13.05.2008 11:03
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ROUNDUP: TUI Travel optimistisch für Sommer - Zeitplan für TUIfly gekippt

        LONDON (dpa-AFX) - Die britische TUI-Tochter  TUI Travel blickt nach einem Umsatzplus und kleinerem Minus im Winter optimistisch auf das Sommerhalbjahr. Der Zeitplan für die Fusion der deutschen Flugtochter TUIfly mit dem Lufthansa-Billigableger  Germanwings gerät allerdings ins Rutschen. Von einer Entscheidung bis Mitte Mai, wie noch im März in Aussicht gestellt, wollte TUI-Travel-Chef Peter Long am Dienstag nichts mehr wissen. "Wir werden den Markt informieren, wenn es etwas Neues zu sagen gibt", beschied er Journalisten in einer Telefonkonferenz.

    TUI Travel will TUIfly mit Germanwings in einem Gemeinschaftsunternehmen verschmelzen. TUI-Vorstandschef Michael Frenzel hatte vergangene Woche bestätigt, dass Lufthansa und TUI jeweils mit 40 Prozent an der neuen Fluglinie beteiligt sein sollen. Als dritter Partner ist dem Vernehmen nach der Unternehmer Albrecht Knauf im Boot, der sich mit der Lufthansa die Anteile an der Germanwings-Muttergesellschaft Eurowings teilt. Branchenkreisen zufolge waren die beiden Konzerne sowohl in Geldfragen als auch bei dem Erhalt von Standorten bis zuletzt nicht einig.

AKTIEN AN DER SPITZE

    Die TUI-Travel-Aktie profitierte am Morgen dennoch von den Nachrichten und setzte sich an die Spitze des FTSE 100. Der Kurs legte um 4,2 Prozent auf 270 Pence zu. TUI-Papiere lagen mit einem Plus von 1,1 Prozent mit 17,77 Euro an der zweiten Stelle des DAX .

    Unterdessen will TUI Travel weiter zukaufen. Nach zehn kleineren Übernahmen im ersten Geschäftshalbjahr prüfe das Unternehmen "eine nennenswerte Zahl entsprechender Gelegenheiten", hieß es. Die Übernahme weiterer Anbieter im Spezialreisegeschäft soll die Gewinnmargen des Konzerns steigern helfen. Laut Long dürfte sich die Übernahmeserie des ersten Geschäftshalbjahres in den nächsten zwölf Monaten fortsetzen. Ob es schon bis zum Ende des Geschäftsjahres (30. September) der Fall sei, ließ er bewusst offen.

MEHR UMSATZ MIT WENIGER URLAUBERN

    Mit weniger Urlaubern und höheren Erlösen will das Unternehmen seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr erreichen. Das Unternehmen sei auf Kurs, die geplanten Synergien von mindestens 150 Millionen britischen Pfund aus dem Zusammenschluss von First Choice Holidays mit dem Veranstaltergeschäft des TUI-Konzerns zu erzielen, hieß es. Der Umsatz wuchs in den ersten sechs Monaten auf vergleichbarer Basis von 4,733 auf 5,163 Milliarden Pfund (6,53 Mrd Euro). Der bereinigte operative Verlust verringerte sich von 321 auf 250 Millionen Pfund. Vor Steuern belief sich der bereinigte Verlust auf 294 Millionen Pfund nach 339 Millionen Pfund im Vorjahr. Der unbereinigte Vorsteuerverlust verringerte sich leicht auf 417 Millionen Pfund (VJ: 429 Mio).

    Der Umsatz für den beginnenden Sommer und den kommenden Winter entwickelt sich laut TUI Travel entsprechend den Erwartungen. Im Pauschalreisegeschäft verzeichnet das Unternehmen für den Sommer in Großbritannien ein Umsatzplus von 8 Prozent, in Nordeuropa von 7 Prozent, Mitteleuropa um 3 Prozent und in Westeuropa um 1 Prozent. Dabei ging die Zahl der Urlauber in allen Regionen zurück, lediglich in Mitteleuropa blieb sie stabil. Im wachsenden Spezialreisegeschäft stiegen die Erlöse um 9 Prozent, im Aktivurlaubsegment um 4 Prozent. Der Online-Vertrieb legte um 32 Prozent zu.

    Für den kommenden Winter ist der Verkauf bislang lediglich in Nordeuropa und in Großbritannien angelaufen. In Nordeuropa verzeichnet TUI Travel derzeit ein Umsatzplus von 9 Prozent, in Großbritannien beträgt der Zuwachs 15 Prozent.

GEGEN HOHE TREIBSTOFFPREISE GEWAPPNET

    Der hohe Ölpreis treibt dem Vorstand kaum Sorgenfalten auf die Stirn. TUI Travel habe seine Einkaufspreise für Flugbenzin bereits gut abgesichert, hieß es. Für den britischen Markt, der zusätzlich unter dem starken Euro leidet, hat das Unternehmen auch Hedging-Geschäfte für die Währungskurse getätigt und sich im Sommer fast für den gesamten Bedarf gegen Schwankungen gewappnet. Bei den bestellten neuen Langstreckenfliegern muss sich der Vorstand allerdings gedulden. Die ersten der bestellten Boeing 787 dürften erst im Frühjahr 2010 ausgeliefert werden, sagte Long. Eigentlich sollte dies schon ein Jahr früher der Fall sein.

    Der TUI-Konzern, der in der Touristik neben dem Geschäft von TUI Travel noch mit einer eigenen Hotelsparte und einem Kreuzfahrtgeschäft aktiv ist, hatte vergangene Woche erste Eckdaten für sein erstes Geschäftsquartal vorgelegt. Dabei hatte das Unternehmen seinen bereinigten Verlust vor allem dank der Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd verringert. Seinen kompletten Jahresbericht will TUI am Donnerstag (15. Mai) veröffentlichen./stw/fj/wiz

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