08.01.2009 18:39
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ROUNDUP: Staat wird Großaktionär bei Commerzbank - Aktie stürzt ab

        BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Staat steigt bei der Commerzbank ein und beteiligt sich damit erstmals direkt an einer großen Privatbank in Deutschland. Der staatliche Bankenfonds stellt dem zweitgrößten deutschen Geldinstitut kurz vor dem Vollzug der Dresdner-Bank-Übernahme eine weitere Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro zur Verfügung und wird in Zukunft mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Commerzbank beteiligt sein. Damit erhält der Bund ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen und in der Hauptversammlung der Großbank.

    Das Bundesfinanzministerium sprach am Donnerstag in Berlin von einem "starkem Signal für eine starke Commerzbank". Die Beteiligung des Bundes sei "keine Teilverstaatlichung, sondern Wahrnehmung unserer Verantwortung für einen der großen deutschen Akteure am Finanzmarkt", sagte Sprecher Torsten Albig. Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank, begrüßte den Schritt: "Damit bleibt für  Deutschland die für die Volkswirtschaft wichtige Kernbranche Banken erhalten."

ALLIANZ MUSS WEITERE DRESDNER-RISIKEN ÜBERNEHMEN

    Der Allianz-Konzern , von dem die Commerzbank die Dresdner Bank übernimmt, will zusätzlich faule Papiere in der Dresdner-Bilanz im Milliardenumfang übernehmen. Dies teilte die Commerzbank in Frankfurt mit. Hintergrund sind unerwartet hohe Abschreibungen bei der Dresdner Bank. Die im DAX notierten Aktien von Commerzbank und Allianz stürzten zweistellig ab. Commerzbank verloren zeitweise über 20 Prozent auf 4,79 Euro. Bis Handelsende erholte sich das Papier aber auf 5,25 Euro. Dies ist ein Minus von 13,8 Prozent.

    Der Bankenfonds (SoFFin) beabsichtigt nach Angaben der Commerzbank, dem Institut zusätzlich Eigenkapital in Höhe von zehn Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Dies soll durch die Ausgabe von rund 295 Millionen Stammaktien zu je sechs Euro und durch "eine stille Einlage" in Höhe von etwa 8,2 Milliarden Euro gesichert werden, hieß es.

    Die Commerzbank könne damit eine Kernkapitalquote von etwa 10 Prozent erreichen, um sich in der Krise zu behaupten. Die Commerzbank hatte bereits im November 8,2 Milliarden Euro Kapital vom Bund erhalten. Damit soll die Bank vom Staat direkte Kapitalhilfen von 18 Milliarden Euro erhalten. Zudem erhält die Commerzbank staatliche Garantien für die Ausgabe von Schuldverschreibungen von 15 Milliarden Euro. Innerhalb dieser Garantie hatte die Bank am Donnerstag bereits eine Anleihe mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro platziert.

AUCH DIE ALLIANZ ZEICHNET STILLE EINLAGE BEI DER COMMERZBANK

    Die Allianz übernimmt bei Vollzug des Deals erhebliche Risiken. Deutschlands größter Versicherungskonzern will nach Angaben der Commerzbank die Kapitalausstattung der Dresdner Bank stärken. Dies erfolge durch die Übernahme von verbrieften Wertpapieren im Wert von 2 Milliarden Euro für einen Kaufpreis von 1,1 Milliarden Euro. Diese Papiere haben in der Finanzkrise dramatisch an Wert verloren.

    Für die neue Commerzbank ergebe sich in der Bilanz damit eine Entlastung bei Risikopapieren von 17,5 Milliarden Euro, berichtete der Konzern. Dies setze Eigenkapital von 700 Millionen Euro frei. Außerdem werde die Allianz eine stille Einlage in Höhe von 750 Millionen Euro zeichnen. "Damit steht die Übernahme der Dresdner Bank kurz vor dem Abschluss", teilte die Commerzbank mit. Die Allianz-Aktie verlor am Donnerstag 5,4 Prozent auf 66,67 Euro./tb/sb/DP/zb



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