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ROUNDUP 2: adidas startet mit Gewinnsprung ins Sportjahr 2008 - Aktie stark
HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Sportartikelhersteller adidas ist mit einem Gewinnsprung in das Sportjahr 2008 gestartet und sieht sich gut für die anstehenden Großereignisse EM und Olympia gerüstet. "Als Gruppe stehen wir so gut da wie noch nie. Insbesondere unsere Profitabilität hat sich verbessert", sagte Vorstandschef Herbert Hainer am Dienstag in Herzogenaurach. Seine Bestmarke bei den Fußball-Umsätzen aus dem Weltmeisterschaftsjahr 2006 will der Konzern nochmals übertreffen. "Fußball ist das Herzblut der Marke adidas", wird der Chef im Quartalsbericht zitiert. "Ich bin noch nie zuversichtlicher gewesen, was unsere Positionierung und unsere Absichten angeht."
Für die ersten drei Monate legte der Konzern die Messlatte für die Konkurrenz hoch: Der Überschuss schnellte um 32 Prozent auf 169 Millionen Euro. Analysten hatten zum Teil mit deutlich weniger Gewinn gerechnet. Lokal-Rivale PUMA wird am Mittwoch seine Quartalsergebnisse vorlegen. Die Experten prognostizieren für den kleineren Konkurrenten eine Stagnation beim Gewinn. Beide Herzogenauracher Unternehmen rüsten bei der EM je fünf Nationalteams aus, die gleiche Zahl von Nationalmannschaften wird auch in Trikots des US-Konzerns Nike auflaufen.
AKTIE ALS GEWINNER IM DAX
Die adidas-Aktie gewann am Dienstag als stärkster DAX-Wert zeitweise mehr als sechs Prozent. Analysten waren voll des Lobes angesichts der Gewinnentwicklung. Einziger Schwachpunkt bleibe Reebok, hieß es.
Beim Betriebsergebnis konnte adidas in den ersten drei Monaten einen Zuwachs von 23 Prozent auf 282 Millionen Euro verbuchen. Der Umsatz kletterte trotz der Rückgänge bei der Tochter Reebok um drei Prozent auf 2,621 Milliarden Euro. Die Bruttomarge erreichte im Quartal laut adidas ein Rekordniveau, was der Konzern mit einem verbesserten Produktmix, dem stärkeren eigenen Einzelhandel und günstigen Währungseffekten erklärte. Kostensynergien durch die Reebok-Übernahme wirkten sich ebenfalls positiv aus. adidas hatte Reebok 2006 übernommen und kann dadurch unter anderem bei Zulieferern günstigere Konditionen durchsetzen.
Wachstumstreiber waren im Quartal die Stammmarke adidas sowie TaylorMade. Mit adidas erzielte der Konzern 1,97 Milliarden Euro Umsatz und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Gekauft wurden angesichts der bevorstehenden Europa-Meisterschaft vor allem Fußball-Produkte. Die Marke verbuchte auch ein Plus von währungsbereinigt 13 Prozent bei den Auftragsbeständen. Während der Konzern in Europa und Asien weiter wachsen konnte, machte ihm der nordamerikanische Markt weiter zu schaffen.
NORDAMERIKA SCHWACH
Die Krise der Sportartikelkette Foot Locker, die in den USA in fast jeder Shopping Mall vertreten ist, hatte der gesamten Branche zugesetzt. Die Kette schließt Läden und baut Lagerbestände ab. Erschwert wird die Situation durch die schwierige wirtschaftliche Lage mit hohen Rohstoffpreisen, turbulenten Finanzmärkten und einem zusammenbrechenden US-Immobilienmarkt. Als Folge davon geben die Verbraucher weniger Geld aus. Insgesamt nahm der Umsatz der adidas-Gruppe in Nordamerika in Euro um 17 Prozent ab, währungsbereinigt waren es immer noch 7 Prozent. Im Verlauf des Jahres sollte sich die Lage aber wieder verbessern, kündigte Hainer an. Auch die zwischenzeitlich eingestellten Geschäftsbeziehungen zu Foot Locker will adidas im vierten Quartal wieder aufnehmen.
Der schwache US-Markt traf am stärksten die Tochter Reebok, deren Erlöse um 13 Prozent (währungsbereinigt: 6%) sanken. Auch die Aufträge für Reebok gingen zurück. adidas hat angekündigt, Reebok wieder in Form zubringen. Die Tochter hat seit April einen neuen Chef, der Mutterkonzern nimmt zudem den Vertrieb der Marke verstärkt selbst in die Hand. Seit der Übernahme 2006 habe sich das Produktangebot von Quartal zu Quartal verbessert, so Hainer. Den Titel, den Reebok einst als führende Marke in den Bereichen Women's und Fitness mal hatte, wolle man sich wieder zurückholen.
In 2008 soll der Reebok-Umsatz konzernweit währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Bereich wachsen. Einzig in Nordamerika wird die Marke noch ein weiteres Jahr brauchen, bis die Umsätze dort wieder steigen. Bei der Marke adidas wie auch im Gesamtkonzern sollen die Erlöse im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Der Konzernüberschuss soll um mindestens 15 Prozent über den 2007 erzielten 551 Millionen Euro ausfallen./she/tw
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