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ROUNDUP: Tognum legt bei Umsatz und Überschuss zu - Schwacher Dollar belastet
An der Börse geriet die Tognum-Aktie nach den Zahlen unter Druck. In einem schwachen Umfeld gab die Aktie bis zum Mittag 6,89 Prozent auf 18,11 Euro nach und war damit schwächster Wert im MDAX , der 0,41 Prozent im Minus war. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Zahlen seien insgesamt aber eher enttäuschend ausgefallen, hieß es. Einzig der Auftragseingang liege über den Erwartungen, sagte ein Händler.
DOLLARKURS BREMST WACHSTUM
Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 727 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Friedrichshafen mitteilte. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Anstieg auf 736 Millionen Euro gerechnet. Die vom Unternehmen im Gesamtjahr angepeilten 11 bis 13 Prozent Umsatzplus wurden im Auftaktquartal dadurch verfehlt. Allein der schwache Dollar habe das Unternehmen rund 19 Millionen Euro Umsatz gekostet, hieß es. Bei konstantem Wechselkurs hätte das Wachstum bei 12 Prozent gelegen.
"Das erste Quartal 2007 war aber auch ein sehr gutes Quartal, das beste, das wir bis dahin hatten", sagte Vorstandschef Volker Heuer hinzu. Ein Großauftrag im Februar hatte damals den Umsatz in die Höhe getrieben. Mit dem erneuten Zuwachs zeigte sich Heuer daher zufrieden. Der hohe Auftragsbestand lasse nun auf weiter steigende Umsätze hoffen. Weitere Großaufträge zeichneten sich bereits ab. "Im Jahr 2008 werden wir da noch einige positive Überraschungen haben", sagte Heuer.
EBIT STAGNIERT
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stagnierte wegen des schwachen Dollar bei 100 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit einem leichten Anstieg auf 103,5 Millionen Euro gerechnet. Im Dollar-Raum habe der Kursverfall der US-Währung bisher nur teilweise durch Preiserhöhungen und Kurssicherungsgeschäfte ausgeglichen werden können. Weitere Preiserhöhungen seien derzeit aber nicht geplant, sagte Heuer. Im Februar hatte Tognum bereits einen Dollar-Zuschlag von drei Prozent eingeführt. Dieser soll im zweiten Quartal erstmals voll zum Tragen kommen. Das Unternehmen erzielte in den ersten drei Monaten ein Viertel seines Umsatzes in Nordamerika, gut die Hälfte entfiel dagegen auf Europa.
Die bereinigte Umsatzrendite ging von 15,0 auf 13,8 Prozent zurück. Sie liege damit aber voll im Rahmen der im Gesamtjahr angepeilten 13 bis 15 Prozent, sagte Heuer. Im Schlussquartal 2007 hatte die EBIT-Marge 11,1 Prozent betragen. Besser als von den Analysten erwartet entwickelte sich der Auftragseingang, der um 7 Prozent auf 815 Millionen Euro zulegte. Damit wurde ein Fünftel mehr Aufträge eingeholt als abgearbeitet. "Wir kommen auf unserem Wachstumskurs weiterhin hervorragend voran", sagte Heuer. "Unser Auftragseingang war in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2008 so hoch wie in keinem Quartal zuvor."
ÜBERSCHUSS LEGT ZU
Anders als das EBIT legte der um Sondereffekte und Kaufpreisabschreibungen bereinigte Überschuss um 21 Prozent auf 58 Millionen Euro zu. Einschließlich aller Sondereffekte lag er sogar bei 63 Millionen Euro, nach 37 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Grund für den Anstieg sei die niedrigere Steuerquote und ein aus der geringeren Verschuldung resultierend gesunkener Zinsaufwand.
Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen seine bisherigen Ziele. Nach den ersten vier Monaten geht Tognum weiter davon aus, dass sich das stabile Wachstum in fast allen Bereichen und Regionen fortsetzen wird. "Wenn wir sehen, was jetzt an Umsatz kommt, sind wir da sehr zuversichtlich", sagte Heuer. Das Umsatzwachstum werde im weiteren Jahresverlauf stärker ausfallen als im ersten Quartal, der Auftragseingang dagegen etwas langsamer wachsen als der Umsatz. Angepeilt werde ein Auftragseingang von 10 bis 20 Prozent oberhalb des Umsatzes. Im ersten Quartal lag der Wert bei 20,3 Prozent.
Ende April hatte Daimler überraschend seinen Wiedereinstieg bei der einstigen Tochter angekündigt. Vom schwedischen Finanzinvestor EQT will der Autokonzern dessen 22,3-prozentigen Anteil übernehmen und anschließend auf mehr als 25 Prozent aufstocken. DaimlerChrysler hatte sich erst Ende 2005 von dem Großmotorenbauer getrennt und ihn EQT verkauft. Im Juli 2007 brachte der Finanzinvestor das Unternehmen schließlich an die Börse./fj/edh
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