HAMBURG (dpa-AFX) - Der Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf hat wegen einer Marketingoffensive in China einen geringeren operativen Gewinn erzielt als erwartet. Das Unternehmen sieht die Ausgaben aber als Investition in profitables Wachstum. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern stieg von 172 auf 197 Millionen Euro, wie Beiersdorf am Dienstag in Hamburg mittelte. Analysten hatten mit etwas mehr gerechnet. Die operative Marge legte allerdings von 10,7 auf 12,9 Prozent hinzu. Das organische Wachstum, der wichtigste Indikator für die Geschäftsentwicklung, lag bei 9,2 Prozent. Aktienhändler sprachen von "gemischten Zahlen". An der Börse sackte der Kurs um 3,83 Prozent auf 51,45 Euro. "Wir bauen in China unsere Marken auf", sagte Unternehmenschef Thomas Quaas. "Wir setzen auf Maßnahmen, welche unsere Stammmarken und die vier zugekauften chinesischen Marken langfristig stärken. Dafür haben wir Produktionsleute und Marketingleute nach China geschickt." Analystin Leslie Iltgen vom Bankhaus Lampe beurteilte die Zahlen positiv, sah in den Marketingaufwendungen für die vier chinesischen Marken Slek, Maestro, S-Dew und Hair Song aber einen Wermutstropfen. Dies drücke das EBIT-Wachstum unter das Vorjahrniveau. "Allerdings soll die EBIT-Marge weiter steigen und über dem Vorjahreswert liegen", sagte Iltgen.
"Ich war überrascht über die teilweise sehr hohen Schätzungen am Markt", sagte ein weiterer Analyst. Seine Erwartungen seien beim Umsatz sowie beim Überschuss übertroffen worden. Der Überschuss habe teilweise auch von einer niedrigeren Steuerbelastung profitiert. "Die Investitionen in das Marketing stellen zwar jetzt eine Belastung dar, wir werden sie aber wiedersehen. Gerade in einem schnell wachsenden Markt wie China kann sich Beiersdorf nun gut positionieren", so der Experte.
Im ersten Quartal schlugen auch Kosten für den Relaunch von Nivea-Visage zu Buche. Ab nächstem Quartal will Quaas die Früchte der Bemühungen einfahren und mit Nivea-Visage im stagnierenden Heimatmarkt Deutschland wieder zulegen. Auf der anderen Seite profitierte Beiersdorf sowohl von geringer werdenden Belastungen für die Umstrukturierung der Produktions- und Lieferkette (Supply Chain) als auch von entstandenen Kostenersparnissen.
Der Umsatz stieg wechselkursbereinigt von 1,387 auf 1,523 Milliarden Euro. Dabei trieb weiterhin die Hauptsparte Consumer mit dem Flaggschiff Nivea mit einem Umsatzplus von 13,9 Prozent das Wachstum an. Unterm Strich verbesserte Beiersdorf den Gewinn von 112 auf 144 Millionen Euro./fn/tw