03.04.2008 14:33
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ROUNDUP 2: Tognum bekräftigt Ausblick – Schwacher Dollar belastet

        STUTTGART (dpa-AFX) - Der Dieselmotorenhersteller Tognum  will trotz der Dollarschwäche seinen Wachstumskurs im laufenden Jahr fortsetzen. "Die ersten zwei Monate haben uns in unserer Prognose bestätigt", sagte Vorstandschef Volker Heuer am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Stuttgart. Umsatz und Gewinn seien in die geplante Richtung gelaufen, das Motorengeschäft entwickele sich sogar besser als erwartet. Für das Gesamtjahr bekräftigte er die im Dezember ausgegebenen Ziele.

 

    Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen weiter ein Umsatzplus von 11 bis 13 Prozent und eine Umsatzrendite von 13 bis 15 Prozent an. Im vergangenen Jahr lag sie bei 13,8 Prozent. Fünf bis sechs Prozent des Umsatzes sind für Investitionen vorgesehen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um mehr als ein Viertel auf über 2,00 Euro steigen. Auch in den Folgejahren will Tognum den Umsatz dann um mindestens 10 Prozent pro Jahr erhöhen.

 

    "Wir gehen weiter davon aus, dass in den für uns relevanten Märkten die positive Entwicklung erhalten bleibt", sagte Heuer. Der Verfall des US-Dollars führe zwar zu Belastungen, mache aber keine Änderung der Prognose erforderlich. "Wir halten trotz der Dollarschwäche an unseren ehrgeizigen Wachstumszielen fest." Statt mit einem Dollarkurs von 1,38 Euro wie im Dezember kalkuliere Tognum nun aber mit 1,45 Dollar.

 

    Tognum macht fast 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland, davon fast 30 Prozent in Nordamerika. Den schwachen Dollar habe man dort aber zum Teil durch Preiserhöhungen ausgleichen können, sagte Heuer. In der vergangenen Monaten seien die Preise im Ausland bereits zweimal um jeweils drei Prozent erhöht worden. Durch Kurssicherungsgeschäfte habe Tognum 2008 etwas 70 Prozent des Dollar-Umsatzes zu einem Kurs von 1,38 Euro abgesichert. Für 2009 seien dagegen bisher nur 20 bis 30 Prozent der Dollarumsätze abgesichert. "Wir sehen da kurzfristig keinen Handlungsbedarf", sagte Finanzvorstand Joachim Coers.

 

    Im vergangenen Jahr seien dem Unternehmen durch den schwachen Dollar rund 77 Millionen Euro an Umsatz entgangen. Insgesamt wuchs der Umsatz um 12 Prozent auf 2,84 Milliarden Euro. "Ohne die Dollarabwertung wären wir sogar noch ein bis zwei Prozent stärker gewachsen.", fügte Coers hinzu. Der Auftragseingang lag mit 3,1 Milliarden Euro 12 Prozent über Vorjahresniveau. Damit gingen erneut rund 10 Prozent mehr Aufträge ein, als abgearbeitet wurden. Dies lasse eine positive Umsatzentwicklung 2008 erwarten. Der Auftragsbestand lag Ende 2007 bei 1,8 Milliarden Euro.

 

    Insgesamt wurde 2007 ein Konzernüberschuss von 212 Millionen Euro erwirtschaftet. Er lag damit noch etwas höher als der Ende Februar veröffentlichte bereinigte Überschuss von 199 Millionen Euro, nach 138 Millionen Euro im Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 309 auf 390 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren vor allem das margenstarke Geschäft mit Schiffs- und Panzermotoren. Seinen Aktionären will Tognum nun 0,60 Euro je Aktie ausschütten, insgesamt rund 37 Prozent des Jahresüberschusses. Auch für 2008 solle die Ausschüttungsquote dann wieder bei mehr als 30 Prozent liegen. Tognum hatte bereits bei seinem Börsengang im vergangenen Jahr angekündigt, 30 bis 50 Prozent seines Überschusses auszuschütten.

 

    Das Wachstum will Tognum auch durch weitere Zukäufe vorantreiben. "Das Thema steht nach wie vor ganz hoch auf unserer Agenda", sagte Heuer. "Wir schauen insbesondere in die USA und nach Asien, um das Geschäfts weiter auszubauen." Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht. "Selbstverständlich beobachten wir genau alle Möglichkeiten", fügte Coers hinzu. "Wir sondieren den Markt und haben auch Finanzmittel zur Verfügung." Der Schwerpunkt liege für Tognum aber auf organischem Wachstum. Hierzu seien auch Neueinstellungen geplant. "Wir werden in Deutschland in diesem Jahr sicher mehr als 100 Stellen schaffen. Es können auch mehrere hundert werden", sagte Coers. Auch im Ausland sei ein Ausbau der Belegschaft geplant.

 

    Tognum mit der Kernmarke MTU war Anfang 2006 von der damaligen DaimlerChrysler AG  an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft worden. Dieser brachte das Unternehmen am 2. Juli an die Börse. Der Börsengang war mit einem Brutto-Emissionserlös von mehr als 2 Milliarden Euro der größte seit sieben Jahren. Tognum verkauft und wartet schwere Motoren zur Stromerzeugung, für die Industrie und die Schifffahrt. Hinzu kommen Energieanlagen und Brennstoffzellen./fj/wiz

 

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