09.05.2008 13:06
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ROUNDUP: Linde wächst im Umsatz und operativen Gewinn - Gewinnmitnahmen

        MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Industriegasekonzern Linde  ist dank einer guten Nachfrage mit Zuwächsen bei Umsatz und operativen Gewinn ins neue Geschäftsjahr gestartet. Allerdings verfehlte das Unternehmen dabei die Schätzungen der Analysten. Diese hatten mit weniger starken Währungseffekten gerechnet, die zu einem geringeren Anstieg führten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei um 5,8 Prozent auf 602 Millionen Euro gestiegen, teilte die im DAX  notierte Gesellschaft am Freitag in München mit.

    Der Umsatz nahm um zwei Prozent auf 2,917 Milliarden Euro zu. Dabei wirkte sich besonders der starke Euro aus. Denn währungsbereinigt legte der operative Konzernergebnis um 11,1 Prozent und die Erlöse um 7,5 Prozent zu. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte Linde.

    Die Aktie fiel bis zum Mittag um knapp vier Prozent auf 92,13 Euro. Börsianer sahen ihre Erwartungen im ersten Quartal zumindest teilweise enttäuscht. Analyst Stephan Kippe von der Commerzbank stufte die Aktie wegen der schwächeren Zahlen und seinem erreichten Kursziel von 96 Euro von "Add" auf "Hold" ab. Robert Heberger von Merck Finck bezeichnet hingegen die Zahlen als solide, auch wenn die Umsätze im Kerngeschäft Gase hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben seien.

ZIELE BESTÄTIGT

    "Wir sind solide in das neue Geschäftsjahr gestartet und daher auch zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle. Im laufenden Jahr peilt die Gesellschaft einen Zuwachs beim Umsatz und einen überproportionalen Anstieg beim operativen Ergebnis an. Auch mittelfristig bleibt Linde bei seinen Zielen. "Für das Geschäftsjahr 2010 streben wir unverändert ein operatives Konzernergebnis von mehr als drei Milliarden Euro an", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle. Die Rentabilität des eingesetzten Kapitals (ROCE) soll im Jahr 2010 einen Wert von mindestens 13 Prozent erreichen.

    Das Vorsteuerergebnis (EBT) ging von 647 Millionen Euro im Vorjahr auf 239 Millionen Euro zurück. Der Vorjahreswert hatte einen Buchgewinn in Höhe von 510 Millionen Euro enthalten. Unter dem Strich verdient Linde im ersten Jahresviertel 172 (Vorjahr: 458) Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug 0,96 (Vorjahr: 2,76) Euro. Bereinigt um den Buchgewinn und Kaufpreis für BOC wäre der Gewinn je Aktie von 1,07 Euro auf 1,29 Euro gestiegen. Auch bei dem Schuldenabbau kam Linde voran: Die Nettofinanzschulden betrugen Ende März 6,251 Milliarden Euro nach 6,427 Milliarden Euro zum Jahresende 2007.

SPARTEN

    Der Umsatz im Kerngeschäft Gase nahm in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 2,3 Prozent auf 2,301 Milliarden Euro zu. Währungsbereinigt lag das Plus bei acht Prozent. Das EBITDA verbesserte sich auf 586 (Vorjahr: 556) Millionen Euro. Wachsen konnte Linde fast in allen Regionen. Weniger umsetzen konnte Linde jedoch in der Region Amerika. Die Erlöse gingen von 680 Millionen Euro im Vorjahr auf 528 Millionen Euro zurück. Neben den ungünstigen Währungseinflüssen liege dieser Rückgang daran, dass Linde im Zuge der BOC-Übernahme in Übersee Unternehmensteile verkaufen musste.

    Im Anlagenbau kletterte der Umsatz auf 542 (Vorjahr: 498) Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg von 44 Millionen auf 47 Millionen Euro. Zum Zuwachs beigetragen habe vor allem eine hohe Nachfrage in den wichtigen Produktsegmenten Erdgas-, Ethylen-, Wasserstoff- und Luftzerlegungsanlagen. Die operative Marge erreichte 8,7 (Vorjahr: 8,8) Prozent./ne/fn/zb

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