30.04.2008 11:03
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ROUNDUP: Fresenius zuversichtlich für 2008 - Eurostärke belastet im Quartal

        BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius zeigt sich nach einem operativen Ergebnisrückgang im Auftaktquartal zuversichtlich, die angepeilten Bestmarken bei Umsatz und Gewinn zu erreichen: 2008 erwartet Fresenius beim Umsatz weiterhin währungsbereinigt ein Plus von 8 bis 10 Prozent und beim Jahresüberschuss einen Anstieg von 10 bis 15 Prozent, teilte die im Index für mittelgroße Standardwerte MDAX  notierte Fresenius SE am Mittwoch in Bad Homburg mit. Bis 2010 will Konzernchef Ulf Schneider einen Umsatz von 15 Milliarden Euro erreichen. Im Vormittagshandel lagen Fresenius-Aktien rund ein Prozent im Minus.

WÄHRUNGSEFFEKTE DURCH UMRECHNUNG

    Währungseffekte sorgten in den ersten drei Monaten erwartungsgemäß für Gegenwind: Während der Konzernumsatz währungsbereinigt um 8 Prozent auf 2,798 Milliarden Euro kletterte, verbuchte Fresenius zu Ist-Kursen nur ein Wachstum von 1 Prozent. Währungsumrechnungseffekte, die im Wesentlichen durch die deutliche Abschwächung des US-Dollar gegenüber dem Euro auftraten, hatten einen negativen Einfluss von 7 Prozent. Während der Mutterkonzern Fresenius in Euro bilanziert, weist die im DAX  notierte Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care  (FMC) ihre Zahlen in Dollar aus. Auf Konzernebene erwirtschaftet Fresenius SE mit weltweit mehr als 114.000 Beschäftigten über 40 Prozent des Umsatzes im Dollarraum. 2007 trug FMC 62 Prozent zum Umsatz und rund 40 Prozent zum Nachsteuerergebnis bei.

    In den ersten drei Monaten sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 377 Millionen Euro (VJ: 380). Damit lag der Konzern unter den Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten, die mit einer Stagnation bei 380 Millionen Euro gerechnet hatten. Beim Umsatz verbuchte Fresenius einen Anstieg von 2,767 Milliarden auf 2,798 Milliarden Euro. Beim Jahresüberschuss erzielte Fresenius ein Wachstum von 13 Prozent auf 100 Millionen Euro. Auch hier lagen die Expertenschätzungen leicht höher. Fresenius konnte im ersten Quartal vor allem von der Entwicklung in Europa und Asien profitieren.

ZIELE FÜR SPARTEN BESTÄTIGT

    Die zweitgrößte Sparte Kabi, in der Fresenius klinische Ernährung und Infusionstherapien anbietet, knackte 2007 erstmals die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro und erzielte im ersten Quartal einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 545 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich auf 87 Millionen Euro (VJ: 77). Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2008 wurde bestätigt: Der Kabi-Umsatz soll währungsbereinigt um 12 bis 15 Prozent steigen. Fresenius Kabi rechnet im Geschäftsjahr 2008 mit einer EBIT-Marge von rund 16,5 Prozent. Auch für die Krankenhaussparte Helios bestätigte Konzernchef Ulf Schneider die frühere Prognose, wonach der Umsatz auf 2,050 Milliarden Euro und das EBIT auf 160 bis 170 Millionen Euro zulegen soll.

    Zu möglichen Übernahmen äußerte sich Fresenius am Mittwochmorgen nicht. Am Montag hatte Konzernchef Schneider im Gespräch mit dpa-AFX nach der jüngsten Übernahme von rund 73 Prozent an dem indischen Generikahersteller Dabur Pharma für 139 Millionen Euro gesagt: "Im Fokus stehen allerdings, wie zu Jahresbeginn angekündigt, kleine und mittelgroße Akquisitionen." Auch größere Übernahmen würden bei sich bietenden Gelegenheiten geprüft.

    Das Ergebnis der Mutter Fresenius wurde nach Meinung von Analyst Martin Possienke von Equinet vor allem von dem Währungseffekten und der geringeren Profitabilität bei Fresenius Medical Care belastet. Im ersten Jahresviertel war der Überschuss von FMC um 16 Prozent auf 186 Millionen US-Dollar gestiegen, während sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 7 Prozent auf 389 Millionen Dollar verbessert hatte - jedoch damit die Schätzungen von 402 Millionen Dollar verfehlte. Beim Umsatz wie auch beim Überschuss erzielte der Spezialist für die Behandlung von Nierenkranken eine Punktlandung.

    Der Gesundheitskonzern ist nach Meinung von Possienke aber weitgehend unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung für nachhaltiges Wachstum aufgestellt. Er blieb bei seiner "Accumulate"-Bewertung mit einem Kursziel von 64 Euro. Einem Börsianer zufolge liegen die Fresenius-Zahlen leicht unter den Marktschätzungen. Damit breche Fresenius mit seiner Tradition, regelmäßig die Schätzungen zu überbieten./ep/sk

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