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ROUNDUP: Münchener Rück-Gewinn von Katastrophen und schwachen Börsen belastet
Unterdessen versucht der Konzern weiter, aus der Kapitalmarktkrise Gewinn zu schlagen. Der Bestand an strukturierten Kreditprodukten (ABS) soll von zuletzt 5,9 Milliarden Euro weiter steigen. Es gebe bei diesen Produkten inzwischen hohe Risikoaufschläge, sagte Schneider. Strukturierte Kreditprodukte waren von der Kapitalmarktkrise besonders stark betroffen gewesen.
Bei der zum Verkauf stehenden Versicherungssparte der Royal Bank of Scotland (RBS) schließt die Münchener Rück ein eigenes Gebot nicht aus. Nur weil es viele Interessenten geben dürfte, schaue der Vorstand "nicht systematisch weg", sagte der Vorstandschef der Münchener-Rück-Tochter ERGO, Torsten Oletzky, in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. In der ERGO hat die Münchener Rück ihr Erstversicherungsgeschäft mit Marken wie Hamburg-Mannheimer und Victoria gebündelt.
AKTIENKURS GIBT NACH
Die Anleger zeigten sich von den Nachrichten wenig begeistert. Am Vormittag gaben Münchener-Rück-Aktien um XX Prozent auf XX Euro nach. Das Kapitalanlageergebnis und die kombinierte Schaden-Kostenquote hätten negativ überrascht, schrieb UniCredit-Analyst Lucio Di Geronimo in einer ersten Reaktion. Dem gegenüber stehe allerdings eine starke Entwicklung im Leben- und Kranken-Rückversicherungsbereich. Auch habe die Erstversicherungssparte eine starke kombinierte Schaden-Kostenquote erzielt.
Im ersten Quartal verbuchte die Münchener Rück einen Überschuss nach Minderheiten von 775 Millionen Euro - das sind 19,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 806,3 Millionen Euro gerechnet. Zu dem Rückgang trugen die Verluste aus Aktiengeschäften ihren Teil bei. Das Kapitalanlageergebnis um 46,6 Prozent auf 1,687 Milliarden Euro ein, während die Analysten nur einen Rückgang auf 2,190 Milliarden Euro erwartet hatten.
KAUM SUBPRIME-ABSCHREIBUNGEN
Der Rückgang hatte mit Subprime-Papieren wenig zu tun: Auf "Investments mit Exponierung gegenüber dem US-Markt für Hypothekendarlehen niedriger Bonität" seien lediglich Abschreibungen von fünf Millionen Euro angefallen, hieß es. Beim operativen Ergebnis lag die Münchener Rück mit 1,151 Milliarden Euro (minus 12,3 Prozent) unter den Erwartungen von 1,207 Milliarden Euro. Erst- wie Rückversicherung hatten den Gewinn in ähnlichem Maße nach unten gezogen.
Zudem konnte die Münchener Rück in der Rückversicherung Schäden und Verwaltungskosten wider Erwarten erneut nicht alleine aus Beitragseinnahmen decken. Der Wirbelsturm "Emma" in Europa führte bei der Münchener Rück zu einer Schadenbelastung von rund 75 Millionen Euro. Die Überschwemmung in zwei Kohlebergwerken in Australien dürfte laut Vorstandsangaben zu Belastungen von fast 100 Millionen Euro vor Steuern führen. Insgesamt beliefen sich die Großschäden auf 578 Millionen Euro - mehr als ein Jahr zuvor, als der Wintersturm "Kyrill" über Europa gewütet hatte. "Großschäden gehören zu unserem Geschäft", sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. "Ein Schadenbild wie im ersten Quartal schreckt uns daher nicht."
Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote stieg infolge der Schäden allerdings auf 103,8 Prozent und lag damit deutlich über der Analystenprognose von 98,2 Prozent. In der Erstversicherung verbesserte sich die Quote von 102,1 auf 89 Prozent.
WENIGER PRÄMIENEINNAHMEN
Die Prämienentwicklung zeigt bei der Münchener Rück nach unten. Die gebuchten Bruttoprämien gingen von 10,02 auf 9,84 Milliarden Euro zurück (Prognose 10,06). Die verdienten Nettoprämien sanken von 8,79 auf 8,55 Milliarden Euro (Prognose: 8,28). Auch für das Gesamtjahr rechnet die Münchener Rück in der Rückversicherung nur noch 20 bis 21 Milliarden Euro, 1,5 Milliarden Euro weniger als bislang. In der Erstversicherung bleibt die Zielvorgabe bei 17,5 bis 18 Milliarden Euro, auf Konzernebene sinkt sie bei 36,0 bis 37,5 Milliarden Euro.
Bei der Schaden-Kosten-Quote hält die Münchener Rück an ihren bisherigen Zielen für 2008 fest. In der Rückversicherung soll sie bei 98 Prozent liegen, in der Erstversicherung unter 95 Prozent. Bei den Kapitalanlagen rechnet der Vorstand mit einer Verzinsung von nachhaltig 4,5 Prozent. "Ob und inwieweit dieser Wert in 2008 erreicht oder gar übertroffen werden kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Kapitalmärkte im Jahresverlauf ab", schränkt das Management jedoch ein. Im ersten Quartal hatte die Verzinsung bei 3,9 Prozent gelegen./stw/zb
| 09.05.2008 | Münchener Rück overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 08.05.2008 | Münchener Rück add | WestLB AG | |
| 08.05.2008 | Münchener Rück hold | Société Générale Group S.A. (SG) | |
| 08.05.2008 | Münchener Rück akkumulieren | Independent Research GmbH | |
| 18.04.2008 | Münchener Rück kaufen | AC Research |
Aktien in diesem Artikel
| Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft | 121,8 | +-0,0% | |
| Royal Bank of Scotland Group | 4,4 | -3,7% |
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