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ROUNDUP: ThyssenKrupp denkt über Börsengang von Sparten nach - Höhere Preise
Die Aktie des Konzerns sprang nach diesen Nachrichten ins Plus und gewann zuletzt 2,83 Prozent auf 46,18 Euro. Der DAX legte zur selben Zeit 1,42 Prozent auf 7.182,02 Punkte zu. An der Börse wird ein Gesamtkonzern üblicherweise niedriger bewertet als die Summe seiner Einzelteile. Deutschlands größter Stahlkocher ThyssenKrupp setzt im Vergleich zu Wettbewerbern wie ArcelorMittal auf das Modell eines integrierten Konzerns und ist in die fünf Sparten Stahl, Edelstahl, Elevator, Technologies und Services aufgeteilt. In der Technologies-Sparte fassen die Düsseldorfer neben dem Groß- und Spezialanlagenbau auch die Herstellung von Komponenten, den Marineschiffbau sowie das Erarbeiten von Lösungen für die Automobilindustrie zusammen. Die Sparte habe das Potenzial, langfristig ihren Vorsteuergewinn auf eine Milliarde Euro zu verdoppeln, sagte Spartenchef Olaf Berlien. Dafür brauche es allerdings weitere Investitionen.
WEITERE ERHÖHUNG DER STAHLPREISE
Im Kerngeschäft mit Stahl steht ThyssenKrupp wegen der dramatisch gestiegenen Rohstoffpreise in den letzten Monaten zunehmend unter Druck. Im ersten Halbjahr schnitt das Stahlgeschäft schlechter ab als im Vorjahr. Middelmann kündigte auf der Konferenz an, in Reaktion auf die Rohstoffsituation die Stahlpreise zum Juli weiter zu erhöhen. Nachdem die Preise für Flachstahl bereits zum April im Schnitt um 100 Euro pro Tonne angehoben wurden, würden jetzt voraussichtlich noch einmal durchschnittlich 120 bis 130 Euro pro Tonne aufgeschlagen, sagte der Finanzchef. Die derzeitigen Marktbedingungen ließen solche Anhebungen zu.
ThyssenKrupp werde sich auch darum bemühen, bestehende Jahres- und Halbjahresverträge nachzuverhandeln. Middelmann bekräftigte jedoch, dass trotz Preissteigerungen die höheren Rohstoffkosten in diesem Jahr nicht komplett an die Kunden weitergegegeben werden könnten. Rund 60 Prozent der Stahlpreisverträge von ThyssenKrupp sind Ein- oder Mehrjahresverträge.
BETEILIGUNG AN MINEN ZU TEUER
Für die wichtigen Rohstoffe Eisenerz und Kokskohle mussten die Stahlkonzerne in diesem Jahr herbe Aufschläge hinnehmen. Eisenerz etwa ist seit dem Frühjahr um 65 Prozent teurer geworden. Der Rohstoffmarkt wird von wenigen Unternehmen wie Vale, Rio Tinto oder BHP dominiert, die angesichts der hohen Nachfrage eine starke Verhandlungsposition haben. Stahlkocher wie ArcelorMittal setzen daher vermehrt darauf, sich über eigene Minen die Rohstofflieferungen zu sichern.
ThyssenKrupp und auch der deutsche Branchenzweite Salzgitter haben dagegen keine eigenen Minen oder Beteiligungen. Finanzchef Middelmann hält es auch für nahezu unmöglich, dass sich ThyssenKrupp in Reaktion auf die Rohstoffsituation an Minen beteiligt. Das sei zwar durchaus ein Dauerthema, aber einen Einstieg könne sich ThyssenKrupp definitiv nicht leisten, betonte er. Mit Blick auf das breit gestreute Portfolio müsste sich ThyssenKrupp dann etwa für Eisenerz-, Kohle- und Nickelminen interessieren. Die Preise seien aber derzeit zu hoch./sb/he
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