17.07.2008 09:24
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ROUNDUP: Fresenius finanziert APP-Übernahme durch Anleihe und Kapitalerhöhung

        BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Medizinkonzern Fresenius SE  will die jüngste Milliardenübernahme des amerikanischen Infusionsspezialisten APP Pharmaceuticals   in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro durch eine Pflichtumtauschanleihe und eine Kapitalerhöhung finanzieren. Der weitaus größte Teil der Übernahmesumme werde durch die Finanzierung über Fremdkapital erfolgen, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag auf Anfrage und bestätigte damit Aussagen von Anfang Juli. An der Börse reagierte die Fresenius SE-Aktie auf die überraschend vorgelegten Zahlen für das erste Halbjahr und die Pflichtanleihe mit einem Minus von 0,14 Prozent auf 51,67 Euro, während der Gesamtmarkt deutlich anzog.

    Der Nennwert der Anleihe liege bei bis zu 600 Millionen Euro, teilte die im MDAX  notierte Gesellschaft in Bad Homburg mit. Die Anleihe werde zum Ende der Laufzeit zwingend in Stammaktien der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care  getauscht. Die Pflichtumtauschanleihe sei die erste Komponente der langfristigen Finanzierung der Übernahme von APP Pharmaceuticals und werde in den nächsten zwölf Monaten voraussichtlich um eine Kapitalerhöhung der Fresenius SE von bis zu 300 Millionen Euro ergänzt. Mit der Anfang Juli bekanntgegebenen Milliardenübernahme von APP stärkt Fresenius sein Infusionsgeschäft Fresenius Kabi und übernimmt eine führende Rolle im weltweiten Geschäft mit intravenös verabreichten patentfreien Medikamenten.

FRESENIUS WILL FMC AUCH KÜNFTIG KONTROLLIEREN - ZAHLEN

    Die Fresenius SE hält gegenwärtig rund 36 Prozent am stimmberechtigten Kapital und am gesamten gezeichneten Kapital der Fresenius Medical Care und werde auch nach der Tilgung der Anleihe mit mehr als 30 Prozent an der Dialyse-Tochter beteiligt sein. "Fresenius Medical Care (FMC) bleibt unsere Kerngeschäft, das wir auch nach der Anleihe mit einem Anteil von mehr als 30 Proeznt kontrollieren und konsolidieren werden", sagte der Fresenius-Sprecher. Der Anleihe unterliegen bis zu 17 Millionen Stammaktien der Fresenius Medical Care. Die Anleihe hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Platzierung führen Credit Suisse   und Deutsche Bank  durch.

    Überraschend legte der Bad Homburger Medizinkonzern Fresenius vor Bekanntgabe der Anleihe auch vorläufige Zahlen für das erste Halbjahr vor: In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz währungsbereinigt um neun Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um acht Prozent auf 780 Millionen Euro. Unter dem Strich wies Fresenius einen Überschuss von 211 Millionen Euro aus. Die endgültigen Zahlen für das erste Halbjahr will das Unternehmen am 30. Juli bekanntgeben.

    Die Dialysetochter FMC hat Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal gesteigert, die Profitabilität ging indes leicht zurück. Die Erlöse kletterten in den Monaten April bis Juni um elf Prozent auf 2,665 Milliarden US-Dollar, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs im gleichen Zeitraum um neun Prozent auf 428 Millionen Dollar. Die operative Marge lag bei 16,1 Prozent, nach 16,3 Prozent im Vorjahresquartal. Das Nettoergebnis stieg um 17 Prozent auf 209 Millionen Dollar./ep/tw

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