06.03.2008 14:10
Drucken |

Schrift:

ROUNDUP: Aegon kann Finanzmärkte trotz solider Bilanz nicht beruhigen

        AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der niederländische Finanzkonzern Aegon hat die Finanzmärkte trotz einer bisher relativ geringen Belastung infolge der Kapitalmarktkrise nicht beruhigen können. Sorgen über eine zu positive Bewertung des Bestands von derzeit mit Problemen behafteten Papieren drückten die Aegon-Aktien deutlich ins Minus. Wie der Finanzkonzern am Donnerstag in Amsterdam mitteilte, fiel der Gewinn im vergangenen Jahr wegen fehlender steuerlicher Sondereffekte und des starken Euro um rund 20 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro. 2006 hatte allerdings ein steuerlicher Sondereffekt den Gewinn nach oben getrieben.

 

    Zudem habe der starke Euro das 2007er-Ergebnis belastet. Auf vergleichbarer Basis sei der Gewinn um neun Prozent auf 2,03 Milliarden Euro gestiegen. Aegon legte zudem Wert darauf, dass die Kapitalmarktkrise bisher kaum Spuren in der Bilanz hinterlassen habe. Der Finanzkonzern schrieb im vierten Quartal auf seine gesamten Anlagepositionen lediglich 17 Millionen Euro ab. Auf das Portfolio mit Anlagen in sogenannte Supbrime-Papiere habe es keine Abschreibungen gegeben. Die Auswirkungen auf den Gewinn wären daher tatsächlich vergleichsweise gering. Allerdings sei das Eigenkapital wegen der Neubewertung von Anlagen infolge der Finanzmarktkrise um 487 Millionen Euro gesunken.

 

AKTIE FÄLLT DEUTLICH ZURÜCK

 

    Am Finanzmarkt konnte der niederländische Finanzkonzern mit diesen Aussagen allerdings nicht überzeugen. Einige Experten wie zum Beispiel die Analysten von Merrill Lynch stufen die aktuelle Bewertung von derzeit kritischen Papieren wie zum Beispiel den sogenannten CDOs (collateralized debt obligations) als "nicht gerade konservativ" ein. Nach Angaben von Merrill Lynch hat Aegon CDOs für rund eine Milliarde Euro in den Büchern. Diese seien mit 95 Prozent bewertet. Dies könnte zu weiteren Belastungen führen, hieß es in der Studie. Merrill Lynch bestätigte daher seine vorsichtige Einschätzung und bekräftigte daher seine "Neutral"-Empfehlung.

 

    Die Aegon-Aktie fiel am Donnerstag um bis zu fünf Prozent auf 9,29 Euro und war damit einer der schwächsten Werte im EuroSTOXX 50 . Das Papier entwickelt sich bereits seit mehreren Monaten deutlich schlechter als der Eurozonen-Auswahlindex und auch Aktien anderer europäischer Finanzunternehmen wie Allianz  oder ING  . Neben der Unsicherheit über die weiteren Auswirkungen der Finanzmarktkrise sorgten sich die Experten über den hohen Euro. Dadurch werde es für den niederländischen Versicherer, der das Großteil seines Neugeschäfts außerhalb der Eurozone macht, schwer, die Produktion auf dem zuletzt erzielten Niveau zu erreichen./zb/wiz

 

Aktien in diesem Artikel

Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige