13.12.2007 10:40
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ROUNDUP: Biogen Idec stellt Käufersuche ein - Aktie stürzt ab

        CAMBRIDGE (dpa-AFX) - Das amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Biogen Idec   hat seinen im Oktober veröffentlichten Plan, sich selbst zum Verkauf zu stellen aufgegeben. Die Suche nach einem möglichen Käufer sei nicht erfolgreich verlaufen, teilte der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA mit. Das Board of Directors habe deshalb entschieden, dass Biogen Idec weiterhin unabhängig bleiben soll. Die Aktie stürzte daraufhin im nachbörslichen Handel am Mittwoch um rund 27 Prozent auf 55,51 Dollar ab. In der Branche wurde der angepeilte Verkauf zu einem Preis von deutlich über 20 Milliarden Dollar als zu teuer eingestuft.

 

     In den vergangenen Monaten hatten der Einstieg des Milliardärs Carl Icahn und der angekündigte Verkauf die Aktie bis auf 82 Dollar in die Höhe getrieben. Einige Pharmakonzern wie die bei der milliardenschweren Übernahme des amerikanischen Biotech-Unternehmens MedImmune durch AstraZeneca   nicht zum Zuge gekommene SanofiAventis   hatten wegen der Höhe des erwarteten Übernahmepreises abgewunken. Prämien von mehr als 40 Prozent auf den Aktienkurs waren bei Übernahmen in der Biotech-Branche durch Pharmamultis keine Seltenheit. An der Wall Street wurden neben Sanofi Aventis auch Novartis, GlaxoSmithKline und Pfizer ein Interesse an Biogen Idec nachgesagt.

 

ANALYST: AKTIENKURSENTWICKLUNG HAT POTENZIELLE KÄUFER ABGESCHRECKT

 

    Nach Ansicht von Cowen & Co. Analyst Eric Schmidt hat der kräftig gestiegene Aktienkurs potenzielle Kaufinteressenten abgeschreckt. Neben der Kaufpreishöhe könnten auch die Partnerschaften von Biogen Idec mit der Roche-Tochter Genentech   und dem Partner Elan als mögliches Hindernis gewertet worden sein. Icahn wurde anfänglich ein Interesse an einer Übernahme oder einer Anteilsaufstockung von Biogen Idec nachgesagt. Nachdem Icahn aber keine Offerte vorgelegt habe, seien Zweifel an seinem Engagement aufgetaucht: "Ich glaube nicht, dass Carl Icahn Biotech-Unternehmen für 20 Milliarden Dollar übernimmt", so Schmidt.

 

    Deutsche Bank-Analyst Jennifer Chao begründete die Zurückhaltung auf der Käuferseite mit möglichen Sicherheitsbedenken um das Multiple-Sklerose-Mittel Tysabri. Biogen Idec und Analysten hatten mit Tysabri vor dem spektakulären Verkaufsstopp im Februar 2005 nur kurz nach der Marktzulassung große Hoffnungen auf Milliardenumsätze verbunden. Biogen Idec und Partner Elan mussten den Vertrieb von Tysabri stoppen, nachdem zwei mit dem Mittel behandelte Patienten an einer seltenen Erkrankung des zentralen Nervensystems gestorben waren. In den USA und Europa wurde Tysabri, das ein Konkurrenzprodukt zu Rebif von Merck KGaA und Betaseron von Bayer ist, im Juni 2006 mit strengen Auflagen wieder zugelassen.          Biogen Idec, an dem der US-Investor Carl Icahn seit August beteiligt ist, hatte sich am 12. Oktober zum Verkauf gestellt. Als Berater wurden die Investmentbaken Goldman Sachs   und Merrill Lynch engagiert./ep/zb

 

Aktien in diesem Artikel

Sanofi-Aventis 45,1 +0,3%
GlaxoSmithKline 29,3 +0,8%
Novartis 36,0 -0,1%
Biogen Idec 40,1 +1,5%
Pfizer 11,5 -1,3%
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