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ROUNDUP 3: Telekom legt Grundstein für Zukäufe - Dollar belastet
BONN (dpa-AFX) - Mit massiven Einsparungen hat die Deutsche Telekom den Grundstein für den Ausbau des Auslandsgeschäfts gelegt. Vorstandschef René Obermann bekräftigte am Donnerstag nach der Vorlage der Bilanz für das erste Quartal sein Interesse an einem Einstieg bei der griechischen OTE, womit der Bonner Konzern seine Position auf dem Balkan stärken und nach Griechenland vordringen würde. "Wir stehen in intensiven Gesprächen mit der griechischen Regierung." Laut Regierungskreisen könnte der Einstieg in der kommenden Woche unter Dach und Fach gebracht werden. An der Börse entwickelte sich die Aktie besser als der Gesamtmarkt.
Einen Kommentar zu einem möglichen Einstieg bei dem US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel lehnte Obermann ab. Der Ausbau des Auslandsgeschäfts, das bereits rund die Hälfte des Umsatzes beisteuert, ist aus Sicht von Experten nötig, um der Telekom neue Wachstumsfantasie einzuhauchen. Denn der schwache US-Dollar setzt die Telekom unter Zugzwang: So werden die Zugewinne der US-Mobilfunktochter T-Mobile USA durch den starken Euro weitgehend aufgezehrt. Der Telekom geht damit ihr wichtigster Wachstumstreiber verloren.
EBITDA STABIL
Obermann betonte, dass die Telekom bei Zukäufen mit Augenmaß vorgehen werde. Diese müssten sich aber rechnen, betonte er. Nach der Entschuldung der vergangenen Jahren verfügt das Unternehmen wieder über einen finanziellen Spielraum: Nach Angaben von Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick hat das Unternehmen ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 21,2 Milliarden Euro. Dem Vernehmen nach prüft die Telekom neben OTE und Sprint weitere mögliche Akquisitionsziele. Nach seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren hatte Obermann angekündigt, dass er sich zunächst um die Stabilisierung des Deutschland-Geschäfts kümmern will, was dem Konzern im Auftaktquartal gelang.
Möglich wurde dies mit massiven Einsparungen: Dank dieser stabilisierte die Telekom ihren Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 4,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Während T-Mobile USA für den Gesamtkonzern an Kraft verlor, setzte sich die operative Verbesserung auf dem Heimatmarkt fort. Im deutschen Festnetzgeschäft verbuchten die Bonner zwar einen Umsatzrückgang, das EBITDA von T-Home stieg hingegen um 0,5 Prozent. Dazu trugen Einsparungen bei, die sich im ersten Quartal auf rund 240 Millionen Euro summierten.
Insgesamt will das Unternehmen bis zum Ende der Dekade rund fünf Milliarden Euro sparen, wozu der Abbau von zehntausenden Arbeitsplätzen beitragen soll. Obermann bekräftigte, dass der Konzernumbau weiter gehen wird. Der Mitarbeiterstamm verkleinerte sich im Jahresvergleich um 9.400 auf 238.000, wozu der Verkauf von Beteiligungen beitrug. Die Kosten seien um 6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesenkt worden, sagte Finanzchef Eick. Die Telekom sieht sich bei den Personalkosten im Nachteil gegenüber Wettbewerbern wie France Telecom und Telefonica .
UMSATZ SINKT
Der Konzernumsatz sank um 3,1 Prozent auf 14,98 Milliarden Euro, während der Überschuss von 459 Millionen auf 924 Millionen Euro kletterte. Die Gewinnsteigerung begründete die Telekom mit den Einsparungen sowie einem Einmalerlös aus dem Verkauf der Tochter Media&Broadcast, der einen Buchgewinn von rund 500 Millionen Euro einbrachte. Mit der Quartalsbilanz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten zum Teil leicht.
Zur Stabilisierung des Deutschlandgeschäfts trug auch der Ausbau des Breitbandgeschäfts bei: So kletterte die Zahl der DSL-Kunden um 539.000; der Umfang der Anschlussverluste lag bei knapp 600.000. Die Billigtochter Congstar (DSL und Handy) habe mittlerweile 3,5 Millionen Kunden, sagte Obermann.
Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr beließ der Konzern unverändert. Telekom-Chef Obermann stellte weiterhin ein EBITDA von 19,3 Milliarden Euro in Aussicht. Dieses Ziel werde trotz des starken Euro erreicht. Der Anstieg des Euro um zehn Cent belastete das EBITDA mit rund 300 Millionen Euro.
Die Analysten zeigten sich mit der Quartalsbilanz zufrieden. An der Börse kletterte die Aktie in einem schwächeren Umfeld um 2 Prozent auf 11,75 Euro. Vorstandschef Obermann zeigte sich rückblickend mit der Kursentwicklung aber unzufrieden. Zu der Schwäche würden auch die Spekulationen um mögliche Übernahmen beitragen, sagte er./mur/he
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