26.02.2008 13:27
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ROUNDUP: MVV und Rheinenergie wollen bei Übernahmen kooperieren

        MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Regionalversorger MVV Energie  und Rheinenergie wollen bei der Konsolidierung der deutschen Energiebranche kooperieren. "Es wird eine Flurbereinigung geben", sagte MVV-Vorstandschef Rudolf Schulten am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Rheinenergie-Chef Rolf Martin Schmitz in Mannheim. Sein Unternehmen werde dabei mit der Kölner Rheinenergie zusammenarbeiten, die an MVV mit 16,1 Prozent beteiligt ist.

 

    Nach Einschätzung von Schulten wird sich die Zahl der kommunalen Versorger in den kommenden Jahren von 300 auf 50 reduzieren. Hintergrund ist die schärfere Regulierung, die auf den Bilanzen der Unternehmen lastet. Zudem fallen die Gewinne zunehmend in der Stromerzeugung an, also bei den vier Schwergewichten E.ON , RWE , Vattenfall  und EnBW , die rund 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms produzieren.

 

MARKTSTELLUNG VERGRÖSSERN

 

    Den Partnern MVV und Rheinenergie könnte sich bald eine Gelegenheit bieten, ihre Marktstellung signifikant zu vergrößern. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX will E.ON in den kommenden Wochen entscheiden, ob die Tochter Thüga mit rund 120 Stadtwerke-Beteiligungen verkauft werden soll. Rheinenergie-Chef Schmitz signalisierte Interesse an der Thüga. Wenn sich E.ON zu einem Verkauf entscheiden sollte, dann werde es viele Bieter geben, sagte Schmitz. Dazu zähle dann auch sein Unternehmen. Mit einer Trennung von der Thüga AG könnte sich E.ON dem regulatorischen Druck der deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden entziehen. E.ON äußert sich nicht dazu.

 

    In der Thüga hat Deutschlands größter Energiekonzern E.ON seine Beteiligungen an kommunalen Versorgern gebündelt und verfügt damit über einen guten Zugang zu wichtigen Kunden. Im Jahr 2006 wies die Thüga-Gruppe einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro aus. Neben MVV und Rheinenergie gelten ausländische Energiekonzerne als mögliche Bieter. Laut Medienberichten könnte der Kaufpreis bei 2,7 bis 4,3 Milliarden Euro liegen. Nach eigenen Angaben könnte MVV rund 1 Milliarde Euro für Akquisitionen aufwenden, Rheinenergie mindestens den gleichen Umfang. Das Kölner Unternehmen ist zudem schuldenfrei.

 

KRAFTWERKSBAU

 

    Die beiden Regionalversorger wollen künftig auch in anderen Bereichen kooperieren. So etwa ist beim Bau von Kraftwerken eine engere Absprache denkbar wie auch beim Stromhandel und den erneuerbaren Energien, wie Rheinenergie-Chef Schmitz sagte. Er bekräftigte, dass seine Unternehmen die Mehrheit an MVV Energie übernehmen wolle, wenn sich Gelegenheit dazu ergebe. Aus Sicht von MVV-Chef Schulten macht sogar eine Vollfusion Sinn, um Synergien zu heben. Die Kölner sind zweitgrößte Aktionär nach der Stadt Mannheim, die die Mehrheit hält.

 

    Rheinenergie ist mehrheitlich in kommunaler Hand, die RWE AG kontrolliert 20 Prozent. Im Jahr 2006 kam die Gesellschaft mit knapp 3.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. MVV setzte 2,3 Milliarden Euro um./mur/das

 

 

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