21.04.2008 16:57
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ROUNDUP: Fresenius verstärkt sich durch Millionenübernahme von Dabur Pharma

        BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Gesundheitskonzern Fresenius verstärkt sich durch die Millionenübernahme des indischen Arzneimittelherstellers Dabur Pharma im Geschäft mit intravenös verabreichten Medikamenten. Fresenius übernehme über die Tochter Fresenius Kabi die Mehrheit an Dabur Pharma, teilte das im MDAX  notierte Unternehmen am Sonntag in Bad Homburg mit. "Mit dem Fokus auf die Emerging Markets von Dabur verstärken wir uns nicht nur in Indien", sagte Fresenius-Vorstandschef Ulf Schneider am Montag in einer Telefonkonferenz. Mit Dabur sei Fresenius auch vor dem Hintergrund der anstehenden Patentverluste für Krebsmittel von Originalherstellern gut aufgestellt.

 

    Auch dafür sei ein Preis von 76,50 Indischen Rupien je Aktie ein "faires Angebot", sagte Fresenius-Vorstand und Kabi-Chef Rainer Baule am Montag. Dabur mit Sitz in Neu-Delhi sei ein führender Hersteller von Generika und Krebsmedikamenten und setze mit 960 Beschäftigten rund 41 Millionen Euro um. Fresenius zahlt für 73,3 Prozent der Aktien 139 Millionen Euro und gibt für weitere 20 Prozent ein öffentliches Übernahmeangebot ab. Fresenius will Dabur Pharma nach Abschluss der Übernahme nicht von der Börse nehmen, sagte Baule.

 

ÜBERNAHME VON DABUR STÄRKT FRESENIUS-PORTFOLIO

 

    Die Übernahme von Dabur durch Fresenius Kabi werde das Portfolio bei intravenös verabreichten Medikamenten bedeutend vergrößern, hieß es am Montag an der Börse. Fresenius Kabi habe jedoch mit dem rund 4,6-fachen des Umsatzes von Dabur einen hohen strategischen Preis gezahlt. Dieser zeige aber auch die Bedeutung dieses stark zergliederten Markts für Kabi, der sich durch hohe Margen auszeichne, hieß es bei Sal.Oppenheim. Die bereits hohen Wachstumsraten der Fresenius-Tochter dürften sich damit weiter beschleunigen. Alles in allem sei die Übernahme ein wichtiger Schritt für Kabi, um sich in diesem Marktsegment fortzuentwickeln. Es sei auch ein weiterer Schritt, weltweiter Marktführer in diesem Bereich zu werden, in dem Kabi bereits Unternehmen in Europa und Lateinamerika übernommen habe.     

 

    Die nach dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care   zweitgrößte Einheit Fresenius Kabi knackte 2007 erstmals die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro. Bis 2010 will die im MDAX notierte Fresenius die Erlöse von Kabi um die Hälfte und den Gewinn sogar noch stärker erhöhen. "In den nächsten drei Jahren wollen wir den Umsatz bei einer optimierten Marge auf 3 Milliarde Euro steigern", hatte Fresenius-Vorstand und Kabi-Chef Rainer Baule jüngst in Aussicht gestellt. 2007 stieg der Umsatz bei Kabi um sieben Prozent, der Gewinn konnte um 28 Prozent auf 183 Millionen Euro gesteigert werden. Durch mehrere Akquisitionen in jüngster Zeit habe Kabi sehr gute Wachstumsperspektiven. Vor allem der Markt in China entwickele sich sehr dynamisch, hatte Konzernchef Ulf Schneider bei Vorlage der Bilanz gesagt. "In einigen Jahren wird der chinesische Markt von der Bedeutung her mit dem deutschen Markt konkurrieren."      ÜBERNAHME SOLL IM 3. QUARTAL ABGESCHLOSSEN SEIN

 

    Der Mutterkonzern des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) will die Übernahme vollständig aus Fremdmitteln finanzieren. Fresenius erwartet, dass sich die Transaktion in zwei bis drei Jahren positiv auf das Konzern-Cash-EPS auswirken wird. Die Übernahme soll zu Beginn des dritten Quartals 2008 abgeschlossen sein. Dabur zählt weltweit zu den wenigen Herstellern, die über internationale Zulassungen für die gesamte Wertschöpfungskette zur Herstellung von Zytostatika verfügen. Das Generikaunternehmen betreibt zwei Produktionsstätten in Indien und eine in Großbritannien./ep/he

 

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