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ROUNDUP: Gewinneinbruch bei Hypo Real Estate - Weitere Millionen abgeschrieben
Auch das operative Geschäft lief schleppender als vor einem Jahr. Zu einer Prognose für das Gesamtjahr sah sich die Bank nicht in der Lage. Weitere Abschreibungen seien nicht ausgeschlossen. Die Börse reagierte mit deutlichen Abschlägen auf die Nachrichten. Bis zum späten Vormittag gab die Aktie der Bank um 3,72 Prozent auf 22,80 Euro nach und war damit schwächster Wert im DAX , der um 0,56 Prozent sank.
GEWINN BRICHT EIN
"Die ersten drei Monate 2008 waren für unsere Branche sicherlich das schwierigste Quartal seit vielen Jahren", sagte Konzernchef Georg Funke. Nur durch positive Bewertungseffekte aus einer im Zuge der Übernahme des Staatsfinanzierers DEPFA im vergangenen Jahr ausgegebenen Anleihe wurde ein Absturz des Ergebnisses verhindert. Ohne diesen Effekt wäre der Vorsteuergewinn um 98 Prozent auf 6 Millionen Euro zusammengeschmolzen, nach 304 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten zwar mit einem deutlichen Einbruch gerechnet, im Schnitt aber noch einen Vorsteuergewinn von 22 Millionen Euro erwartet. Einschließlich des Effekts aus der Anleihe, der sich mit 184 Millionen Euro positiv im Ergebnis niederschlug, waren es 190 Millionen Euro.
Unterm Strich blieb ein Überschuss von 148 Millionen Euro. Um latente Steuern und die Effekte der Anleihe und der CDO-Abschreibungen bereinigt lag er bei 135 Millionen Euro. Die bereinigte Eigenkapitalrendite nach Steuern (RoE) lag damit nur bei 7,2 Prozent. "Das ist natürlich enttäuschend", sagte Finanzvorstand Markus Fell. "Unser Ziel bleibt aber eine zweistellige Rendite." Für 2009 peilt die Bank bisher eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 13 Prozent an. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie ihr Ziel von 12 Prozent wegen der Finanzkrise verfehlt.
KEINE PROGNOSE FÜR DAS GESAMTJAHR
Eine Prognose für das laufende Jahr wagte die Bank nicht. Nachdem sich die Krise an den Kapital- und Finanzierungsmärkten fortgesetzt und teils noch verschärft habe, sei es weiter unmöglich, die kurzfristigen Rahmenbedingungen verlässlich einzuschätzen, hieß es. Weitere Belastungen für die Kreditwirtschaft und damit auch für die Hypo Real Estate seien für die kommenden Quartale nicht auszuschließen. Ursprünglich hatte die Bank im laufenden Jahr einen Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro angepeilt, bereits Ende März aber eingeräumt, dass ein Verfehlen des im Januar ausgegebenen Ziels wegen der Finanzkrise nicht auszuschließen sei.
Auch das operative Geschäft entwickelte sich im ersten Quartal etwas schwächer als von den Analysten erwartet. Der Zinsüberschuss sank von 339 auf 299 Millionen Euro (Prognose: 306), der Provisionsüberschuss von 54 auf 35 Millionen Euro (Prognose: 42). Ein Grund für den Rückgang war das geringere Neugeschäft, das sich im Kerngeschäft mit der Immobilienfinanzierung auf 3,1 Milliarden Euro halbierte. Im durch die DEPFA gestärkten Geschäftsfeld mit der Staatsfinanzierung legte das Neugeschäft dagegen von 14,1 auf 15,1 Milliarden Euro zu.
MARGEN ZIEHEN AN
Wegen der gestiegenen Margen sei die im Neugeschäft durchschnittlich zu erzielende Rendite (IRR) in beiden Segmenten aber deutlich gestiegen: auf gut 15 Prozent bei der Immobilienfinanzierung und auf mehr als 30 Prozent bei der Staatsfinanzierung. Grund sei die stärkere Berücksichtigung von Ausfallrisiken in den Zinssätzen. "Das ist deutlich besser als geplant", sagte Fell. In beiden Geschäftssegmenten, Immobilien- und Staatsfinanzierung, legte das Vorsteuerergebnis dadurch jeweils um sieben bis acht Prozent zu. In den Kerngeschäftsfeldern sei das operative Geschäft damit "zufriedenstellend und teilweise erfreulich verlaufen", sagte Funke.
Handelsergebnis und Finanzanlageergebnis drehten wegen der Abschreibungen dagegen wie von den Analysten erwartet deutlich ins Minus. Die Neubewertungsrücklage wurde bis Ende März um 950 Millionen Euro auf 1,296 Milliarden Euro erhöht. Grund waren vor allem Bewertungsänderungen auf Staatsanleihen in Spanien, Griechenland und Japan. "Echte Verluste würde ich hier aber ausschließen", sagte Fell. "Mehr als die Hälfte der Summe haben wir im April schon wieder aufgeholt." Auch das Handelsergebnis sei im April wieder deutlich im Plus gewesen./fj/edh/tw
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