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ROUNDUP 2: Nokia will Samsung beim Handy-Absatz auf Distanz halten
HELSINKI (dpa-AFX) - Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia sieht sich für den Wettbewerb mit seinem schärfsten Verfolger Samsung gerüstet. "Man braucht extrem große Volumen, um wettbewerbsfähig zu sein und Geld zu verdienen", sagte Vorstandschef Olli-Pekka Kallasvuo am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz für das vierte Quartal in Helsinki. Mit einem kräftigen Absatzplus hat die Gesellschaft ihren Marktanteil und Gewinn weiter erhöht.
Der Absatz von Mobiltelefonen kletterte im wichtigen Weihnachtsgeschäft gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent auf 133,5 Millionen, womit der Konzern die Marktführerschaft untermauerte. Der Anteil am Gesamtmarkt sei um vier Prozentpunkte auf 40 Prozent gewachsen, sagte Kallasvuo. Vor allem die Verkäufe in Asien zogen an, während in Nordamerika der Absatz einbrach. Da Nokia zunehmend günstige Geräte verkauft, sank der durchschnittliche Verkaufspreis um 6 Euro auf 83 Euro.
KONKURRENZ IN DEN SCHATTEN GESTELLT
Mit den kräftigen Zuwächsen seiner Handy-Sparte stellt Nokia seine Konkurrenz in den Schatten. Im vierten Quartal verkauften die Finnen mehr Mobiltelefone als die Verfolger Samsung , Motorola und Sony Ericsson zusammen. Unter Druck steht vor allem der US-Rivale Motorola, der im Handy-Geschäft rote Zahlen ausweist. "Ich denke aber, dass man vor allem die Ambitionen von Samsung ernst nehmen sollte", sagte Kallasvuo. Der südkoreanische Konzern will wie Nokia seine Verkäufe billiger Handys forcieren und damit dem Branchenprimus auf die Pelle rücken. Im abgelaufenen Quartal wiesen die Asiaten bereits eine höhere Zuwachsrate als Nokia aus. Die Frage sei, wie günstig Samsung werden könne, sagte der Nokia-Chef.
Angesichts der rasant steigenden Zahl der Handy-Kunden ist die Produktion zu einem Massengeschäft geworden. Um die Kosten weiter zu drücken und die Rentabilität weiter zu erhöhen, wollen die Finnen ihr Werk in Deutschland schließen. "Leider sind die Kosten für Arbeit einschließlich Nebenkosten in Deutschland nicht konkurrenzfähig für die industrielle Massenfertigung von Nokia -Produkten", sagte Kallasvuo. Nach Angaben aus Branchenkreisen hat sich die Nachfrage in Deutschland trotz der öffentlichen Kritik nicht abgeschwächt. "Die Konzernführung in Finnland ist aber alarmiert und bemüht sich um Schadensbegrenzung", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.
STARKE NACHFRAGE NACH GÜNSTIGEN HANDYS
Im abgelaufenen Quartal verzeichnete Nokia dank starker Nachfrage nach günstigen Handys einen Gewinnschub von 44 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 34 Prozent auf 15,72 Milliarden Euro und der operative Gewinn von 1,52 Milliarden auf 2,49 Milliarden Euro. Mit seiner Quartalsbilanz übertraf der Branchenprimus die Erwartungen der von Thomson Financial befragten Analysten deutlich An der Börse legte die Nokia-Aktie um über zehn Prozent zu, was Händler mit dem Verlauf des vierten Quartals und der allgemeinen Markterholung begründeten.
Konzernchef Kallasvuo äußerte sich zufrieden über den Geschäftsverlauf. "Nokias fantastisches viertes Quartal hat dazu beigetragen, dass 2007 zu einem Jahr mit starkem Wachstum und erhöhter Rentabilität für uns wurde." Das vergangene Jahr sei insgesamt ein Jahr mit wichtigen strategischen Entscheidungen gewesen, sagte er mit Verweis auf die Entwicklung der Netzwerksparte und der Erweiterung des Handy-Portfolios. "Damit sind wir gut gerüstet für weiteres Wachstum in 2008."
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Marktführer mit einem branchenweiten Verkaufsplus von zehn Prozent gegenüber 1,14 Milliarden Handys im vergangenen Jahr. Der Marktanteil von Nokia solle weiter steigen, hieß es. Auch den Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) sieht die Gesellschaft auf dem aufsteigenden Ast. Das Gemeinschaftsunternehmen mit der Siemens AG werde 2008 schneller als die Konkurrenz wachsen. Von der Verschmelzung ihrer Netzwerksparten erwarten die Unternehmen Einsparungen in Höhe von zwei Milliarden Euro./mur/she
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