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ROUNDUP: Heidelberger Druck sieht erste Anzeichen für Besserung
Bis zum vorletzten Messetag seien 2.500 Aufträge eingegangen. "Das sind ähnlich viele wie auf der letzten Messe 2004." Schreier warnte allerdings vor der Schlussfolgerung, auch von einem gleichen Wert auszugehen. "Es gibt Währungseinflüsse und wir haben heute andere Produkte." So hat sich Heidelberger Druck zwischenzeitlich aus dem Geschäft mit Maschinen für den Zeitungsdruck und kleineren Digitaldruckmaschinen zurückgezogen. Dagegen hat das Unternehmen kräftig in das Postpress-Geschäft mit Maschinen zur Weiterverarbeitung der Druckprodukte sowie in das Geschäft mit Service und Verbrauchsmaterialien investiert.
AKTIE ERHOLT SICH
Heidelberger Druck leidet derzeit unter einer Kaufzurückhaltung in den Industrieländern, allen voran in den USA. Hintergrund ist die eingetrübte wirtschaftliche Stimmung infolge der Subprime-Krise. Für das laufende Geschäftsjahr 2008/2009 (Ende März) erwartet der Konzern einen "deutlichen" Rückgang des Betriebsergebnisses, wozu aber auch die Kosten für die Messe und für die Einführung neuer Produkte beitragen. Bereits im abgelaufenen Jahr war die Kennziffer auf 268 Millionen Euro zurückgegangen. Der Umsatz war auf 3,67 Milliarden Euro gefallen. Hier will Heidelberger Druck erst mit der Vorlage der Erstquartals-Bilanz im August einen Ausblick liefern.
Investoren und Analysten, die das Unternehmen am Dienstag auf die Drupa eingeladen hatte, zeigten sich angesichts soviel Zurückhaltung bei den Detailfragen zwar enttäuscht. Die Aktie erholte sich dennoch nach einem zwischenzeitlichen Verlust von mehr als 3 Prozent bis zum Mittag wieder und lag noch mit 0,64 Prozent im Minus bei 15,42 Euro. Der Gesamtmarkt dagegen verlor das Doppelte.
US-GESCHÄFT BESSER ALS ERWARTET
Positiv stachen insbesondere hervor, dass sich das Geschäft mit Nordamerika besser als erwartet entwickelt. Die US-Kunden hätten auf der Messe für eine "positive Überraschung" gesorgt, sagte Vorstandschef Schreier gegenüber dpa-AFX. "Derzeit trennt sich die Spreu vom Weizen. Die gut wirtschaftenden Kunden ordern wieder." Nichtsdestotrotz rechnet er für die Region mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr.
Auch konzernweit wollte Schreier noch keine Entwarnung geben, hatte der Konzern im abgelaufenen Jahr doch mehrfach die Prognose nach unten korrigieren müssen und damit bei vielen Anlegern Vertrauen verspielt. So geht der Vorstandschef im ersten Quartal weiter von roten Zahlen aus und einem Umsatzrückgang. Näher wollte er sich zum Jahresstart nicht äußern.
BEREIT FÜR ZUKÄUFE
Heidelberger Druck sucht angesichts des schleppenden Maschinenabsatzes sein Heil im relativ stabilen Geschäft mit Services und Verbrauchsmaterialien. Mit Zukäufen in Europa und Kanada hatte Schreier die Sparte bereits ausgebaut. Weitere Übernahmen im dreistelligen Millionenbereich sollen folgen. Zur Finanzierung will sich der Konzernchef von der kommenden Hauptversammlung abermals die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung und einer Wandelanleihe genehmigen lassen. "Der Markt befindet sich in einer Konsolidierung - jeder spricht mit jedem." Auch er sei in Gesprächen. Es habe sich aber "noch nichts Konkretes" ergeben.
Wie genau die Lage bei Heidelberger Druck aussieht, wird sich erst am 5. August zeigen, wenn die Zahlen für die Periode von April bis Juni vorgelegt werden. Dann will Schreier auch Details des angekündigten Sparprogramms nennen und einen konkreteren Ausblick aufs Gesamtjahr liefern./das/sc
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