26.02.2008 13:21
Drucken |

Schrift:

ROUNDUP: Starkes Schlussquartal beschert PUMA versöhnlichen Ausklang für 2007

        NÜRNBERG (dpa-AFX) - Ein starker Schlussspurt im vierten Quartal hat dem Sportartikelhersteller PUMA  einen versöhnlichen Ausklang für das Geschäftsjahr 2007 beschert. Umsatz und Ergebnis stiegen auf Jahressicht leicht, obwohl die PPR-Tochter   gegen Rekorderlöse aus dem Vorjahr sowie ein schwaches US-Geschäft ankämpfen musste. Mit wieder steigenden Umsätzen auf dem US-Markt sei vermutlich im Laufe des zweiten Quartals zu rechnen, sagte Vorstandschef Jochen Zeitz am Mittwoch in Nürnberg. Die Fußball -Europameisterschaft und die olympischen Spiele im Sommer 2008 sollen im laufenden Jahr Umsatz und Gewinn ankurbeln. Gleichzeitig dürften aber die höheren Marketingkosten auf den Margen lasten. Den Aktionären will PUMA eine um zehn Prozent höhere Dividende von 2,75 Euro je Aktie zahlen.

 

    "Die Chancen und Möglichkeiten, die 2008 für unser Wachstum bietet, wollen wir nutzen", kündigte Zeitz an. Die EM in Österreich und der Schweiz soll die Fußballumsätze antreiben. Als Ausrüster der Gastgeberländer sei die EM ein Heimspiel, so Zeitz. PUMA stattet darüber hinaus Weltmeister Italien sowie Polen und Tschechien mit Schuhen und Trikots aus. Der Vorstandschef hofft, als weltweite Nummer drei den Abstand zu den beiden "Großen" Nike und adidas  verringern und kleineren Wettbewerbern Marktanteile abjagen zu können. Mit der  Olympiade in Peking will PUMA seine Position im Bereich "Running" stärken.

 

AUSBLICK 2008

 

    Die ersten Kampagnen hat das Unternehmen aus Herzogenaurach bereits gestartet. Die Marketingkosten sollten die operative Marge 2008 allerdings unter das Vorjahresniveau von 15,7 Prozent drücken. Für den währungsbereinigten Umsatz und das Nettoergebnis stellt PUMA ein Plus im einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Das operative Ergebnis (EBIT) soll über das Vorjahresniveau steigen. Optimistisch stimmt PUMA insbesondere der Auftragsbestand, der Ende 2007 währungsbereinigt um knapp zehn Prozent über dem Vorjahr lag und Lieferungen für die ersten zwei Quartale 2008 beinhaltet.

 

AKTIE LEGT STARK ZU

 

    An der Börse zog die im MDAX  notierte Aktie stark an. Zuletzt lag sie mit 5,14 Prozent bei 243,70 Euro im Plus. Beflügelt wurde der Kurs von der Fantasie um eine mögliche Aufstockung des Großaktionärs PPR. "Die Zahlen treten da eher in den Hintergrund", sagte ein Händler. Allerdings seien die Aussagen zum Auftragsbestand positiv. Der französische Luxusgüterkonzern PPR war im vergangenen Jahr bei PUMA eingestiegen und hält rund 63 Prozent der Aktien.

 

    PUMA selbst besaß zum Jahresende einen Anteil von 0,8 Prozent am eigenen Unternehmen und will im laufenden Jahr weitere Anteile hinzu kaufen. Ob diese dann eingezogen würden oder als Akquisitionswährung beziehungsweise zur flexiblen Finanzierung genutzt werden, sei noch nicht entscheiden, sagte Finanzvorstand Dieter Bock. Die Zusammenarbeit mit PPR laufe reibungslos, betonte Zeitz. Die beiden Unternehmen passten bestens zusammen und ergänzten sich bei sportlichem Know-How und Lifestyle.

 

    Zu den Spekulationen, dass PUMA aus dem MDAX verschwinden werde, sagte Zeitz, dies sei eine Entscheidung des Großaktionärs. Bislang sei PPR aber zufrieden mit PUMAs Börsennotierung  und er habe auch keine anders lautenden Äußerungen aus Paris gehört.  

 

2007-ZAHLEN IM RAHMEN DER ERWARTUNGEN

 

    Die von PUMA vorgelegten Zahlen für 2007 trafen die Erwartungen der Analysten. Der Überschuss legte im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent auf 269 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 0,2 Prozent auf 2,374 Milliarden Euro zu. Ohne die Währungsbelastungen durch den starken Euro betrug das Plus 4,7 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 1,1 Prozent auf 372 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten hatte PUMA mit zum Teil zweistelligen Umsatzrückgängen in den USA zu kämpfen gehabt. Ausschlaggebend hierfür waren Probleme bei einem der größten US-Einzelhändler Foot Locker  . Die Sportkette schließt Läden und baut Lagerbestände ab, weshalb sie auch weniger Waren ordert. Dies hatte auch die PUMA-Konkurrenz zu spüren bekommen.  

 

    Im vierten Quartal konnte PUMA wieder aufholen und verbuchte ein vergleichsweise geringeres Minus von bereinigten sieben Prozent in den USA. Konzernweit stieg der Umsatz von Oktober bis Dezember um fünf Prozent auf 504,5 Millionen Euro. Währungsbereinigt waren es 10,3 Prozent. Zweistellig wuchsen die Regionen EMOA und Asien/Pazifik. Der Überschuss erhöhte sich um 16,5 Prozent auf 38,3 Millionen Euro. Das EBIT legte im Quartal um 20,7 Prozent auf 52,4 Millionen Euro zu./she/zb

 

Aktien in diesem Artikel

Was denken Sie über die KfW?
Wichtige Institution
Stümperhafte Vorstände
Sollte abgeschafft werden
Milliardengrab für Steuergelder
Muss umgebaut werden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige