08.05.2008 17:18
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ROUNDUP 3: GEA hält Kurs - Prognose nach starkem Quartal bestätigt

        (neu: Aussagen Finanzchef)

    BOCHUM (dpa-AFX) - Der Spezialmaschinen- und Anlagenbauer GEA  hält nach einem über den Erwartungen liegenden ersten Quartal und einem starken April-Geschäft an seiner bisherigen Prognose fest. "Aufgrund unserer bereits sehr hohen Auftragsbestände sowie dem weiteren Wachstumspotenzial in unseren zentralen Geschäftsgebieten Lebensmittel, Energie oder auch Klima und Umwelt bestätigen wir unseren Ausblick für die Geschäftsjahre 2008 und 2009", sagte Konzernchef Jürg Oleas am Donnerstag in Düsseldorf. Die Börsianer zeigten sich ein wenig enttäuscht, hatten sie doch auf eine Anhebung gehofft. Die Aktie fiel in in einem schwächeren Markt bis zum Nachmittag um 0,52 Prozent auf 24,67 Euro.

    Der Überschuss legte von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 49,5 Millionen Euro zu. Hier kam dem Unternehmen nicht zuletzt die merklich gesunkene Steuerquote zugute. Die sechs von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten waren von 42,2 Millionen Euro ausgegangen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 20 Prozent auf 77,1 Millionen Euro und lag damit ebenfalls über den Erwartungen. Gleiches galt für den Umsatz, der sich um 13 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro verbesserte. "Der April ist noch besser gelaufen als die ersten drei Monate", sagte Oleas im Interview mit Bloomberg TV.

'ROBUST AUFGESTELLT'

    Eine Abschwächung des Geschäfts sei nicht zu sehen, ergänzte ein Konzernsprecher. "Wir sind sehr robust aufgestellt." Auch Analysten sehen in GEA eine sichere Bank, agiert das Unternehmen doch in wenig zyklischen Wachstumsbranchen wie der Nahrungsmittel-Industrie. Konzernchef Oleas hatte immer wieder betont, dass GEA stark vom steigenden Wohlstand in den Schwellenländern profitiere. Neben lebensmittelverarbeitenden Maschinen liefen derzeit besonders Systeme zur Kühlung von Kraftwerken und Energieanlagen hervorragend, sagte der Konzernchef.

    GEA will 2008 den Konzernumsatz aus eigener Kraft um 10 Prozent und die EBIT-Marge im Kerngeschäft von 9,2 auf 9,9 bis10 Prozent steigern. 2009 geht GEA dann von einem Umsatzwachstum von 5 bis 10 Prozent aus und einer Marge im Kerngeschäft von mehr als 10 Prozent.

PROBLEMFALL RUHRZINK

    Kerngeschäft des Unternehmens ist der Wärmeaustausch (zum Beispiel Kühltürme) sowie der Stoffaustausch (etwa Melkmaschinen). Einziges "Sorgenkind", wie es Finanzchef Hartmut Eberlein, in einer Telefonkonferenz formulierte, war das Geschäft mit Maschinen für die Pharmabranche. Hier halten sich die Kunden momentan mit Bestellungen zurück. Trotz einer teuren Restrukturierung sehe es "nicht so gut aus", sagte Eberlein. Er erwarte kurzfristig weiter Probleme. "Es ist eine Frage der Zeit, bis das Geschäft wieder normal läuft."

    Zu den sonstigen Aktivitäten zählt unter anderem die Ruhr-Zink. Diese führte im ersten Quartal zu einem merklichen Umsatzrückgang im Inlandsgeschäft des Konzerns; auch das Ergebnis litt. Grund waren die stark gefallenen Preise für Zink und die gestiegenen Energiekosten sowie der starke Euro. Das Rohmaterial wird in Dollar abgerechnet. Eventuell werde sich der Konzern in diesem Jahr von der Zinkschmelze trennen, kündigte Vorstandschef Oleas an. Finanzchef Eberlein machte aber deutlich, es gebe "keine Notwendigkeit, das Unternehmen an irgendwen zu verschleudern". Das Abschneiden sei zwar "nicht so schön wie im vergangenen Jahr gewesen, aber auch nicht mager".

1 MILLIARDE FÜR ZUKÄUFE

    Die GEA Group, die vormalige mg technologies und alte Metallgesellschaft, hatte im vergangenen Jahr bereits Randaktivitäten wie die Großanlagenbauer Lurgi und Lentjes abgestoßen. Im Gegenzug hatte der Konzern kleinere Übernahmen getätigt. "Diese haben sich sehr gut entwickelt", sagte der Sprecher. Das Unternehmen suche weiter. "Wir haben derzeit aber keine großen Zukäufe in Planung." Er begründete dies zum einen mit den immer noch hohen Preiserwartungen der Verkäufer und zum anderen mit dem Mangel an geeigneten Kandidaten. "Wir suchen permanent nach Unternehmen, die zu uns passen. Das dürfen aber keine Sanierungsfälle sein."

    Unternehmenschef Jürg Oleas will bis zu 1 Milliarde Euro für Zukäufe ausgeben, vor allem in der Lebensmittel- und Energietechnik. Er hatte einen neuen Aktienrückkauf in Aussicht gestellt für den Fall, dass GEA keine geeigneten Kaufgelegenheiten finden würde. Damit sei "frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen", bestätigte der Sprecher frühere Aussagen. "Die Priorität liegt aber eindeutig auf Akquisitionen."/das/he

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