08.08.2007 15:24
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ROUNDUP 3: Verkaufsprozess für Freenet stößt auf großes Interesse

        (Neu: Aussagen von Vorstandschef)

 

    BÜDELSDORF (dpa-AFX) - Der Verkaufsprozess für den Telekomanbieter Freenet ist nach Angaben von Vorstandschef Eckhard Spoerr auf großes Interesse gestoßen. Bei der mit der Suche nach einem möglichen Käufer beauftragten Investmentbank Morgan Stanley haben sich mehrere Interessenten gemeldet. "Die Gespräche laufen", sagte Vorstandschef Eckhard Spoerr am Mittwoch in Büdelsdorf der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Namen nannte Spoerr nicht.

 

    Als mögliche Bieter gilt Telecom Italia  , die mit der Übernahme von Freenet ihre Tochter HanseNet (Alice) weiter stärken könnten. Frank Rothauge, Analyst bei Sal. Oppenheim, hatte zuvor noch Zweifel an einem Verkauf geäußert: "Wir glauben nicht, dass irgendjemand Freenet übernehmen wird." Eine Zerschlagung von Freenet, wie von Großaktionär und Wettbewerber Drillisch  gefordert, lehnte Spoerr ab.

 

    Mit seinen Äußerungen verhalf Spoerr der Freenet-Aktie zu einem Kursplus von knapp sieben Prozent. Zuletzt notierte der Titel 5,06 Prozent fester bei 17,01 Euro.

 

GEWINNPLUS

 

    Einige Großaktionäre des Mobilfunk- und Internetanbieters hatten auf einen Verkauf von Freenet gedrängt, damit die Gesellschaft in dem harten Wettbewerbsumfeld besser bestehen kann. Im zweiten Quartal verbuchte die Gesellschaft beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) zwar einen Zuwachs von 41,5 Millionen auf 70,5 Millionen Euro. Allerdings lässt Freenet seit dem ersten Quartal einen Teil der Akquisitionskosten in seine Bilanz mit einfließen, was die Hälfte des operativen Gewinns ausmachte.

 

    Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf 466,9 Millionen Euro, während der Überschuss von 19,8 Millionen auf 39,9 Millionen Euro wuchs. Aufgrund der im März vollzogenen Fusion und Änderungen in der Rechnungslegung ist das Ergebnis mit dem Vorjahreswert nur bedingt vergleichbar. Mit seiner Bilanz übertraf die im TecDAX  notierte Gesellschaft die Erwartungen, der von dpa-AFX befragten Experten. Freenet sieht sich neben dem harten Preiskampf durch den Trend zu Telefon-Pauschaltarifen und Handy-Billiganbietern unter Druck. Zudem wollten die Mobilfunk-Netzbetreiber - T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus, O2 - zunehmend Kunden selbst unter Vertrag nehmen, hieß es.

 

PROGNOSE BESTÄTIGT

 

    Die Zahl der DSL-Kunden erhöhte sich in den drei Monaten bis Juni nach Angaben einer Sprecherin um 50.000 auf 1,22 Millionen Euro und die der Handy-Kunden um 120.000 auf 5,24 Millionen, davon 40.000 Vertragskunden. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet Spoerr mit einem Anziehen des DSL-Geschäfts.  "Im Juli haben wir im Bruttogeschäft bereits einen Rekordzuwachs", sagte er. Das Unternehmen trat nach dem Abschluss der Fusion von mobilcom und freenet.de zur neuen Freenet AG im abgelaufenen Quartal erstmals als vollständig integrierter Anbieter (Internet, Handy, Festnetz) auf.

 

    Für das laufende Geschäftsjahr stellte das Unternehmen weiter ein EBITDA von 250 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 160 Millionen Euro in Aussicht. Im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ein EBITDA von 147 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 117 Millionen Euro ausgewiesen. Zu der Steigerung trägt eine Umstellung der Rechnungslegung bei. Aber auch ohne diese werde das EBITDA um fünf Prozent zulegen, sagte Vorstandschef Spoerr./mur/he

 

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