24.06.2008 12:48
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ROUNDUP: Thomas Cook stellt Condor-Verkauf an Air Berlin in Frage

        LONDON (dpa-AFX) - Der Reiseveranstalter Thomas Cook   stellt den geplanten Verkauf seiner deutschen Fluglinie Condor an Air Berlin in Frage. Mit der zweitgrößten deutschen Airline spreche man inzwischen über die Machbarkeit des geplanten Zusammenschlusses, teilte Thomas Cook am Dienstag in London mit. Zudem prüft Thomas Cook Alternativen zu den bestehenden Plänen, sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Dabei könne es darum gehen, Condor als eigene Airline des Reisekonzerns zu behalten oder eine andere Lösung zu finden. Details zu wollte er nicht nennen. Bis Oktober solle eine Entscheidung fallen.

    Air Berlin hatte sich im vergangenen September mit Thomas Cook darauf geeinigt, bis zum Jahr 2010 Condor zu übernehmen und im Gegenzug den Reisekonzern mit bis zu 29,99 Prozent am eigenen Unternehmen zu beteiligen. Das Bundeskartellamt hatte frühzeitig Bedenken gegen den Zusammenschluss angemeldet und die Prüfung des Condor-Verkaufs an Air Berlin zuletzt bis 11. August verlängert.

WIRTSCHAFTSLAGE UND KARTELLAMTS-PRÜFUNG

    Thomas-Cook-Chef Fontenla-Novoa begründete die Überlegungen zu Condor am Dienstag mit den Verzögerungen bei der Kartellamts-Prüfung und der sich veränderten Wirtschaftslage. Thomas Cook betrachte Condor weiterhin als "leistungsstarkes Unternehmen mit beachtlichem Potenzial", hieß es.

    Die Thomas-Cook-Aktie legte am Morgen kurzzeitig um mehr als 10 Prozent zu. Gegen Mittag betrug das Plus nur noch 0,6 Prozent bei einem Stand von 236,25 britischen Pence. Die Air-Berlin-Aktie verzeichnete zunächst ebenfalls Gewinne. Im Laufe des Vormittags rutschte sie allerdings ab und lag zuletzt mit 1,4 Prozent im Minus bei 4,80 Euro. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft hält an diesem Nachmittag ihre Hauptversammlung am Flughafen London-Stansted ab.

JOINT VENTURES IN RUSSLAND GEPLANT

    Für den Ausbau des Reisegeschäfts in Russland will Thomas Cook bis Jahresende zu einer Entscheidung kommen. Derzeit fänden Gespräche mit zwei möglichen Partnern für ein Gemeinschaftsunternehmen statt, sagte Fontenla-Novoa. An einem solchen Joint Venture werde Thomas Cook die Mehrheit halten. Zudem rechnet der Thomas-Cook-Chef angesichts des härter werdenden Geschäfts und der steigenden Treibstoffpreise mit weiteren Übernahmegelegenheiten in Europa.

    Zudem gab Thomas Cook eine Veränderung im Management bekannt. Finanzvorstand Ludger Heuberg legt seinen Posten zum Monatsende nieder und geht zurück nach Deutschland. Dort wird er Finanzvorstand der Kontinentaleuropa-Tochter. Als Grund für den Wechsel nannte Thomas Cook persönliche und familiäre Gründe Heubergs. Dessen Nachfolger auf Konzernebene wird ab 1. Juli Jürgen Büser, der seit 2005 als Finanzchef des Großbritannien-Sparte fungiert.

ZIELE BESTÄTIGT - VERLUST VERRINGERT

    Trotz der hohen Ölpreise und einer schwierigeren wirtschaftlichen Entwicklung hält Thomas Cook an den bestehenden Zielen fest. So soll bis zum Geschäftsjahr 2009/10 ein operativer Gewinn von mehr als 480 Millionen britischen Pfund erreicht werden, und die Synergien aus der Fusion der früheren Thomas Cook AG mit MyTravel sollen bis zum Geschäftsjahr 2009/10 auf mehr als 155 Millionen Pfund wachsen. Thomas Cook stellt sein Geschäftsjahr von Ende Oktober auf Ende September um. Daher hatte das Unternehmen bereits vor einem Monat Pro-forma-Zahlen für die sechs Monate bis Ende März veröffentlicht. Zudem wird die Rechnungslegung nun von Euro auf Pfund umgestellt. Daher verändern sich auch die Werte bei den Zielen, die inhaltlich aber gleich bleiben sollen.

    In den sechs Monaten bis Ende April baute Thomas Cook seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis um sieben Prozent auf 2,965 Milliarden britische Pfund (3,75 Mrd Euro) aus. Der bereinigte operative Verlust verringerte sich um 15 Prozent auf 177,5 Millionen Pfund. Thomas Cook ist an der Londoner Börse notiert und gehört zu 52 Prozent dem im MDAX  notierten Handels- und Touristikkonzern Arcandor ./stw/she

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