Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Aktie [WKN: A0F6MD / ISIN: DE000A0F6MD5]

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23.07.2008 11:54
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ROUNDUP: Praktiker senkt Umsatzprognose - Kräftiges Gewinnplus im 2. Quartal

        KIRKEL (dpa-AFX) - Die Baumarktkette Praktiker  hat ihre Umsatzerwartungen an das Gesamtjahr gedämpft. Zwar konnte die deutschlandweite Nummer zwei nach OBI dank Kosteneinsparungen und geringeren Marketingaufwendungen mit einem kräftigen Gewinnanstieg im zweiten Quartal glänzen. Der Konzernumsatz legte aber nur geringfügig zu und dies auch nur wegen des Auslandsgeschäfts. Die Aussichten für den deutschen Markt schätzt das Unternehmen aus dem saarländischen Kirkel angesichts wachsender Inflation, hohen Energiepreise und einer nicht aus dem Tal kommenden Konsumstimmung inzwischen nüchterner ein als noch zu Jahresbeginn.

    Der Gruppen-Umsatz dürfte 2008 nur noch im niedrigen, einstelligen Bereich steigen, wie Praktiker am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte der Konzern mit einem mittleren, einstelligen Plus gerechnet. Die Ergebnisprognose bestätigte Praktiker: Insgesamt soll das operative Ergebnis  (EBITA) auf 135 bis 140 (2007: 125,8) Millionen Euro zulegen.

    Die im MDAX  notierte Aktie kletterte kurz nach Börseneröffnung zunächst um mehr als sechs Prozent in die Höhe, rutschte aber kurz darauf mit einem Abschlag von fast zwei Prozent ins Minus. Zuletzt notierte sie in einem positiven Gesamtmarkt bei 11,96 Euro und damit 0,33 Prozent leichter. Offensichtlich wisse der Markt nicht, welcher Nachricht er größere Bedeutung beimessen solle: der gesenkten Umsatzprognose oder der überraschend positiven Ergebnisentwicklung, sagte ein Händler.

ERGEBNIS BESSER ALS ERWARTET

    In den Monaten April bis Juni legte das operative Ergebnis im zweiten Quartal von 69,05 auf 80 Millionen Euro zu. Der Überschuss nach Anteilen Dritter stieg von 50,77 auf 55,16 Millionen Euro. Dies war mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Ein Grund für den Gewinnanstieg war die Abkehr Praktikers von der bisherigen Marketingstrategie. Der Konzern, der mit seinen aggressiven Preiskampagnen unter dem Slogan "20 Prozent auf alles", der Branche einst den Kampf angesagt hatte, will nun vor allem die Margen, die unter solchen Rabattaktionen leiden, wieder verbessern. Entsprechend dampfte Praktiker die Zahl der Kampagnen seit Jahresbeginn deutlich ein und senkte stattdessen bei ausgewählten Produkten, die besonders von Kunden nachgefragt werden, dauerhaft den Preis.

    Insgesamt seien inzwischen bei 600 Artikeln die Preise gesunken, sagte Finanzvorstand Thomas Ghabel. Bis Jahresende sollen es 1.200 sein. Wegfielen im zweiten Quartal auch die Aufwendungen für die Umstellung von Praktiker-Märkten auf das sogenannte "Easy-to-Shop"-Konzept. Der Konzern hatte das seit 2006 erprobte Konzept, mit dem dank eines übersichtlicheren Sortiments, mehr Kunden an gelockt werden sollen, nach Ende des ersten Quartals ausgesetzt. Erst 2009 solle mit "Easy-to-Shop" fortgefahren werden, sagte Ghabel, dann aber in einer überarbeiteten Version.

SCHWACHER JUNI

    In Deutschland nahm das operative Ergebnis dank der geringeren Aufwendungen um 31 Prozent auf 57 Millionen Euro zu. Im Ausland sank das Ergebnis allerdings um 10 Prozent auf 23 Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür war eine Rückstellung in Höhe von vier Millionen Euro für eine mögliche Kartellstrafe in Polen. Die dortigen Behörden hatten verschiedenen Baumärkten Preisabsprachen vorgeworfen. Praktiker hat gegen die Anschuldigungen Rechtsmittel eingelegt.

    Der Umsatz der Praktiker-Gruppe, zu der auch die norddeutsche Kette Max Bahr gehört, stieg im Quartal um 0,4 Prozent auf 1.132,2 Milliarden Euro, was alleine dem internationalen Geschäft (+17,6%) zu verdanken war. In Deutschland sanken die Erlöse dagegen um 5,5 Prozent. Vor allem der Juni verlief mit einem zweistelligen Einbruch schwach. Auch für 2008 rechnet der Konzern mit rückläufigen Umsätzen auf dem Heimatmarkt. In Deutschland will sich Praktiker weiterhin auf die Margenverbesserung konzentrieren. Deswegen wird auch weiter an der Kostenschraube gedreht. Unverändert festhalten will der Konzern an seiner Expansion ins Ausland. Dort sollen 15 bis 20 Märkte entstehen./she/wiz

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