15.05.2008 15:03
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ROUNDUP: GPC Biotech verringert Verlust - In Gesprächen in USA und Europa

        MARTINSRIED (dpa-AFX) - Das Biotechnologie-Unternehmen GPC Biotech kämpft nach einem deutlichen Rückschlag bei der Entwicklung eines Krebsmittels weiter ums Überleben. Im ersten Quartal sackte der Umsatz wegen geringerer Zahlungen für Satraplatin vom Kooperationspartner Celgene (ehemals Pharmion) um 58 Prozent auf 1,6 Millionen Euro ab. Der Fehlbetrag verringerte sich aber um 60 Prozent auf 6,9 Millionen Euro, wie GPC Biotech am Donnerstag in Martinsried bei München mitteilte. Die Suche nach einem Fusionspartner und Übernahmemöglichkeiten laufe weiter: "Wir reden mit einer Vielzahl von Unternehmen diesseits und jenseits des Atlantiks", sagte Unternehmenschef Bernd Seizinger in einer Telefonkonferenz.     Nach dem Rückschlag für den einstigen Hoffnungsträger, das Krebsmittel Satraplatin, im vergangenen Jahr hatte GPC Biotech drastische Kosteneinsparungen mit einem massiven Abbau der Belegschaft eingeleitet. Satraplatin hatte das Überleben von Prostatapatienten einer Studie zufolge nicht verlängern können. Das Unternehmen zog daraufhin den Zulassungsantrag in den USA zurück.

    Durch die angekündigten Kosteneinsparungen will GPC Biotech das eigene Überleben bis Ende 2010 sichern. Da die Ausgaben für Abfindungen und Restrukturierungsmaßnahmen im ersten Quartal außerordentlich hoch waren, wird für GPC Biotech nach Ansicht von Analysten der finanzielle Spielraum enger. Im ersten Quartal wies GPC Biotech einen Netto-Cash-Burn von 10,6 Millionen Euro aus. Ende März 2008 verfügte die Gesellschaft noch über liquide Mittel in Höhe von 53,5 Millionen Euro.

    Der Ausblick für 2008 wurde bestätigt: Danach erwartet GPC Biotech einen Umsatz von 5 bis 7 Millionen Euro. 2007 hatte die ehemals im TecDAX notierte GPC Biotech einen Fehlbetrag von 69,2 Millionen Euro und einen Umsatz in Höhe von 18,3 Millionen Euro ausgewiesen.

    Spekulationen um eine Fusion der beiden Biotech-Investments des SAP-Gründers Dietmar Hopp hatten in der vergangenen Woche den stark gebeutelten GPC Biotech-Aktionären zu einem kräftigen Kursgewinn verholfen. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte berichtet, in der stark zersplitterten deutschen Biotechnologie-Branche bahne sich zwischen GPC Biotech und Wilex  eine Fusion an. Überlegungen dieser Art sind nicht neu, da Hopp mehrfach betont hat, die deutsche Biotech-Szene bedürfe größerer Einheiten, um international mithalten zu können. Über einen möglichen Zusammenschluss von Wilex und GPC und/oder auch von GPC und Heidelberg Pharma wird in der Branche bereits seit mehreren Monaten heftig spekuliert.

    Bis zum frühen Nachmittag verteuerten sich GPC Biotech-Aktien um 8,63 Prozent auf 3,02 Euro./ep/wiz

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