15.05.2008 12:24
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ROUNDUP: TUI bleibt trotz höheren Verlusts optimistisch - Ziele bestätigt

        HANNOVER (dpa-AFX) - Der Reise- und Schifffahrtskonzern TUI bleibt trotz eines höheren Verlusts im ersten Quartal für das Gesamtjahr optimistisch. Der Umsatz soll 2008 weiterhin auf bis zu 26 Milliarden Euro wachsen. Touristik und Schifffahrt sollen ihre Gewinne steigern, wie der DAX-Konzern  am Donnerstag in Hannover mitteilte. Im ersten Jahresviertel drückten hingegen Integrationskosten bei der britischen Touristiktochter TUI Travel   auf das Ergebnis. Zudem fehlten die Sondereinnahmen des Vorjahresquartals, als sich TUI für knapp 200 Millionen Euro vom Containerterminal in Montreal und einer Beteiligung am Germanischen Lloyd getrennt hatte.

    Die Aktie reagierte zunächst mit einem Kursabschlag auf die Nachrichten. Bis zum späten Vormittag erholte sie sich jedoch und lag mit 0,2 Prozent im Plus bei 17,55 Euro. Wie erwartet habe TUI die Containersparte Hapag-Lloyd zum ersten Mal als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen, sagte Merck-Finck-Analyst Robert Heberger. Das deute darauf hin, dass die geplante Abspaltung tatsächlich durchgeführt werde. Heberger rechnet mit diesem Schritt bereits im zweiten Halbjahr. Die Zahlen selbst hätten keine große Überraschung gebracht, sagte er.

NUR NOCH TOURISTIK

    In Zukunft will TUI nur noch auf die Touristik setzen. Von der Geschäftsentwicklung sieht sich der Vorstand in seiner Strategie bestätigt. Während die Zahl der Gäste für den Sommer nach derzeitigem Stand unverändert sei, lägen die gebuchten Umsätze derzeit um vier Prozent über den Vergleichswerten des Vorjahres. Die reduzierte Kapazität im Pauschalreisegeschäft führe zu verbesserter Auslastung und höheren Margen. Im Winter 2007/08 habe der gebuchte Umsatz den Vorjahreswert um fünf Prozent übertroffen.

    Zum erwarteten Marktwert von Hapag-Lloyd wollte sich Finanzvorstand in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht äußern. Die Vermögenswerte der Containerschifffahrtstochter beliefen sich auf 2 bis 2,5 Milliarden Euro, sagte er.

VERLUSTE AUSGEWEITET

    Im ersten Quartal war der Konzernverlust im Vergleich zum Vorjahresquartal von 105,0 auf 278,1 Millionen Euro gestiegen. Minderheitsanteile Dritter herausgerechnet, wuchs das Minus von 116,5 auf 166,8 Millionen Euro. Eine Ursache für diese Entwicklung war die Fusion des TUI-Veranstaltergeschäfts mit der britischen First Choice Holidays zu TUI Travel im vergangenen September. Da das erste Jahresviertel bei Reiseveranstaltern saisonbedingt negativ ausfällt, stieg durch die vergrößerte Touristiksparte auch das Minus. Zudem drückten Integrationskosten von 69 Millionen Euro auf den Gewinn. TUI hält 51 Prozent der Stimmrechte an TUI Travel.

   Der Konzernumsatz legte wie bereits am 7. Mai verkündet von 4,094 auf 5,088 Milliarden Euro zu. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (EBITA) stieg von 85 auf 297 Millionen Euro. Bei dem um Sondereffekte bereinigten EBITA meldete TUI hingegen eine Verbesserung von minus 248 auf minus 196 Millionen Euro.

NEUE BERICHTSSTRUKTUR

    Wegen der geplanten Abspaltung der Containerschifffahrt vom Konzern hat sich TUI zudem eine neue Berichtsstruktur verordnet. Die Kreuzfahrten, die bisher zur Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd zählten, werden nun in der Touristik geführt. Die Containerschifffahrt gilt als aufgegebener Geschäftsbereich. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

    Der Umsatz der fortzuführenden Bereiche wuchs von 2,670 auf 3,637 Milliarden Euro. In der Containerschifffahrt legte er von 1,424 auf 1,451 Milliarden Euro zu. In der Touristik stieg er von 2,639 auf 3,623 Milliarden Euro. Zu diesem Anstieg trug wesentlich die Fusion der TUI-Touristik mit First Choice bei.

    Der unbereinigte EBITA-Verlust stieg in der Touristik von 237 auf 305 Millionen Euro. Die fortzuführenden Geschäftsbereiche, zu denen neben der Touristik noch die Konzernzentrale gehört, wiesen ein EBITA von minus 298 Millionen Euro aus nach minus 222 Millionen ein Jahr zuvor. Die Containerschifffahrt blieb mit einer Million Euro Gewinn gerade noch in den schwarzen Zahlen. Im Vorjahr hatten hier 137 Millionen Euro Gewinn gestanden. Aus der Fusion mit der Reederei CP Ships rechnet Finanzvorstand Feuerhake in diesem Jahr mit Synergieeffekten in Höhe von 220 Millionen Euro. Im Vorjahr hätten sie 170 Millionen Euro betragen./stw/ep/wiz

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