22.07.2008 16:12
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ROUNDUP: Führungswechsel bei Zeiss Meditec - Vorstand hält an Prognose fest

        JENA/OBERKOCHEN (dpa-AFX) - Mit Michael Kaschke übernimmt ein Vorstandsmitglied des Zeiss-Konzerns auch den Chefsessel bei der börsennotierten Medizintechnik-Tochter in Jena. Die personelle Veränderung sei keine Kurzfristreaktion auf die aktuellen Probleme von Carl Zeiss Meditec auf dem USA-Markt, sagte Kaschke am Dienstag der dpa. Vielmehr gehe es darum, eine zweite Wachstumsphase zu starten. "In turbulenterer Zeit müssen wir uns dafür etwas anders aufstellen."

    Der bisherige Vorstandssprecher Ulrich Krauss soll sich nach Unternehmensangaben nur noch auf den Vertrieb und die Erschließung neuer Märkte konzentrieren. Der Vorstand legte erste Neun-Monats-Zahlen vor und bekräftigte die Umsatz- und Ertragsprognose für das laufende Geschäftsjahr (30. September).

KASCHKE IN DOPPELFUNKTION

    Der 51-jährige Kaschke bleibt nach eigenen Angaben Vorstandsmitglied bei der Carl Zeiss AG, wo er für die weitgehend in Jena angesiedelten Bereiche Medizintechnik und Mikroskopie sowie Finanzen und Controlling zuständig ist. Die Doppelfunktion sei eine Herausforderung. "Aber das geht", sagte der promovierte Physiker. Zeiss Meditec, einer der wenigen ostdeutschen Vertreter im Technologiewerte-Index TecDAX, beschäftigt 2100 Mitarbeiter und ist auf Geräte und Systeme für die Augenheilkunde spezialisiert. Das Unternehmen hält in diesem Segment nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von etwa 20 Prozent.

    Für die ersten neun Monate rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 445 Millionen Euro und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von etwa 50 Millionen Euro. Prognostiziert ist für das gesamte Geschäftsjahr ein Umsatz zwischen 600 und 620 Millionen Euro (Vorjahr: 570 Millionen Euro). Beim Betriebsergebnis (EBIT) waren bisher 65 bis 74 Millionen Euro genannt worden. Der Aktien-Kurs stabilisierte sich nach anfänglichen Verlusten am Nachmittag mit 9,95 Euro etwa auf Vortagsniveau.

KASCHKE: US-MARKT WEITER UNSICHER

    Kaschke bezeichnete den US-Markt weiterhin als unsicher. Nach einem schwachen Start habe sich das Geschäft von Zeiss Meditec in den USA jedoch in den vergangenen Monaten stabilisiert. Dort würden etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen Umsatzeinbußen dort durch höhere Erlöse in Europa und Asien ausgeglichen. Ziel sei, die Position des Medizintechnik- Unternehmens in den angestammten Märkten zu halten und Zeiss Meditec stärker vor allem in Indien, China und Osteuropa zu etablieren, sagte Krauss.

    Nachfolger von Kaschke als bisheriger Aufsichtsratsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG wird sein bisheriger Stellvertreter Markus Guthoff. Der Optik- und Elektronik-Konzern Carl Zeiss hält 65 Prozent der Aktien der Jenaer Tochter. /ro/DP/sb

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