18.02.2008 22:15
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ROUNDUP: ThyssenKrupp muss mehr für Eisenerz zahlen - Höhere Stahlpreise

        DUISBURG (dpa-AFX) - Der Industriekonzern ThyssenKrupp  muss knapp zwei Drittel mehr als bisher für den Bezug des wichtigen Rohstoffs Eisenerz bezahlen. Mit dem Rohstoffkonzern Companhia Vale do Rio Doce (Vale) sei eine Preisanhebung von 65 Prozent vereinbart worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands größten Stahlproduzenten am Montag in Duisburg. Zuvor hatten sich führende asiatische Stahlkocher in Pilotverträgen mit Vale auf eine Erhöhung in dieser Größenordnung geeinigt.          Die Preise für Eisenerz hätten sich seit dem Jahr 2003 auf 1,18 Dollar pro Tonnen fast vervierfacht, hieß es von ThyssenKrupp. Die Mehrbelastung soll nun an die Kunden weitergegeben werden. "Weitere Preiserhöhung für unsere Produkte sind im Jahresverlauf nun unumgänglich", sagte der Chef von ThyssenKrupp Steel, Karl-Ulrich Köhler. Der Konzern habe im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Tonnen Eisenerz gekauft.

 

    In der vergangenen Woche hatte ThyssenKrupp bereits für das zweite Quartal deutliche Anhebungen der Stahlpreise angekündigt. Damals verwies der Konzern bereits darauf, dass es erst nach Ende der Preisverhandlungen mit den Rohstoffkonzernen endgültige Klarheit über die Verhandlungsbasis mit den eigenen Kunden gebe.

 

    Auch beim zweitgrößten deutschen Stahlkonzern Salzgitter  rechnet man durch die Eisenerz-Abschlüsse mit weiteren Auswirkungen auf die Stahlpreise. Der Konzern hatte Ende vergangener Woche angekündigt, seine Flachstahlpreise zum April um rund 15 Prozent anzuheben. Zu dem Zeitpunkt war der Ausgang der Preisverhandlungen mit der Eisenerzbranche allerdings noch ungewiss. Salzgitter habe sich auch jetzt noch nicht mit den Lieferanten geeinigt, beobachte aber die Situation, hieß es. Vorstandschef Wolfgang Leese äußerte sich überrascht zu den bekannt gewordenen Abschlüssen: "Damit haben wir nicht gerechnet."

 

   Asiens führende Stahlhersteller hatten am Montag die Einigung mit dem Eisenerzkonzern Vale auf die Erhöhung der Vertragspreise um 65 Prozent für das Eisenerzjahr 2008 bekannt gegeben. Traditionell gilt der erste Abschluss in der Branche als Richtwert für die weiteren Preisverhandlungen zwischen Eisenerz- und Stahlfirmen. So werden die Rohstoffkonzerne BHP Billiton und Rio Tinto dem Beispiel voraussichtlich folgen und ebenfalls 65 Prozent mehr fordern. In der letzten Preisrunde im vergangenen Jahr hatten die Preiserhöhungen nur bei 9,5 Prozent gelegen, seitdem hat sich die Nachfrage aber sprunghaft erhöht./sb

 

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