produktkosten", sagte Finanzvorstand Reiner Winkler in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Damit solle das Unternehmen wettbewerbsfähig gehalten werden. Es werde die gesamte Wertschöpfungskette überprüft. Details will der Vorstand im zweiten Halbjahr bekanntgeben.

 

AKTIE AN MDAX-SPITZE

 

    Die MTU-Aktie vollzog zu Handelsbeginn einen Kurssprung um 8,6 Prozent. Am Vormittag bröckelten die Gewinne etwas ab - zuletzt lag der Titel mit einem Plus von 3,3 Prozent und 27,90 Euro an der Spitze des MDAX . "Bis auf den Umsatz sind alle Kennziffern besser als erwartet ausgefallen - besonders der Überschuss hat überrascht", sagte ein Analyst in einer ersten Reaktion. Der Experte der UniCredit, Stefan Halter, rechnet jedoch damit, dass die Angst vor einer weiteren Dollarschwäche weiter auf dem Kurs lastet - trotz eines attraktiven Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) für das laufende Jahr.

 

    Im ersten Quartal war der MTU-Umsatz infolge des schwachen Dollars um 1,7 Prozent auf 630 Millionen Euro zurückgegangen. Damit verfehlte das Unternehmen die Analystenprognose von 633,9 Millionen Euro. Rechnet man den Dollar-Effekt heraus, wuchsen die Erlöse hingegen um zehn Prozent.

 

GEWINN ÜBERTRIFFT PROGNOSEN

 

    Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg entgegen den Erwartungen von 90,6 auf 98,3 Millionen Euro. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 87,5 Millionen Euro gerechnet.

 

    Der Überschuss sprang ebenfalls überraschend stark an. Mit 44,2 Millionen Euro lag er klar über der Analystenprognose von 38,1 Millionen Euro. Der starke Anstieg ist allerdings teilweise auf einen Sondereffekt im Vorjahresquartal zurückzuführen. Damals hatte eine Vorfälligkeitsentschädigung für die Ablösung einer Anleihe das Ergebnis belastet. Rechnet man diesen Betrag heraus, wuchs der Überschuss im ersten Jahresviertel 2008 immer noch um 40 Prozent. Dabei arbeitete MTU rentabler als noch ein Jahr zuvor: Die EBITDA-Marge verbesserte sich von 14,1 auf 15,6 Prozent.

 

SCHWACHER DOLLAR DRÜCKT AUFTRAGSBESTAND

 

    "Diese Ergebnisse zeigen: Die MTU bleibt trotz der anhaltend ungünstigen Dollarkurs-Situation ein hochprofitables Unternehmen", sagte Vorstandschef Egon Behle. Der Auftragsbestand ging im ersten Quartal von 3,311 Milliarden auf 3,113 Milliarden Euro zurück. Auch dies sei jedoch vor allem auf den schwachen Dollarkurs zurückzuführen, hieß es. Um die Währungskurse bereinigt, sei der Auftragsbestand stabil.

 

    In der zivilen Instandhaltung lieferten im ersten Jahresviertel vor allem der Antrieb für die Airbus-A320-Familie   sowie die Triebwerke für Großraumflieger wie den Airbus A330 und die Boeing 747 einen Großteil des Umsatzes. Im zivilen Triebwerksgeschäft waren es ebenfalls der A320-Antrieb und zudem die Triebwerke für das Transportflugzeug C17 von Boeing , die den Löwenanteil zu den Erlösen beitrugen. Der Antrieb für die Kampfflugzeuge Eurofighter und Tornado schlug sich im Umsatz der Rüstungssparte besonders stark nieder./stw/tw

 

Aktien in diesem Artikel

MTU Aero Engines 19,4 -8,8%
Wen würden Sie zum nächsten US-Präsidenten wählen?
John McCain
Barack Obama
Keinen von beiden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige