23.07.2008 12:21
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ROUNDUP: Spannung vor Aufsichtsratssitzung bei Continental zu Übernahmeangebot

        HANNOVER (dpa-AFX) - Vor der Krisensitzung des Aufsichtsrats von Continental  zum Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe herrscht große Spannung. Das Kontrollgremium kommt am Mittwochmittag in Hannover zusammen. Vorstandschef Manfred Wennemer will dem Gremium seine Abwehrstrategie vorstellen. Er lehnt das Übernahmeangebot strikt ab und erhofft sich vom Aufsichtsrat Rückendeckung für seinen Kurs. Das Vorgehen Schaefflers sei rechtswidrig, der angebotene Preis viel zu niedrig.

    Möglich ist aber auch, dass es im Aufsichtsrat Uneinigkeit über das weitere Vorgehen gibt und damit die Position des Vorstands geschwächt wird. Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg war vor dem Treffen auf Distanz zu Wennemer gegangen. Von Grünberg hatte vor einem "Kampf um jeden Preis" gewarnt. Schaeffler sichere zu, Conti nicht zerschlagen zu wollen. Der Conti-Vorstand ist wesentlich misstrauischer. Der Conti-Gesamtbetriebsrat hatte erklärt, er habe grundsätzlich nichts gegen deutsche Investoren einzuwenden. Eine Zerschlagung des Konzerns müsse aber verhindert werden.

    Einem unbestätigten Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge will sich Wennemer vom Aufsichtsrat eine Kapitalerhöhung um bis zu zehn Prozent genehmigen lassen. Wennemer wolle außerdem weiterhin nach einem "Weißen Ritter" suchen lassen, einem freundlich gesonnenen Großinvestor.

    Schaeffler hat direkt und über sogenannte Swap-Geschäfte bereits Zugriff auf ein Aktienpaket von rund 36 Prozent, falls die an dem Deal beteiligten Banken bis zum Ende mitspielen. Damit hätte Schaeffler wegen der geringen Präsenz auf Hauptversammlungen faktisch das Sagen bei der Conti. Schaeffler bietet in dem Übernahmeangebot 70,12 Euro pro Aktie. Branchen-Analysten halten einen Preis zwischen 80 und 100 Euro für gerechtfertigt. /hoe/DP/sb

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