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ROUNDUP: Lufthansa vor weiteren Arbeitskämpfen - Urabstimmung endet
Bereits durch den 36-Stunden-Streik von Piloten zweier Lufthansa- Töchter waren am Dienstag und Mittwoch rund 900 Flüge ausgefallen. Nach dpa-Berechnungen waren davon rund 30 000 Passagiere betroffen. Lufthansa buchte sie auf andere Maschinen oder die Bahn um, teilweise wurden auch Tickets storniert. Der Streik war damit der folgenreichste seit 2001, als die Vereinigung Cockpit erstmals den Abschluss eigenständiger Tarifverträge bei Lufthansa durchsetzte. In der Folge mussten auch am Donnerstag noch 15 Flüge gestrichen werden, weil die Maschinen frühmorgens nicht an den den geplanten Flughäfen standen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Vereinigung Cockpit hofft nun, dass Lufthansa ein neues Angebot vorlegt und will sonst über weitere Arbeitsniederlegungen beraten.
"Kommt es zu weiteren Streiks während der Urlaubszeit, dann trifft dies unsere Kunden", sagte Mayrhuber. "Wir verärgern diejenigen, die Ihnen Arbeit geben, denn es sind letztlich die Kunden die Ihre Vergütung sichern." Die Gewerkschaft ver.di wies die Äußerungen Mayrhubers zurück. Damit sollten offensichtlich nur die Beschäftigten demoralisiert werden, was aber nicht gelinge. "Bei Lufthansa fangen langsam die Nerven an zu flattern", sagte ver.di-Sprecher Harald Reutter.
MAYRHUBER VERTEIDIGT ANGEBOT
Mayrhuber verteidigte das bisherige Tarifangebot der Lufthansa. "Mehr geht nicht, das muss deutlich gesagt werden", schrieb er in dem offenen Brief an die Mitarbeiter. Das Angebot liege bereits im oberen Bereich der diesjährigen Abschlüsse in Deutschland und Lufthansa bezahle besser als die Wettbewerber.
Zugleich mahnte er, auch die Lage der Branche zu sehen: "Der Blick aus dem Fenster ist ratsam: Um uns herum werden Strecken reduziert, Flotten stillgelegt, Mitarbeiter freigestellt, ja sogar mehr als 25 Unternehmen geschlossen. Wer diesen Wetterbericht ignoriert, hat nicht das Wohl der Mitarbeiter und des Unternehmens im Auge." Zum bisher bewährten pragmatischen Ansatz gehöre auch ein "Nein zu Hypotheken auf unsere Zukunft".
Lufthansa hatte sowohl den rund 1000 von der Vereinigung Cockpit vertretenen Piloten der Lufthansa-Töchter CityLine und Eurowings als auch den von der Gewerkschaft ver.di vertretenen rund 50 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine Angebote unterbreitet. Diese liegen laut Lufthansa jeweils über dem Anstieg der Verbraucherpreise. ver.di hatte knapp zehn Prozent mehr Geld gefordert, die Piloten der im Regionalverkehr tätigen Töchter wollen ihr Gehalt näher an das Gehalt der Piloten bei der Konzernmutter bringen.
Mayrhuber sprach in dem Brief auch die um knapp 50 Prozent gestiegenen Vorstandsgehälter und die Dividende des Unternehmens an. Bei den Gehältern von Führungskräften gebe es Sprünge durch den variablen Anteil, der vom operativen Ergebnis abhänge. "Es können also auch mal 50 Prozent weniger sein - was ja schon der Fall war."
Eine zuletzt um 80 Prozent gestiegene Dividende klinge zwar dramatisch, sei es aber nicht, erklärte Mayrhuber. Dies entspreche einem Renditezuwachs von 3,5 Prozentpunkten. Schließlich gehöre das Unternehmen den Aktionären. "Sie erwarten einen Lohn für ihr eingesetztes Kapital." Es sei wichtig, Geldgeber zu gewinnen, um das Wachstum zu ermöglichen. "Es reicht nicht, nur Tickets zu verkaufen." Die Aktionäre könnten zudem auch leer ausgehen, wenn der Gewinn fehle. ver.di wies die Äußerungen Mayrhubers zur Dividende zurück. Im Vergleich zu den 80 Prozent sei die Forderung der Gewerkschaft nach 9,8 Prozent mehr Geld bescheiden./rg/DP/sk
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