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ROUNDUP 3: Mobiles Internet kommt in Schwung - Branche rüstet sich
Aktuellen Schätzungen zufolge sind mobile Datendienste zwar auf dem Vormarsch, machen selbst in Europa aber bisher erst knapp ein Fünftel der Erlöse aus. Zudem entfällt ein Großteil davon auf SMS, die Internet-Nutzung unterwegs steckt noch in den Kinderschuhen. Vor allem an den Kosten wollen und müssen die Anbieter drehen. Nach einer Gruppe von Mobilfunkanbietern um die niederländische KPN-Gruppe kündigte zuletzt auch der weltgrößte Konzern Vodafone an, seine Datentarife senken zu wollen. Ganz freiwillig erfolgt dieser Schritt jedoch nicht.
Den Anbietern sitzt die EU-Kommission im Nacken. Sie gibt den Mobilfunk-Anbietern bis zum 1. Juli dieses Jahres Zeit, ihre Roaming- Preise für die Datenübertragung zu senken. "Datenversand im Ausland sollte für die Verbraucher nicht wesentlich teurer sein als zu Hause", sagte Reding. Andernfalls werde die EU eingreifen. "Wir stehen bereit für die Regulierung." Reding griff vor allem die Intransparenz der bisherigen Preise an. Auch die drastischen Preisunterschiede seien nicht nachvollziehbar.
Auch bei den Endgeräten kommt der Markt in Bewegung. Die Initialzündung gab das iPhone von Apple . Das Handy mit dem großen, berührungsempfindlichen Bildschirmen findet in der Branche mittlerweile eine ganze Reihe von Nachahmern. So stellte die südkoreanische LG in Barcelona ebenfalls ein Mobiltelefon mit Touchscreen vor. Hinzu kommen ein Hochgeschwindigkeitsanschluss fürs mobile Surfen, ein MP3-Player und eine 3-Megapixel-Kamera. Samsung Electronics will voraussichtlich Ende April ein Handy mit einer 5-Megapixel- Kamera auf den Markt werfen, das Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 7,2 Megabit ermöglichen soll. Dies entspricht bereits einem flotten DSL-Anschluss am heimischen PC.
Die Nummer Eins der Branche, die finnische Nokia setzt auf Navigations-Dienste auf dem Handy. Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo kündigte in Barcelona neue, günstigere Modelle mit GPS- Ortungsfunktion an. Sie sollen nicht nur auf Autofahrer, sondern auch speziell auf Fußgänger zugeschnitten sein. Nokia will in diesem Jahr nach eigenen Angaben 35 Millionen GPS-Handys verkaufen. Damit wäre nahezu jedes zehnte Handy des Marktführers mit der Ortungsfunktion ausgestattet.
Netzwerkausrüster wie Nokia Siemens, Alcatel-Lucent oder LM Ericsson setzen darauf, dass der Knoten bei der mobilen Internetnutzung platzt. "Für 2008 erwartet Ericsson den Bau neuer HSPA-Netzwerke in Südamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Russland", sagte Ericsson-Chef Carl-Erik Svanberg. In Europa ziehe die Nutzung derzeit deutlich an. Die Entwicklung neuer breitbandiger Dienste wie Handy-TV oder die Übertragung von Fernsehbildern über das Internet in die Privathaushalte gilt als wichtiger Baustein für die Telekommunikationsfirmen, um Umsatzausfälle durch den harten Preiskampf am Markt abzufedern./mf/mur/ck
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