07.05.2008 14:48
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ROUNDUP: Bosch Siemens Hausgeräte sieht nach Rekordjahr langsameres Wachstum

        MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Hausgeräte-Hersteller Bosch Siemens (BSH) stellt sich nach einem Rekordjahr für 2008 auf ein langsameres Wachstumstempo ein. Nach einem Umsatzplus um 6,1 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr dürften die Erlöse 2008 angesichts der voraussichtlich schwächeren Weltkonjunktur um drei bis vier Prozent zulegen, sagte BSH-Chef Kurt-Ludwig Gutberlet, am Mittwoch in München. Ins neue Geschäftsjahr sei man trotz eines schwierigen Umfelds gut gestartet. Profitieren will BSH auch in diesem Jahr von der lebhaften Nachfrage nach weißer Ware wie Kühlschränken und Geschirrspülern in China und Osteuropa. "Vor allem China wird zu einem immer wichtigeren Umsatz- und Ertragsbringer für die BSH", sagte Gutberlet.

    Enttäuscht zeigte er sich vom Geschäft mit Elektrogeräten der höchsten Energie-Effizienzklasse A++. Solche Geräte seien zwar verglichen mit der Effizienzklasse A nochmals teils deutlich sparsamer, kosteten aber 200 bis 250 Euro mehr, daher schreckten noch viele Kunden vor der Anschaffung zurück. "Wir als Hersteller arbeiten weiter an der Reduzierung der für eine höhere Energie-Effizienz notwendigen Mehrkosten", erklärte Gutberlet. Auch die Kundenberatung solle ausgebaut werden.

    In seinem Heimatmarkt Deutschland bekam das Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH neben der Kaufzurückhaltung nach der Mehrwertsteuererhöhung auch den rückläufigen Wohnungsbau zu spüren. Der Deutschland-Umsatz gab so 2007 um fast 6 Prozent nach. Dagegen konnte sich BSH in Westeuropa gegen die rückläufige Nachfrage stemmen und ein Umsatzplus um 5,5 Prozent erzielen. Insgesamt legte der Auslandsumsatz des Unternehmens 2007 um 9,4 Prozent zu und macht mittlerweile 80,5 Prozent der Gesamterlöse des Unternehmens aus.

    Der Ertrag vor Steuern kletterte 2007 um 17,5 Prozent auf 637 Millionen Euro. Eine Ergebnisprognose für dieses Jahr nannte Gutberlet nicht. Das internationale Wachstum solle über Investitionen in bestehende und neue Fabriken und den Vertriebsaufbau in neuen Märkten vorangetrieben werden. Die Verkaufspreise will das Unternehmen nach einer Anhebung im vergangenen Jahr nochmals erhöhen, und zwar je nach Land zwischen ein und drei Prozent.

    Angesichts der milliardenschweren Schmiergeld-Affäre bei Siemens hat derweil auch BSH seine Bemühungen um die Einhaltung von Gesetzen und Regeln im Unternehmen ("Compliance") gestärkt, unter anderem mit der Ernennung eines Ombudsmannes. Konkrete Vorfälle, die dazu Anlass gegeben hätten, gebe es allerdings nicht, betonte Gutberlet. Viele Großunternehmen intensivierten derzeit ihre Aktivitäten in diesem Bereich "im Sinne einer Verbesserung des Risikomanagements". Entsprechende Fachleute seien daher schwer zu bekommen./cs/DP/edh

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