LONDON (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern BASF hat seine Prognose für das laufende Jahr bestätigt und Ziele für die kommenden fünf Jahre aufgestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass die BASF trotz der Ölpreisentwicklung und der dadurch stark gestiegenen Beschaffungskosten ihre Ziele für 2008 erreichen wird", sagte Vorstandschef Jürgen Hambrecht am Dienstag bei einem Investorentag in London. Sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis (EBIT) vor Sondereffekten erwartet das Ludwigshafener DAX-Unternehmen weiterhin ein leichtes Plus im Vergleich zu 2007. Die BASF-Aktie blieb von den Aussagen weitgehend unberührt und verlor bis zum frühen Nachmittag im Gleichklang mit dem Gesamtmarkt 1,73 Prozent auf 41,99 Euro. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schätzt BASF unterdessen schwächer ein als zuletzt: So erwartet Hambrecht nur noch ein weltweites Wachstum der Chemieproduktion in diesem Jahr von 2,4 Prozent, bis vor kurzem hatte BASF noch mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet. Der durchschnittliche Eurokurs wird für 2008 auf 1,55 US-Dollar geschätzt und der Ölpreis im Schnitt auf 120 Dollar je Barrel. Bei der Hauptversammlung Ende April war das Unternehmen noch von einem Eurokurs bei 1,50 Dollar und einem Ölpreis von 90 Dollar ausgegangen
ZIEL: EBITDA-MARGE VON 18 PROZENT
Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre rechnet BASF mit einer Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 14 Prozent, strebt aber 18 Prozent an. "Wir werden es nicht jedes Jahr erreichen, es ist ein anspruchsvolles Ziel, aber es ist genau das, was wir anstreben", betonte Hambrecht mit Hinweis auf das "holprigere" gesamtwirtschaftliche Umfeld. BASF geht bei seiner 5-Jahres-Planung von einem Ölpreis von 100 Dollar je Barrel und einem Eurokurs von 1,40 bis 1,50 Dollar aus. Weiterhin rechnet das Unternehmen damit, in den kommenden fünf Jahren jeweils zwei Prozentpunkte stärker als der Chemiemarkt zu wachsen, der Pharmasektor sei davon ausgenommen.
Unterdessen hält der Chemiekonzern an der Trennung von seinem Styrolgeschäft fest, macht dies aber vom zu erzielenden Preis abhängig. "Wir verhandeln weiter über den Verkauf", sagte Hambrecht, "wir verkaufen jedoch nicht unter Konditionen, die wir für nicht gerechtfertigt halten." Die Ludwigshafener wollten sich von dem Großteil des Styrolgeschäfts - rund ein Viertel der gesamten Kunststoffsparte - trennen./sc/she/zb