09.05.2008 20:15
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ROUNDUP: Benzinpreis über 1,50 - Forderungen nach Entlastung der Autofahrer

        HAMBURG (dpa-AFX) - Der Benzinpreisrekord von erstmals mehr als 1,50 Euro in Deutschland hat die Diskussion über Entlastungen der Autofahrer neu angefacht. Aus der Politik und von Automobilclubs wurden Forderungen nach Steuererleichterungen und Erhöhung der Pendlerpauschale laut. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sprach sich in der Kölner Tageszeitung "Express" (Samstag) für einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Kraftstoffe aus. Ulrich Klaus Becker, ADAC- Vizepräsident für Verkehr, forderte die Regierung auf, die Aussetzung der Ökosteuer auf die Tagesordnung zu nehmen und die Pendlerpauschale zu erhöhen. Auch CSU-Chef Erwin Huber erneuerte seine Forderung, die Kürzung der Pendlerpauschale wieder zurückzunehmen.

    Kurz vor dem langen Pfingstwochenende durchbrach der Benzinpreis erstmals in Deutschland die Marke von 1,50 Euro je Liter. Nach Angaben aus der Mineralölwirtschaft in Hamburg waren für einen Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,51 Euro zu bezahlen. Auch der Dieselpreis erreichte mit 1,45 Euro je Liter einen neuen Höchststand. Als Grund für die Preissteigerungen unmittelbar vor Pfingsten nannten Sprecherinnen von Mineralölkonzernen die Notierungen am europäischen Markt für Ölprodukte in Rotterdam. Bei der wöchentlichen Umfrage des Energie-Informationsdienstes EID in 14 deutschen Städten ergab sich auch beim Heizöl mit einem Durchschnittspreis von 89,65 Euro für 100 Liter (beim Kauf von 3000 Litern) ein Rekordwert.

US-ÖLPREIS ZEITWEISE ERSTMALS ÜBER 126 DOLLAR

    Die Ölpreise kletterten am Freitag an den internationalen Märkten erstmals über die 125-Dollar-Marke, zeitweilig sprang der US-Ölpreis sogar über 126 Dollar je Barrel (159 Liter), bevor er am Abend wieder leicht nachgab. Die Rohölpreise werden nach Angaben von Branchenkennern derzeit vor allem von der Spekulation und der Angst vor Engpässen in die Höhe getrieben. Rohstoffe, speziell das Öl, wird von Spekulanten als lukrative Geldquelle angezapft. Sie wetten auf immer höhere Ölpreise. Politische Krisen wie in dem wichtigen afrikanischen Ölförderland Nigeria und die steigende Nachfrage aus Ländern wie China und Indien fachen die Ölpreise ebenfalls an. Einige Marktkenner haben schon die Marke von 200 Dollar je Barrel US-Öl und einen Benzinpreis von 2,00 Euro in Deutschland im Visier.

    Angesichts der Preisexplosion forderte Becker vom ADAC, die Pendlerpauschale zu erhöhen. Auch die Aussetzung der Ökosteuer müsse die Regierung sofort auf die Tagesordnung setzen: "Der Staat kassiert immer größere Summen an Steuergeldern vom Autofahrer, während Millionen von Menschen längst nicht mehr wissen, wovon sie die nächste Tankrechnung bezahlen sollen", sagte Becker dem "Express". CSU-Chef Huber erneuerte seine Forderung, die Kürzung der Pendlerpauschale wieder zurückzunehmen. "Wir dürfen die Pendler, die mit den steigenden Spritpreisen zu kämpfen haben, nicht im Regen stehen lassen", sagte er der Zeitung.

VCD: AUTO ÜBER PFINGSTEN STEHEN LASSEN

    FDP-Generalsekretär Niebel meinte im "Express": "Wir stehen unter Schwarz-Rot bald schon bei dem "5-Mark-Benzin", mit dem einst die Grünen gedroht hatten." Die Regierung sei nicht für den Ölpreis am Weltmarkt haftbar zu machen, aber sie könne den Preisanstieg durch einen teilweisen Verzicht auf Steuern dämpfen. "Kraftstoff gehört zum alltäglichen Bedarf in einer mobilen Gesellschaft, deshalb sollte der Mehrwertsteueranteil auf den ermäßigten Satz von 7 statt 19 Prozent gesenkt werden - wie bei anderen Grundbedarfsartikeln."

    Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) riet am Freitag allen, die über Pfingsten eine Reise mit dem Auto unternehmen wollen, ihre Pläne kurzfristig zu ändern und das Auto stehen zu lassen. Angesichts weiter steigender Spritpreise und voraussichtlicher Staus auf den Autobahnen belaste jede Autofahrt am Pfingstwochenende Portemonnaie und Nerven über Gebühr./bb/DP/he





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